DIN Verbraucherrat

2021-12-22

Vergleichbarkeit und Qualität von Wearables

Die Entwürfe der DIN EN IEC 63203-402-2 und DIN EN IEC 63203-402-3 enthalten neue Prüfverfahren für Schrittzähler und Herzfrequenzmessung.

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Viele von uns starten auch 2022 wieder mit guten Vorsätzen ins neue Jahr. Ein häufiger Vorsatz ist es, sich mehr zu bewegen; mehr Sport zu treiben. Bei der Überprüfung der eigenen Leistung kommen immer mehr Fitnesstracker zum Einsatz. Kein Wunder also, dass diese bei einigen unterm Weihnachtsbaum liegen. Fitnesstracker sind ein Anwendungsfeld für sogenannte Wearables.

Als Wearables bezeichnet man direkt am Körper getragene kleine Computersysteme. Zu deren wichtigsten Aufgaben zählt die Messung körpereigener Funktionen: Beispielsweise die Herzfrequenz, der Blutdruck, aber auch die Anzahl zurückgelegter Schritte oder der Schlaf. Fitnessarmbänder und Smartwatches sind am bekanntesten. Darüber hinaus spielen smarte Kleidung oder Kopfhörer eine zunehmende Rolle. Die Schrittzählfunktion ist die mit am häufigsten genutzte Funktion von Wearables. Dabei ist die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der gemessenen Daten ein wichtiger Faktor für Verbraucher*innen. Um diese sicherzustellen, werden geeignete Prüfverfahren benötigt.

Im August 2021 wurde der Norm-Entwurf DIN EN IEC 63203-402-2 „Tragbare elektronische Geräte und Technologien - Teil 402-2: Leistungsmessung von Fitness-Wearables - Schrittzählung (IEC 124/127/CD:2020)“ veröffentlicht. Dieser Teil der IEC 63203 behandelt Prüfmethoden, um die Leistung und Zuverlässigkeit von Schrittzählungen von Wearables zu bewerten. Ein wichtiger Aspekt bei der Verwendung dieser Norm besteht darin, dass die Ergebnisse der automatischen Schrittzählfunktion des Wearable mit der tatsächlich erfolgten Schrittanzahl abgeglichen werden.   Die Norm legt darüber hinaus die genauen Testbedingungen und die Testumgebung fest. Das Prüfverfahren betrachtet zudem drei Geschwindigkeitsvorgaben. Man unterscheidet zwischen den Bewegungsarten Spazieren, Joggen und Rennen.

Aktuell wird an einem weiteren Teil des IEC 63203, dem 402-3, gearbeitet. Dieser Norm-Entwurf beschäftigt sich im Speziellen mit der Genauigkeit der Herzfrequenzmessung im Kontext Leistungsmessung von Wearables. Hier werden die drei vorher genannten Geschwindigkeitsarten und zusätzlich keine physische Aktivität betrachtet.

Mit der Anwendung derartiger Normen erhöht sich die Vergleichbarkeit und Qualität von Wearables, was zukünftig Verbrauchern zugutekommen dürfte.

Der Norm-Entwurf kann über den BEUTH-Verlag  bezogen werden.

Weitere Informationen zum Thema Wearables finden Sie auch auf der Webseite des Bundesamts für Sicherheit  in der Informationstechnik (BSI).

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