Presse

2026-08-07

Sechs neue Normen bringen den Digitalen Produktpass in die Umsetzung

Frau scannt mit Smartphone ein Produkt in einem Geschäft
© iStock: Drazen Zigic

Mit der Veröffentlichung der ersten sechs europäischen Normen für den Digitalen Produktpass (DPP) ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Sie schaffen einen gemeinsamen technischen Rahmen für zentrale Bausteine des DPP – von eindeutigen Kennungen und Datenträgern über den Datenaustausch bis hin zur Interoperabilität unterschiedlicher Systeme. 

Die neuen Normen sind ab sofort bei DIN Media verfügbar und decken zentrale Funktionen des Digitalen Produktpasses ab: 

DIN EN 18219 Digitaler Produktpass – Eindeutige Kennungen  

DIN EN 18220 Digitaler Produktpass – Datenträger  

DIN EN 18223 Digitaler Produktpass – System-Interoperabilität  

DIN EN 18216 Digitaler Produktpass – Protokolle zum Datenaustausch  

DIN EN 18221 Digitaler Produktpass – Datenspeicherung, Archivierung und Datenpersistenz  

DIN EN 18222 Digitaler Produktpass – Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) für das Lebenszyklusmanagement und die Durchsuchbarkeit vom Produktpass  

Erarbeitet wurden die Normen im CEN-CENELEC JTC 24 – zwei weitere DPP-Normen folgen in Kürze. Damit entsteht auf europäischer Ebene der technische Rahmen, der eine einheitliche und interoperable Umsetzung des Digitalen Produktpasses ermöglicht. 

Aus Produktdaten wird eine nutzbare digitale Infrastruktur 

Der Digitale Produktpass soll Produktinformationen künftig digital, verlässlich und über Systemgrenzen hinweg nutzbar machen. Für Unternehmen bedeutet das: Daten können entlang der Liefer- und Wertschöpfungskette einfacher ausgetauscht und für unterschiedliche Anwendungen weiterverwendet werden. 

Gerade für international tätige Unternehmen ist das entscheidend. Gemeinsame Standards sollen dafür sorgen, dass DPP-Lösungen miteinander kompatibel und bestehende Systeme anschlussfähig sind. So müssen Produktinformationen nicht für unterschiedliche Märkte immer wieder neu aufbereitet werden. Gleichzeitig wird es einfacher, Informationen aus globalen Lieferketten zu nutzen und eigene Produktdaten international bereitzustellen. 

Von Europa in die Welt 

Mit dem CEN-CENELEC JTC 24 hat Europa wichtige technische Grundlagen für das DPP-System geschaffen. Damit der Digitale Produktpass auch über den europäischen Binnenmarkt hinaus funktioniert, braucht es nun international abgestimmte Standards. Dafür haben DIN und DKE das ISO/IEC JTC 5 initiiert. Es baut auf den Arbeiten des CEN-CENELEC JTC 24 auf und koordiniert die internationale Normung rund um das gesamte DPP-System und -Ökosystem.  

Jetzt die Weichen für den DPP mitstellen 

Mit den ersten europäischen Normen werden die technischen Grundlagen des Digitalen Produktpasses konkret. Gleichzeitig beginnt die internationale Ausgestaltung. Unternehmen und Fachleute können jetzt ihr Praxiswissen in die Normung einbringen – und damit mitgestalten, wie der Digitale Produktpass künftig weltweit funktioniert.

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