DIN Verbraucherrat

2026-03-30

Der Digitale Produktpass aus Verbrauchersicht

Neues ANEC Positionspapier zur Zukunft des Digitalen Produktpasses

Hand scannt einen QR-Code auf dem Etikett einer blauen Jacke.
© Canva Dream Lab

Der Digitale Produktpass (DPP) gilt als zentrales Instrument für mehr Transparenz, Sicherheit und Nachhaltigkeit im europäischen Binnenmarkt. In einem aktuellen Positionspapier hat die europäische Verbrauchervertretung in der Normung, ANEC, zentrale Anforderungen aus Verbrauchersicht formuliert. Bei der Erstellung des Positionspapiers waren sowohl der DIN-Verbraucherrat als auch der Verbraucherzentrale Bundesverband aktiv beteiligt.

Digitaler Produktpass: Verbraucher:innen im Mittelpunkt

Aus Verbrauchersicht entscheidet sich der Erfolg des Digitalen Produktpasses nicht allein an der Menge verfügbarer Daten, sondern daran, ob diese einfach zugänglich, verständlich und im Alltag nutzbar sind. Der DPP muss daher als intuitiver und vertrauenswürdiger öffentlicher Dienst funktionieren, der Verbraucher:innen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg unterstützt.

Ziel ist es, dass alle Verbraucher:innen – unabhängig von Alter, Fähigkeiten oder digitalen Kenntnissen – Produktinformationen leicht finden, vergleichen und für Kauf- und Nutzungsentscheidungen verwenden können.

Einheitliches Design und einfache Nutzung

Ein zentrales Anliegen ist ein harmonisiertes, nutzerfreundliches Design für alle DPP-Anwendungen. Verbraucher:innen sollen nicht mit unterschiedlichen Systemen je nach Produkt oder Hersteller konfrontiert werden.

Zentrales EU-Webportal als Zugangspunkt

Das geplante Webportal nach Artikel 14 der Ökodesign-Verordnung soll als zentrale Anlaufstelle für Verbraucher:innen dienen. Es muss daher kostenfrei und ohne Hürden zugänglich sein, mehrsprachig und barrierefrei gestaltet werden sowie Informationen klar, strukturiert und vergleichbar darstellen.

Verlässliche Informationen über den gesamten Lebenszyklus

Der DPP soll Verbraucher:innen nicht nur beim Kauf unterstützen, sondern auch während der Nutzung. Dafür sind aktuelle und vertrauenswürdige Informationen über den gesamten Produktlebenszyklus notwendig. Wichtig ist, dass diese Informationen kontinuierlich aktualisiert und transparent dargestellt werden.

Praktischer Nutzen im Alltag

Der DPP soll konkrete Unterstützung bieten, etwa durch:

  • Vergleichsmöglichkeiten zwischen Produkten
  • Such- und Filterfunktionen
  • eine persönliche „DPP-Wallet“ zur Übersicht eigener Produkte

Der Digitale Produktpass hat großes Potenzial – entscheidend ist jedoch seine Umsetzung. Nur wenn er einfach nutzbar, vertrauenswürdig und konsequent verbraucherorientiert gestaltet wird, kann er im Alltag echten Mehrwert schaffen.

Der DIN-Verbraucherrat engagiert sich derzeit national und europäisch in den DPP-Normungsgremien und wird bald auch in der internationalen Normung aktiv sein.

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Dr. Alexander Goschew

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