DIN Verbraucherrat

2020-03-31

DIN 68800-3 „Holzschutz - Teil 3: Vorbeugender Schutz von Holz mit Holzschutzmitteln“ veröffentlicht

Immer mehr Bauherren entscheiden sich aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen für den Baustoff Holz, sowohl bei tragenden Teilen der Konstruktion als auch bei Fassadenbekleidungen und beim Innenausbau.

Behandlung von Holz mit Holzschutzmittel
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Aus eben diesen Gründen soll der Einsatz von chemischen Holzschutzmitteln vermieden werden. Deswegen hat aus Sicht des Verbraucherrates baulicher Holzschutz durch konstruktive Maßnahmen (wie dauerhaft wirksamer Wetterschutz bei Außenwandbekleidungen z. B. durch Hinterlüftung) immer Vorrang vor chemischem Holzschutz. Wenn dieser in Ausnahmefällen jedoch unvermeidbar ist, sollte er auch dauerhaft seine Funktion erfüllen. 

Durch die Änderungen gegenüber der Vorgängernorm aus dem Jahr 2012 wurden neue Vorgaben des Chemikaliengesetzes und der Biozid-Produkte-Verordnung zur Zulassung und Kennzeichnung von Holzschutzmitteln berücksichtigt sowie Festlegungen für mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz in Gebrauchsklasse 4 (Holz oder Holzprodukt mit direktem Kontakt zur Erde oder Süßwasser) für nicht tragende Bauteile angepasst. 

Der Vertreter des DIN-Verbraucherrates, Herr Dr. Johann Müller vertritt jedoch die Auffassung, dass die Norm nur mit einer deutlichen Erhöhung der Anforderungen an den chemischen Holzschutz einen Nutzen für Verbraucher und Holzbaupraxis haben könne.  

Dazu reicht es beispielsweise nicht aus, dem innenliegenden Kernholz eine erhöhte Dauerhaftigkeit zuzuschreiben, wenn das angrenzende äußere Splintholz hinreichend chemisch geschützt wurde, denn die natürliche Dauerhaftigkeit des Kernholz erhöht sich dadurch nicht. Weitere Schwachstellen der chemischen Behandlung sind nachträglich auftretende Trocknungsrisse, da diese nicht vom Holzschutzmittel erreicht wurden. Die Trocknungsrisse werden jedoch nicht in die geforderten Wirksamkeitsnachweise einbezogen. 

Aus Verbrauchersicht gehen daher die vorgenommen Änderungen nicht weit genug. 

Die o. g. Norm wird mit Ausgabedatum März 2020 veröffentlicht und kann über den Beuth-Verlag bezogen werden.

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