DIN Verbraucherrat

2017-03-31

Sicherheit von Plug-in Solarsystemen

In letzter Zeit wurde kontrovers über Photovoltaikelemente, die vom Endverbraucher selbst (z. B. am Balkon) installiert und an eine beliebige vorhandene Steckdose angeschlossen werden können, berichtet.

Plug-in Solarsysteme an einem Balkon
© Fotolia/Sandra Zuerlein

Diese dezentrale Art der Energieerzeugung wurde von den Herstellern entsprechender Anlagen als Beitrag zur Energiewende gepriesen, da sie Mietern und Eigentümern von Wohnungen ermöglicht, die so generierte elektrische Energie direkt in das häusliche Stromnetz einzuspeisen und den Lieferbedarf an Strom aus dem öffentlichen Versorgungsnetz zu verringern. Nach wie vor gibt es zu den Sicherheits-aspekten dieser Technik zwei gegensätzliche Positionen.

Zum einen wird die Gefahr von Überspannung im Hausnetz (und damit die Gefahr von Kabelbränden) gesehen, sollte der Solarstrom direkt über normale Schutzkontaktsteckdosen in das häusliche Netz eingespeist werden. Der Solarstrom soll daher über einen getrennten, besonders geformten Stecker in eine nur dafür passende Steckdose eingespeist werden, die direkt mit den Schutzeinrichtungen im Zählerschrank verbunden wird. Damit würden die elektrischen Sicherheitseinrichtungen (u. A. Fehlerstrom Schutzschalter) wieder wirken.

Nach anderer Auffassung reichen die Sicherheitsreserven bestehender häuslicher Netze aus, wenn z. B. zusätzlich eine Sicherung mit geringerem Bemessungsstrom eingebaut wird, die Kabelbränden vorbeugt. Der generierte Strom wird über den bekannten Schuko-Stecker in eine vorhandene häusliche Steckdose eingespeist. Diese würde aber bedeuten, dass der Betreiber einer Anlage mehrere Photovoltaikmodule hintereinander über eine Mehrfachsteckdose anschließen könnte, was das Sicherheitskonzept umgehen würde. Dieser Fall könnte zu Überlast und Kabelbränden führen, was es zu verhindern gilt.

In den Gremien der DKE werden zurzeit die Rahmenbedingungen der elektrotechnischen Installations-voraussetzungen erarbeitet und die Stromeinspeisung in das häusliche Netz jetzt zugelassen. Voraussetzung ist aber sowohl ein gesonderter Stecker, als auch die fachgerechte Montage einer eigenen Zuleitung zum Zählerplatz in der Wohnung für die Einspeisung. Auch der besonders geformte Stecker wird zusammen mit der Steckdose gerade in den Gremien der DKE genormt. Die Einbaukosten würden vermutlich die Anschaffung des Solarmoduls nicht rentabel machen. Zudem sind noch versicherungstechnische Fragen und rechtliche Fragen im Verhältnis Mieter/ Eigentümer/ Eigentümergemeinschaft zu klären.

Grundsätzlich ist die dezentrale Erzeugung regenerativer Energie zu begrüßen, umso mehr sie sich für den einzelnen Verbraucher rentabel generieren lässt. Voraussetzung ist allerdings der sichere Umgang mit den hierfür notwendigen Anlagen, der gegenwärtig nur durch den Anschluss der Photovoltaikanlage über einen besonderen Steckkontakt gewährleistet zu sein scheint, der über einen extra Stromkreis mit dem Zählerplatz verbunden ist. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Technik am Markt durchsetzt oder aus Kostengründen keine weite Verbreitung findet.

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