DIN Verbraucherrat

2021-12-22

Einbruchschutz in Bestandsimmobilien durch Nachrüstprodukte erhöhen

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit häufen sich wieder die Einbruchversuche in Häuser und Wohnungen, wobei ein Einbruch im Regelfall nur wenige Minuten dauert.

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Statistische Erhebungen der Polizei haben ergeben, dass bei zu hohem Widerstand von Türen oder Fenstern der Einbruchsversuch abgebrochen wird. Dies ist nach ungefähr 5 min. der Fall. Daher ist es wichtig, die Widerstandskraft von Fenstern und Türen gegen mechanische Einwirkungen zu erhöhen. Bei der Planung und Errichtung von Immobilien ist es sinnvoll, den Einbruchschutz von Beginn an zu berücksichtigen.

Vor allem bei älteren Bestandsimmobilien genügt der Einbruchschutz meist nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Abhilfe können hier Nachrüstprodukte schaffen.

Im Dezember 2021 wurde diesbezüglich DIN 18104-2 „Einbruchhemmende Nachrüstprodukte - Teil 2: Im Falz eingelassene Nachrüstprodukte für Fenster und Türen - Anforderungen und Prüfverfahren“ veröffentlicht. Der zugehörige Teil 1 regelt Nachrüstprodukte, die nachträglich an Tür- und Fensterelementen montiert werden können und ist in der Fassung von 2017 gültig.

DIN 18104-2 wurde unter Mitwirkung des ehrenamtlichen Verbraucherratsvertreters, Herrn Peter Mayer vom Prüfzentrum für Bauelemente (PfB) Rosenheim, erarbeitet. Im Rahmen der Neuausgabe wurden die Abschnitte „Zertifizierung“ und „Kennzeichnung“ gegenüber der vorherigen Ausgabe gestrichen. Aus Verbrauchersicht wäre es aber wünschenswert gewesen, einen Hinweis darauf aufzunehmen, dass diese Produkte nicht in Türen von Fluchtwegen oder Brandschutztüren eingebaut werden sollten, um deren Funktionsfähigkeit nicht einzuschränken. Die fachgerechte Montage ist ein entscheidendes Kriterium für die Wirksamkeit des eingesetzten Elements. Bei den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen kann neben den Herstellverzeichnissen von einbruchhemmenden Produkten auch eine Liste von Montageanbietern eingesehen werden.

Einbruchhemmende Nachrüstprodukte können es - gezielt eingesetzt - bestimmten Gelegenheitstätern erschweren, Zutritt zu erlangen. Nichtsdestotrotz sind bei Einsatz von Nachrüstprodukten mögliche Beeinflussungen der grundlegenden Leistungseigenschaften der Türen und Fenster im Vorfeld abzuklären. Das ganze Element, die Tür oder das Fenster, sollte die geforderten Leistungen, auch nach Anbringung von zusätzlichen Produkten, gewährleisten.

Auch für nachträgliche Maßnahmen können Mieter*innen und Eigentümer*innen finanzielle Fördermittel durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten.

Der Verbraucherschutzverband Wohnen im Eigentum (W.i.E.) weist darauf hin, dass bei Wohnungseigentum bauliche Änderungen im Hinblick u. A. auf Einbruchschutzmaßnahmen durch die Reform des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) einfacher durchzusetzen sind.

Die Norm kann über den Beuth-Verlag bezogen werden.

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