DIN Verbraucherrat

2019-06-28

Besserer Schutz für „kleine“ Verbraucher durch neue Kinderwagennorm

Bei der Erstausstattung fürs Baby müssen werdende Eltern an vieles denken, unter anderem an den Kinderwagen. Möglichst schick soll er aussehen und gute Funktionen haben.

Vater mit Kind im Kinderwagen
© AdobeStock_connel_design

Nur sollten Eltern auf keinen Fall die Sicherheit des Wagens aus den Augen verlieren. Normungstechnisch werden Kinderwagen in der DIN EN 1888-1 „Transportmittel auf Rädern für Kinder - Kinderwagen und Kindersportwagen“ und DIN EN 1888-2 „Transportmittel auf Rädern für Kinder – Kindersportwagen für Kinder über 15 kg bis zu 22 kg“ behandelt. Beide Normenteile wurden im Mai neu veröffentlicht.

Wesentlichste Änderung im Vergleich zur Vorgängerversion ist, dass die Norm in mehrere Teile unterteilt wurde. Sehr erfreulich aus Verbrauchsicht ist die Tatsache, dass sowohl im Teil 1 als auch im Teil 2 das graphische Symbol, das darüber Auskunft gibt, bis zu welchem Gewicht des Kindes der Kinderwagen geeignet ist, eingefügt wurde. Das graphische Symbol entstammt dem Abschlussbericht „Design and Validation of graphical symbols conveying certain safety warning messages to be used for child-care articles“, dessen Studie die EU Kommission 2014 in Auftrag gegeben hatte. Darüber hinaus erlaubt Teil 2 der Norm ein Benutzergewicht des Kindes von bis zu 22 kg, bisher waren laut Norm maximal 15 kg zulässig. Aus diesem Grund werden im Teil 2 die mechanischen Gefährdungen wie z. B. das Rückhaltesystem, die Standsicherheit und die Bremseinrichtungen mit einem Prüfkörper der Masse von 22 kg durchgeführt. Im Teil 1 werden diese Prüfungen nach wie vor mit einem Prüfkörper der Masse von 15 kg durchgeführt.

Der DIN-Verbraucherrat hat intensiv an der Überarbeitung der DIN EN 1888-1 und DIN EN 1888-2 mitgearbeitet und zur Veröffentlichung der beiden Norm-Entwürfe Kommentare eingereicht. Dabei lag das Augenmerk aus Verbrauchersicht vor allem darauf, dass die Norm nicht nur Festlegungen bezüglich sicherheitstechnischer Anforderungen und Prüfverfahren (z. B. dient die in der Norm beschreibene Prüfung "auf unregelmäßigen Oberflächen" dazu, den allgemeinen Gebrauch des Kinderwagens sowohl auf glatten als auch unebenen Oberflächen wie z. B. Waldwege, Schotter oder Kopfsteinpflaster zu simulieren) festlegt, sondern darüber hinaus müssen auch bestimmte detaillierte Anforderungen an die Produktinformation, wie Kennzeichnung des Produkts, Verkaufsinformation und Gebrauchsanleitung eingehalten werden.


 

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