DIN Verbraucherrat

2019-12-19

Neue Norm zu Lastenfahrrädern veröffentlicht

Mutter mit Kind auf einem Lastenfahrrad
© iStock-AleksandarNakic

Nach einer intensiven Erarbeitungszeit wird Anfang 2020 erstmals eine Deutsche Norm für Lastenfahrräder veröffentlicht. Der DIN-Verbraucherrat hat sich am Erarbeitungsprozess intensiv beteiligt. 

In der neuen DIN 79010 „Fahrräder - Transport- und Lastenfahrrad - Anforderungen und Prüfverfahren für ein- und mehrspurige Fahrräder“ sind allgemeine Anforderungen und Prüfverfahren an ein- und mehrspurige Transport- und Lastenfahrräder festgelegt. Dazu gehören auch mit bis zu 25 km/h und max. 250 W elektromotorisch unterstützte Räder. 

Lastenfahrräder werden bislang häufig nur mit dem gewerblichen Bereich, z. B. innerstädtischen Lieferdiensten, in Verbindung gebracht. Obwohl ein Großteil der Lastenräder an diesen Nutzerkreis verkauft wird, so steigen doch die Verkaufszahlen und somit die Nutzungsraten im privaten Bereich erheblich an. Vermehrt nutzen junge Familien Lastenräder für die Erledigungen des Alltags – Einkaufen, Kinder abholen, Freizeit gestalten. 

Es handelt sich bei Lastenfahrrädern üblicherweise nicht um normale Fahrräder, sondern um Räder, die für den Transport von höheren und zum Teil sperrigen Lasten ausgelegt sind. Sie haben eine hohe Varianz in Bezug auf Form und Aufbau. Häufig sind sie an ihren Einsatzzweck speziell angepasst. Jede Bauform hat spezifische Vor- und Nachteile, die in Bezug auf den Einsatzzweck gegeneinander aufgewogen werden müssen.   

An Lastenfahrräder können aufgrund ihrer unterschiedlichen Bauformen - im Gegensatz zu normalen Fahrrädern – keine einheitlichen Anforderungen gestellt werden. Vielmehr müssen die Lastenfahrradtypen individuell betrachtet werden. Einspurige Lastenfahrräder haben z. B. eine andere Lastverteilung als mehrspurige Lastenräder. Bei den letztgenannten wirken zudem andere Kräfte auf die Räder und den Rahmen – insbesondere beim Befahren von hohen Kanten (z. B. ein Bordstein).

Die hohe Variantenvielfalt der Bauformen wurde bei der Erarbeitung der DIN 79010 berücksichtigt.  

Ein wichtiger Punkt bei allen Lastenfahrrädern ist - wie der Name schon sagt - die höhere zugelassene Zuladung. In der Norm ist das maximale Gesamtgewicht auf 250 kg beschränkt. An diesem Gewicht orientieren sich die mechanischen Anforderungen an die Bauteile des Lastenfahrrades (z. B. Rahmen, Lenker/Vorbau, Gabel) sowie die Bremsprüfungen. Der Verbraucher wird, entsprechend den Anforderungen der DIN 79010, über die zugelassene Zuladung und das Gesamtgewicht eindeutig und unmissverständlich informiert.

Die DIN 79010 legt zudem Anforderungen an den Kindertransport in Lastenfahrrädern fest. Sofern ein Lastenfahrrad für den Kindertransport vorgesehen ist, muss sichergestellt sein, dass diese sicher in einem Sitz mit integrierten Gurten untergebracht sind. 

Der DIN-Verbraucherrat empfiehlt die DIN 79010, da sie einen großen Beitrag zur Sicherheit von Lastenfahrrädern leisten kann.

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Tim Salatzki

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