NA 052

DIN-Normenausschuss Auto und Mobilität (NAAutomobil)

Über NAAutomobil

Der DIN-Normenausschuss „Auto und Mobilität“ (NAAutomobil) ist ein vom Verband der Automobilindustrie (VDA) getragener externer Normenausschuss im DIN.

Ein modernes Elektroauto fährt auf einer Landstraße durch ein Tal, im Hintergrund Berge.
© KI

Der vom VDA getragene DIN-Normenausschuss „Auto und Mobilität“ (NAAutomobil) vertritt die Normungsinteressen zur automobilen und vernetzten Mobilität auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene. Das Aufgabengebiet des NAAutomobil umfasst die Erstellung von Normen zu Anforderungen, Interoperabilität, Schnittstellen, Qualität und Sicherheit im Automobilbereich und den damit verbundenen Mobilitätsdienstleistungen.

Zum Aufgabenbereich des NAAutomobil gehören Managementnormen sowie Normen für die Kommunikation und Vernetzung von Kraftfahrzeugen untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur. Diese Normen tragen zu einer sicheren, nachhaltigen und effizienten Nutzung öffentlicher Verkehrswege bei.

Darüber hinaus befasst sich der NAAutomobil mit fahrzeugseitigen Anforderungen an die Vernetzung mit anderen Verkehrsträgern und der Infrastruktur. Schwerpunkte sind dabei unter anderem Verkehrssicherheit, Nachhaltigkeit, Datenmanagement, Datenaustausch und Kreislaufwirtschaft.

Ein weiterer Arbeitsbereich umfasst die Normung straßengebundener Fahrzeuge, ihrer Aufbauten und Ausrüstungen sowie von Frachtcontainern (ISO-Containern).

Nutzen von Normen und Standards

Normen und Standards bilden die Grundlage für Qualität, Sicherheit und Effizienz in der Automobilindustrie. Sie schaffen ein gemeinsames Verständnis von Anforderungen und Schnittstellen und ermöglichen so die reibungslose Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Durch einheitliche Vorgaben lassen sich Entwicklungs- und Produktionsaufwände reduzieren, Doppelentwicklungen vermeiden und der internationale Handel mit Fahrzeugen und Komponenten vereinfachen.

Gleichzeitig tragen Normen dazu bei, ein hohes und vergleichbares Sicherheitsniveau sicherzustellen, beispielsweise durch Anforderungen an die Fahrzeugsicherheit und Cybersecurity. Darüber hinaus fördern Normen die Interoperabilität neuer Technologien und unterstützen Innovationen in Bereichen wie Elektromobilität, automatisiertes Fahren und digitale Vernetzung. Sie schaffen Vertrauen bei Kunden, erleichtern den Marktzugang und stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Automobilbranche.

Warum im NAAutomobil mitarbeiten?

  • Frühzeitige Einblicke in zukünftige Normen und Standards
  • Aktive Mitgestaltung nationaler, europäischer und internationaler Normungsprojekte
  • Direkter Austausch mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen
  • Einbringung eigener Anforderungen und Praxiserfahrungen
  • Vertretung deutscher Interessen in internationalen Normungsgremien

Werden Sie Normungsexpert*in!

Der NAAutomobil lebt von der fachlichen Expertise seiner Mitglieder. Fachleute aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Behörden, Prüf- und Zertifizierungsstellen sowie Anwenderkreisen bringen ihr Wissen in die Gremienarbeit ein und gestalten gemeinsam die Rahmenbedingungen für die Mobilität von morgen.

Wie setzt sich der NAAutomobil zusammen?

Ihr Kontakt

DIN-Normenausschuss Auto und Mobilität (NAAutomobil)
Dipl.-Ing.
Egbert Fritzsche

Behrenstr. 35
10117 Berlin

Zum Kontaktformular  

Aktuelle Arbeitsschwerpunkte des NAAutomobil

Im Bereich der Elektromobilität treiben wir mit Nachdruck die internationale Standardisierung des bidirektionalen Ladens voran. Dabei werden die Use-Cases V2L, V2H und V2G betrachtet. Ziel ist Interoperabilität im Gesamtsystem zum bidirektionalen Laden zu schaffen. Bei den Antriebsbatterien für E-Fahrzeuge stehen vor allem Arbeiten zum digitalen Batteriepass im Vordergrund. Aber auch allgemeine Sicherheitsanforderungen werden stets überarbeitet und an den aktuellen Stand der Technik angepasst. Nicht zuletzt beschäftigen wir uns mit zukunftsorientierten Projekten, wie einer standardisierten Hochvolt-Schnittstelle zur Übertragung von Energie aus der Hochvolt-Batterie eines Trucks in den gezogenen Trailer, um damit zum Beispiel Kühlaggregate betreiben zu können.

Die Normung zu Daten und Kommunikation in der Elektromobilität liegt hauptsächlich bei ISO/TC 22/SC 31. Aktuell stehen die Weiterentwicklung von ISO 15118 (Plug & Charge und bidirektionales Laden), Konformitätsprüfungen sowie Ethernet-basierte Schnittstellen im Fokus. ISO/TC 204 deckt ergänzend V2X- und ITS-Kommunikation ab, während das CEN/TC 301 die Umsetzung des Mandats M/581zur AFIR koordinieren.

Die Normung zum automatisierten Fahren ist vor allem Gegenstand der Arbeiten im ISO/TC 22/SC 33 und ISO/TC 22/SC 32. Aktuelle Schwerpunkte liegen bei der Weiterentwicklung von ISO 26262 (Funktionale Sicherheit), ISO 21448 (SOTIF – Safety of the Intended Functionality) mit stärkerer AI-Anpassung sowie ISO/TS 5083 (Sicherheit und Cybersecurity für ADS – Design, Verifikation und Validierung). In der Normenreihe ISO 3450X werden Standards zu Prüfszenarien für Automatisierte Fahrsysteme entwickelt. ISO/TC 204 (Intelligent transport systems) ergänzt mit Standards für aktive Sicherheitssysteme und kooperatives automatisiertes Fahren (z. B. ISO/TS 22/SC32/WG14), während in Deutschland nationale Gremien die Integration von KI-Sicherheitsanforderungen (z. B. EU AI Act) und Zulassungsprozesse koordinieren.