Presse

2026-04-22

DIN treibt Vergleichbarkeit von Umweltproduktdeklarationen voran

Einheitliche Regeln machen Umweltinformationen vergleichbar – und stärken Unternehmen im Wettbewerb

Frau schaut ein Maschinenbauteil an und prüft dieses
© Westend 61: Daniel Ingold

Verifizierte Umweltinformationen für Produkte entscheiden immer häufiger über Marktzugang – zum Beispiel in der Beschaffung und zunehmend durch Regulierung. Gleichzeitig fehlt häufig die gemeinsame methodische Basis: Unterschiedliche Berechnungsansätze führen dazu, dass selbst vergleichbare Produkte unterschiedlich bewertet werden. Uneinheitliche Reportingpflichten auf Produktebene schaffen dabei Doppelarbeit bei Unternehmen. 

Das zentrale Problem: Oft entscheidet nicht die bessere Umweltleistung eines Produkts, sondern die Methode, nach der sie berechnet wird.  

DIN schafft hier die Grundlage für mehr Vergleichbarkeit. Ab dem 22. April unterstützt DIN die Entwicklung einheitlicher Produktkategorieregeln (PCR). Sie legen fest, wie Umweltwirkungen berechnet, dokumentiert und dargestellt werden – und sorgen dafür, dass Umweltinformationen innerhalb einer Produktkategorie konsistent und nachvollziehbar werden. So hat beispielsweise eine Maschine einen unterschiedlichen CO2-Verbrauch – je nachdem, ob in der Berechnung Transport, Nutzungsphase oder Energieeinsatz berücksichtigt werden oder nicht.  

Vergleichbarkeit als Voraussetzung für belastbare Entscheidungen 

Einheitliche Regeln erhöhen die Aussagekraft von Umweltproduktdeklarationen (EPD). Diese legen fest, welche Daten erhoben werden, wie sie berechnet werden und in welcher Form die Ergebnisse dargestellt werden. Auf dieser Basis erstellen Unternehmen eine Ökobilanz für ihre Produkte und bereiten die Ergebnisse nach einheitlichen Vorgaben auf.  

„Vergleichbare Umweltinformationen werden zunehmend zur Voraussetzung für belastbare Beschaffung und Marktzugang. Unternehmen, die auf standardisierte Grundlagen setzen, nutzen einerseits ein effizientes und vertrauenswürdiges Instrument und verschaffen sich andererseits klare Vorteile im Wettbewerb und in der Regulierung“, sagt Daniel Schmidt, Mitglied des Vorstands von DIN. 

Steigende regulatorische Anforderungen erhöhen den Handlungsdruck 

Neue Vorgaben – insbesondere im Kontext der Ökodesign-Verordnung (ESPR) – sowie wachsende Anforderungen entlang globaler Lieferketten erhöhen den Bedarf an konsistenten Umweltinformationen. Im Bausektor sind vergleichbare Umweltinformationen bereits etabliert, betroffen sind nun auch weitere Branchen wie die Elektroindustrie, der Maschinenbau sowie die Chemie- und Textilbranche.  

Standards entstehen im Konsens – mit internationaler Anschlussfähigkeit 

Organisationen können bei DIN die PCR für Produktgruppen in einem Konsortialprozess auf Grundlage europäischer und internationaler Normen entwickeln. Auf dieser Grundlage lassen sich etwa Treibhausgasemissionen, Energieeinsatz und Ressourcenverbrauch konsistent erfassen und besser vergleichen.  

Für neue DIN PCR wird ein Konsortium gebildet und ein Entwurf erarbeitet, der anschließend in einer offenen Anhörung von relevanten Stakeholdern kommentiert werden kann. Die Ergebnisse werden im Anschluss kostenfrei veröffentlicht. 

Mitgestalten statt nachsteuern 

Unternehmen und Fachkreise können sich an der Entwicklung von PCR mit Anschluss an die europäische und internationale Normung beteiligen. Wer sich frühzeitig einbringt, prägt die methodischen Grundlagen seiner Produktkategorie mit. Wer abwartet, muss sich später an Regeln orientieren, die andere gesetzt haben oder muss aufwändig andere Regeln schaffen, die wiederum Vergleichbarkeit verhindern. 

Die EPD-Geschäftsstelle der DIN-Gruppe prüft bestehende PCR, initiiert neue Entwicklungen und begleitet den gesamten Prozess bis zur Veröffentlichung. Mehr erfahren

Ihr Kontakt

DIN e. V.
Pressesprecher
Julian Pinnig

Am DIN-Platz
Burggrafenstraße 6
10787 Berlin

Tel.: +49 30 2601-2812

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