DIN Verbraucherrat

2020-09-30

Neu am Start: Internationales Normungsprojekt zum Vokabular von Umweltaspekten von Textilien

Umweltaspekte von Textilien
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Für Textilien gibt es international ein neues Normungsprojekt, das das Vokabular von Umweltaspekten regeln soll: ISO/NP 5157 „Textiles – Environmental aspects Vocabulary“. Schweden  hat das Projekt vorgeschlagen und damit begründet, dass die globale Textilindustrie vor der Herausforderung steht, sich an zirkuläre Geschäftsmodelle anzupassen, um die Verfügbarkeit von Ressourcen und nachhaltige Praktiken entlang des gesamten textilen Lebenszyklus zu gewährleisten. Eine vereinheitlichte Terminologie kann dazu dienen, das Risiko des „Greenwashing“ zu verringern, mehr Transparenz zu schaffen, das Vertrauen bei Verbrauchern zu stärken und den Informationstransfer zwischen den Beteiligten der textilen Kette zu verbessern.

Auch in Europa werden Umweltaspekte von Textilien derzeit in den Blick genommen, allerdings von politischer Seite. Hintergrund ist der Verbrauch an Ressourcen: In Bezug auf Primärressourcen- und Wasserverbrauch stehen Textilien nach Ernährung, Wohnen und Transport an vierter Stelle, bezogen auf Treibhausgasemissionen an fünfter Stelle. Der Circular Economy Action Plan der Europäischen Kommission sieht Textilien als einen Schlüsselproduktbereich, bei dem die Wertschöpfungskette vor Herausforderungen steht, sich im Hinblick auf mehr Nachhaltigkeit zu verändern. Man sieht hier die Notwendigkeit von dringenden, umfassenden und koordinierten Aktionen im Rahmen des EU-Aktionsplans.

Für Verbraucher sind Textilien auch unter finanziellen Aspekten bedeutend: Im Jahr 2019 gaben die deutschen Privathaushalte nach vorläufigen Angaben rund 64,4 Milliarden Euro für Bekleidung aus. Bekleidung ist somit hierzulande das umsatzstärkste Konsumgütersegment im Non-Food-Bereich und verzeichnete in den letzten zehn Jahren einen deutlichen Anstieg bei den Konsumausgaben.

Das neue Normungsprojekt ist beim Technischen Komitee ISO/TC 38 „Textiles“ in der Arbeitsgruppe ISO/TC 38/WG 35 „Environmental aspects“ angesiedelt. Deutschland hat dem Antrag zugestimmt und bereits zahlreiche Kommentare formuliert. Beispielsweise sollen auch bestehende Labels im Normungsvorhaben berücksichtigt werden.

Der DIN-Verbraucherrat wird im November entscheiden, inwieweit er sich an der Normungsarbeit beteiligt.

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