Product Category Rules (PCR)
So entstehen Produktkategorieregeln bei DIN
Produktkategorieregeln (PCR, en: Product Category Rules) legen für definierte Produktgruppen fest, wie Umweltwirkungen berechnet, dokumentiert und dargestellt werden.
Damit bilden Product Category Rules eine zentrale methodische Grundlage für die Erstellung von Umweltproduktdeklarationen (EPD, en: Environmental Product Declaration).
Wie belastbar Umweltaussagen sind, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Regeln ab. Bei DIN erfolgt diese in einem strukturierten und transparenten Standardisierungsprozess.
Wie wird eine PCR bei DIN erarbeitet?
Der Standardisierungsprozess einer PCR erfolgt typischerweise in fünf Schritten.
Ausgangspunkt ist ein konkreter Bedarf in der Praxis: Unternehmen oder Branchenverbände können die Entwicklung einer Product Category Rule anstoßen, z. B. wenn sie EPDs für ihre Produkte erstellen möchten.
Im nächsten Schritt prüft die Geschäftsstelle des DIN EPD-Programms, ob eine bestehende PCR existiert, die für das Anliegen genutzt oder angepasst werden kann.
Gibt es für eine Produktkategorie noch keine geeignete Grundlage, beginnt die eigentliche Standardisierungsarbeit. Ein Konsortium wird gebildet, in dem Fachleute, z. B. aus Industrie, Wissenschaft oder Umweltschutz, zusammenkommen und einen PCR-Entwurf erarbeiten.
Der Entwurf kann anschließend in einer offenen Anhörung von allen relevanten Stakeholdern kommentiert werden. Die Rückmeldungen, einschließlich vorgeschlagener Überarbeitungen, werden dann ausgewertet. Zeitgleich mit der offenen Anhörung findet die Prüfung durch ein unabhängiges Gremium aus Expertinnen und Experten nach ISO 14025 statt. Für die Praxis ist das entscheidend. Denn hier zeigt sich, ob eine Regel potenziell anwendbar ist oder an entscheidenden Stellen nachgeschärft werden sollte.
Im Anschluss wird die PCR finalisiert und veröffentlicht.
Für die strukturierte Erarbeitung der methodischen Inhalte wird im DIN EPD-Programm eine Vorlage zur Erstellung einer DIN PCR als Arbeitsgrundlage genutzt. |
Details zu Product Category Rules bei DIN Media
Details zum EPD-Programm bei DIN Media
Wie funktioniert das PCR-Konsortium?
Im Zentrum des Standardisierungsprozesses steht das PCR-Konsortium. Hier treffen unterschiedliche Perspektiven aufeinander, u. a.:
- Hersteller, die praktikable Lösungen brauchen
- Wissenschaft und Forschung, die methodische Genauigkeit sicherstellen
- Stakeholder, die Anforderungen aus dem Markt einbringen
Die Konsortialleitung koordiniert die inhaltliche Zusammenarbeit und verantwortet die Qualität des Entwurfs sowie die systematische Auswertung der Rückmeldungen aus der offenen Anhörung.
Diese enge Zusammenarbeit sorgt dafür, dass PCR technisch-präzisen Anforderungen entsprechen und gleichzeitig praxistauglich sind.
Wie kann ich mich an der PCR-Standardisierung beteiligen?
Der Standardisierungsprozess bei DIN ist offen gestaltet und bietet verschiedene Möglichkeiten zur Beteiligung. Unternehmen, Verbände und Fachleute können sich aktiv einbringen:
- durch die Mitarbeit in einem PCR-Konsortium und die Mitgestaltung einer neuen PCR
- oder durch die Kommentierung von Entwürfen im Rahmen der offenen Anhörung
Vielfältige Perspektiven und der konsensorientierte Ansatz stellen sicher, dass Product Category Rules entstehen, die fachlich fundiert und breit akzeptiert sind – eine zentrale Voraussetzung für die vergleichbare Bewertung von Nachhaltigkeit.
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