DIN Verbraucherrat

2019-06-28

Grüne Finanzanlagen – Beteiligung des DIN-Verbraucherrates an neu gegründetem Normungsgremium

Im DIN-Normenausschuss Grundlagen des Umweltschutzes wurde im Mai 2019 ein neuer Arbeitsausschuss „Nachhaltige und Grüne Finanzierung und Investitionen“ gegründet.

Grüne Finanzanlagen
© iStock-marchmeena29

Dieser Arbeitsausschuss wird die Arbeiten mehrerer internationaler Komitees spiegeln:

Dazu gehört das ISO/TC 207 „Environmental Management in den Bereichen „Green Finance“, „Green bonds“ und „Investments, financing und climate change“.
Des Weiteren wurde im Jahr 2018 auf Antrag des britischen Normungsinstitutes (BSI) das internationale Technische Komitee ISO/TC 322 „Sustainable finance“ gegründet.

Auf europäischer Ebene wurde im selben Jahr eine Technische Expertengruppe für nachhaltiges Finanzwesen von der Europäischen Kommission eingesetzt, die bei der Umsetzung des „Aktionsplans für ein nachhaltiges Finanzwesen“ unterstützen soll, zum Beispiel durch die Erarbeitung eines einheitlichen Klassifizierungssystems für nachhaltige ökonomische Aktivitäten oder auch durch die Erarbeitung einer Europäischen Norm zu „Green Bonds“.

Das Arbeitsprogramm des neu gegründeten Arbeitsausschusses ist vorrangig durch die Spiegelung der internationalen Gremien vorgegeben und beinhaltet unter anderem die Mitarbeit an internationalen Normen und Spezifikationen zu den folgenden Themen:

- Management-Leitfaden zum Thema Nachhaltige Finanzen
- Beurteilungskriterien zu grünen Finanzprodukten
- Beurteilungskriterien zu Umweltleistungen von Vermögenswerten
- Beurteilungskriterien zu Investitionen und Finanzaktivitäten bezogen auf den Klimawandel

Im nationalen Arbeitsausschuss sind Mitarbeiter aus verschiedensten Bereichen des Umweltschutzes und der Finanzwelt vertreten. Auf Grund der Zuordnung zum Bereich Umweltschutz ist ein leichter Überhang zu diesem Bereich zu erkennen und weitere Finanzexpertise wäre nützlich. Der Arbeitsausschuss wird sehr eng mit DIN-Normungsgremien im Bereich der Finanzdienstleistungen zusammen arbeiten, um Doppelung von Normungsarbeit zu vermeiden und die Themen kompetent mit Fachwissen begleiten zu können.

Der Markt für grüne Finanzanlagen wächst und hat großes Potential, da Verbraucher zunehmend daran interessiert sind, in Projekte zu investieren, die sich mit ihren eigenen Zielen der sozialen Verantwortung und des Umweltschutzes decken. Dem Markt für grüne Finanzanlagen fehlen aber klare Beschreibungs- und Entscheidungskriterien und dadurch ist der Markt zur Zeit intransparent.

Zwei vorrangige Verbraucherziele sind im Themenbereich zu verfolgen: einmal die Beschreibung von Mindestanforderungen an grüne Finanzprodukte (wie die oben genannten Green Bonds) und zweitens die Schaffung von Transparenz für den Verbraucher.

Der DIN-Verbraucherrat wird sich an den Arbeiten des Gremiums beteiligen und die genannten Verbraucheranforderungen in die Gremienarbeit einbringen. Für die Mitarbeit im Gremium wird ein ehrenamtlicher Experte zur Verbrauchervertretung gesucht. Siehe dazu auch Experten gesucht.

Ihr Ansprechpartner

DIN e. V.

Kristina Unverricht

Saatwinkler Damm 42/43
13627 Berlin

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