2026-02-18

Mobiles Krankenhaus: Normung für modulare Versorgungssysteme

Wirken Sie mit im neuen Gemeinschaftsausschuss

Ärztin steht in mobilem Feldkrankenhaus
© Canva Dream Lab

Ein mobiles Krankenhaus kommt dort zum Einsatz, wo Infrastruktur fehlt oder zerstört ist – in Krisen- und Kriegsgebieten, nach Naturkatastrophen oder bei humanitären Notfällen. Damit solche Systeme im Ernstfall zuverlässig funktionieren, braucht es klare Anforderungen und einheitliche Standards. Genau hier setzt der neu gegründete DIN-Gemeinschaftsausschuss an.

Wirken Sie mit im neuen Gemeinschaftsausschuss

Die DIN-Normenausschüsse Gesundheitstechnologien (NAGesuTech) und Bauwesen (NABau) haben den Gemeinschaftsausschuss NA 176-07-03 GA „Mobile Systeme für die (medizinische) Versorgung, Labor, Betreuung, Logistik und Kommunikation“ gegründet.

Ziel ist es, Anforderungen und Begriffe für modulare, mobile Versorgungseinheiten zu definieren – vom einzelnen Sanitätsmodul bis zum vollständig ausgestatteten mobilen Krankenhaus.

Dafür suchen wir Expertinnen und Experten mit Erfahrung in folgenden Bereichen:

  • Feldlazarett und mobiles Krankenhaus
  • Sanitätsmodule (Medizin, Labor, Sanitär, Unterbringung, Versorgung, Kommunikation)
  • Katastrophenschutz
  • Notfallambulanz

Wenn Sie Praxiswissen aus Entwicklung, Betrieb oder Beschaffung solcher Systeme mitbringen, können Sie die zukünftigen Standards aktiv mitgestalten.

Warum braucht ein mobiles Krankenhaus Normen?

Mobile Systeme sind technisch komplex. Sie bestehen aus einzelnen Modulen, die medizinische Versorgung, Laborleistungen, Unterbringung, Energie- und Betriebsstoffversorgung sowie Kommunikation sicherstellen. In der Praxis werden sie häufig als Feldlazarett oder mobile hospital bezeichnet.

Bislang fehlen jedoch einheitliche Konstruktions- und Prüfleitfäden für Module und Subsysteme. Das erschwert Vergleichbarkeit, Qualitätssicherung und internationale Zusammenarbeit —Normen schaffen hier Orientierung.

Die angestrebten Normungsaspekte sind:

  • Anforderungen und Prüfverfahren für einzelne Module
  • Einheitliche Begriffe
  • Mindest-Ausstattungen je nach Einsatzszenario
  • Anforderungen an Aufbauplätze und Einsatzorte
  • Regeln für den Gebrauch von Grundmodulen
  • Digitalisierungsaspekte

In der Praxis bedeutet das: Wer ein mobiles Krankenhaus plant oder betreibt, kann sich auf klar beschriebene Schnittstellen, definierte Mindestanforderungen und nachvollziehbare Prüfgrundlagen stützen.

Was ist das Ziel der Normungsaktivitäten?

Deutschland wird Normungsaktivitäten in diesem Bereich anstoßen und auf europäischer sowie internationaler Ebene einbringen. So können nationale Erfahrungen in internationale Standards einfließen.

Der Ausschuss befasst sich unter anderem mit:

  • Planung und Begrifflichkeiten für Entwicklung, Konstruktion, Digitalisierung, Testung und Produktion mobiler Sanitätsmodule in unterschiedlichen Exterieur-Varianten
  • Festlegung von Mindestausstattungen je Modulart für medizinische Einrichtungen, Labore, Sanitärsysteme, Versorgung, Unterbringung, Kommunikation sowie (Intra-)Logistik
  • Anforderungen an Energie- und Betriebsstoffversorgung

Damit entsteht eine strukturierte Grundlage für mobile Versorgungssysteme – von einzelnen Modulen bis zum vollständigen mobilen Krankenhaus.

Ihr Kontakt

DIN e. V.
Sabrina Mann

Am DIN-Platz
Burggrafenstraße 6
10787 Berlin

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