DIN Verbraucherrat

2016-03-31

Neues Normungsgremium zu Informationstechnik in Smart Cities gegründet.

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Im Oktober 2015 wurde bei dem von ISO und IEC gemeinsam geführten Gremium JTC 1 zu Informationstechnik eine neue Arbeitsgruppe zum Thema Smart Cities gegründet. Bislang beteiligen sich 14 Länder an diesen Aktivitäten. Die Arbeiten von JTC 1 werden zukünftig im DIN-Normenausschuss Informationstechnik und Anwendungen (NIA) gespiegelt. Die DIN-Arbeitsgruppe wird eng mit dem DKE-Gremium zusammen arbeiten, in welchem die elektrotechnischen Aspekte des IEC-Systemkomitees Smart Cities gespiegelt werden.

Schwerpunkte der Arbeitsgruppe Smart Cities sind u. a.:

  • Entwicklung eines Smart City Referenzmodells aus der ICT-Perspektive
  • Leitfäden für das Managen von Smart Cities
  • Standardisierte Risikobewertungsmethoden im Bereich von Smart Cities
  • in Zusammenarbeit mit anderen ISO- und IEC-Komitees Entwicklung additiver Standards für Smart Cities

Bis 2050 werden nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rund 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Die stark steigende Bevölkerungs- und Verkehrsdichte erfordern eine neue Sicht auf die Stadtplanung. Versorgungssysteme etwa werden nicht mehr isoliert voneinander betrachtet, sondern sind vernetzt und interagieren.

Bisher fanden Optimierungen innerhalb etablierter Systemgrenzen statt, meist ohne Einbeziehung angrenzender Bereiche. Die Verbindung dieser Systeme, die eine intelligente Umgebung ausmacht, wird vor allem durch bessere Kommunikation, frühzeitige Einbeziehung und den regelmäßigen Austausch von Informationen gewährleistet. Für die Umsetzung dieser Vernetzung werden Normen und Standards immer wichtiger.

Endverbraucher sind in vielen Bereiche ihres Lebens von dem Konzept der Smart City betroffen. Das Konzept Smart City bezieht sich auf die vernetzte Gestaltung z. B. von Wohnung / Haus, Mobilität und Verkehr, Logistik, Energie, Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Die Informationstechnik als wesentliches Mittel der Vernetzung integriert Anwendungen wie Cloud Dienste oder auch die automatische Erkennung von Personen und Dingen. Wenn auch der Titel des Gremiums auf eine Veränderung in urbanen Gebieten hindeutet, wird doch langfristig jeder Verbraucher von dem Konzept der "smarten" Vernetzung betroffen sein

Die Verbrauchervertretung muss bei der Gestaltung von smarten Konzepten für Städte die Ziele der ergonomischen Gestaltung, des Datenschutzes, des Schutzes vor Überwachung, der Datensicherheit, aber auch der physischen Sicherheit einbringen. Es besteht die Gefahr, dass Verbrauchergruppen aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden, die keine Möglichkeit der Nutzung von smarten Konzepten und Technologien haben. Auf diese besonders schutzbedürftigen Gruppen muss ein besonderes Augenmerk gegeben werden.

Bereits bei der Entwicklung eines Normungsprogramms für die Europäische Kommission hatten ANEC und die VR-Geschäftsstelle über ANEC darauf hingewirkt, dass ein Leitfaden erstellt wird, der auf die besonderen Bedürfnisse von Endverbrauchern in Smart Cities aufmerksam macht. Dieses Ansinnen sollte gegebenenfalls durch einen Normungsantrag weiter verfolgt werden.

Für die Verbrauchervertretung im nationalen Spiegelgremium wird ein ehrenamtlicher Verbrauchervertreter gesucht, der die oben genannten Verbraucherziele einbringen und vertreten kann. Die detaillierte Gestaltung der Verbrauchervertretung wird durch ein Expertenteam und die Geschäftsstelle gestützt.

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DIN e. V.

Kristina Unverricht

Saatwinkler Damm 42/43
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