DIN Verbraucherrat

2022-03-31

Internationale Normungsarbeit zur Transaktionssicherheit im E-Commerce

Den Onlinehandel für Verbraucher*innen sicher zu gestalten wird immer wichtiger.

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Der Onlinehandel erfährt pandemiebedingt einen zusätzlichen Boom. Doch auch vor Corona war der Einkauf im Internet für viele Verbraucher*innen bereits so alltäglich wie der Einkauf im stationären Handel.

Laut Bitkom-Studienbericht „E-Commerce und stationärer Handel - So digital shoppen die Deutschen“ vom Juli 2020 kaufen 94 % aller derer, die das Internet nutzen, auch online ein. Dabei werden neben Kleidung und elektronischen Geräten auch Möbel oder Medikamente im Netz bestellt. Nicht nur Waren werden im Internet gekauft; auch Dienstleistungen werden gebucht (z. B. Eintrittskarten, Kurierfahrten oder Friseurtermine). Die Verbraucher*innen bewerten vor allem die große Auswahl und niedrigeren Preise, aber auch den Komfort, zeit- und ortsunabhängig agieren zu können, positiv.

Mit dem Drift hin zum Onlinehandel gehen verschiedenste, auch verbraucherkritische Probleme einher. Beispielsweise erfuhren laut einer Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) Ende 2020 bereits 41 % der Befragten schon einmal Unzulänglichkeiten bei Bestellungen außerhalb der EU und 23% bei Bestellungen innerhalb Deutschlands oder der EU. Hieraus leitet sich die Notwendigkeit ab, die Sicherheit von Transaktionen im Online-Handel auch durch zusätzliche Anstrengungen innerhalb der Normung zu erhöhen.

Daher bringt sich der DIN-Verbraucherrat in der diesbezüglichen internationalen Normungsarbeit mit ein, wie 2018 in einem Beitrag bereits kommuniziert wurde. Standardisierungen rund um den Bereich der Transaktionssicherheit im elektronischen Handel erfolgen durch das ISO/TC 321. Dies beinhaltet:

  • den Schutz von Online-Verbraucherrechten;
  • die Sicherstellung der Lieferung an den Endverbraucher;
  • die Interoperabilität und Zulässigkeit von Prüfergebnisdaten zur Warenqualität;
  • und die Sicherung von Transaktionsprozessen.

17 aktive Mitglieder arbeiten aktuell an 3 ISO-Normen. Diese werden im Folgenden kurz vorgestellt:

Die ISO/CD 32110 „Transaction assurance in E-commerce - Vocabulary“ fasst Begriffe und Definitionen aus dem Bereich der Transaktionssicherheit im E-Commerce zusammen. Die Norm soll dazu beitragen, eine einheitliche Terminologie für den elektronischen Handel zu schaffen. Das allgemeine Verständnis für Gegenstände des E-Commerce werden hierdurch – auch für den Verbraucher – gefördert.

In der Norm ISO/CD 32111.2 „Transaction assurance in E-commerce — Principles and Framework“ werden Richtlinien für relevante Parteien des Online-Handels vorgeschlagen. Grundprinzipien wie Transparenz, Barrierefreiheit, Sicherheit und Privatsphäre sollen hierbei maßgeblich sein. Es werden die einzelnen Schritte der Transaktionsprozesse sowie die verschiedenen Sicherungselemente entlang des Prozesses konstruiert. Dies soll alle Parteien dabei unterstützen, die Aktivitäten zur Transaktionssicherung im E-Commerce besser zu verstehen. 

ISO/AWI 32120 „Guidelines on sharing of product quality assurance related traceability information in E-commerce supply chains“ enthält Richtlinien für den Austausch von Rückverfolgbarkeits-Informationen zur Produkt-Qualitätssicherung in E-Commerce-Lieferketten. Die hier genannte ISO enthält allgemeine Grundsätze zu:

  • Rollen und Verantwortlichkeiten für die beteiligten Parteien;
  • kritischen Nachverfolgungen sowie wichtigen Datenelementen;
  • Implementierung der gemeinsamen Nutzung und Empfehlungen für Datenqualität und -sicherheit.

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