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So wird digitale Souveränität wirksam
Was Unternehmen, Politik und Normung jetzt tun sollten
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Digitale Souveränität entscheidet darüber, ob Europa digitale Technologien aktiv mitgestalten kann oder lediglich innerhalb von Regeln agiert, die andere festlegen.
Eine wichtige Voraussetzung dafür sind internationale Normen und Standards. In ihnen werden technische Anforderungen festgelegt, die später in Produkten, digitalen Infrastrukturen und Märkten wirksam werden. Wer diese Prozesse mitgestaltet, kann europäische Interessen frühzeitig einbringen.
Im Strategiepapier „Digitale Souveränität sichern: Die Rolle der Normung – Europas Weg zur digitalen Zukunft“ zeigt der DIN/DKE-Strategiekreis FOCUS.digital, wie Normung dazu beitragen kann, Europas digitale Handlungsfähigkeit langfristig zu stärken. Der Strategiekreis berät den Vorstand von DIN und die Geschäftsleitung der DKE zu strategischen Fragen der digitalen Standardisierung. Mitgewirkt haben Vertreter*innen aus Industrie, Forschung, Verbänden und öffentlicher Verwaltung, darunter IBM, Siemens, Infineon, BSI, Bitkom und DFKI.
Was Unternehmen, Politik und Normung konkret tun können, um ihre digitale Souveränität zu stärken, zeigt das Strategiepapier in drei zentralen Handlungsfeldern:
1. Normungsorganisationen: Europäische Interessen früher und stärker einbringen
Internationale Standards entstehen oft lange bevor sie in Produkten, Märkten oder Regulierung sichtbar werden. Wer digitale Souveränität stärken will, muss daher früher mitgestalten – besonders bei Sicherheitsanforderungen, Transparenzmechanismen, Datenschutz und Interoperabilität.
Empfehlungen des Strategiekreises:
- europäische Expertinnen und Experten gezielt in internationale Normungsgremien entsenden,
- Souveränitätsziele stärker in Normungsstrategien verankern,
- Start-ups, Forschung und Zivilgesellschaft früher in Normungsprozesse einbinden,
- Pilotprojekte für KI, Cloud oder den Digitalen Produktpass vorantreiben,
- Open-Source-Referenzimplementierungen nutzen, um Standards anwendbar, nachvollziehbar und überprüfbar zu machen.
2. Politik und Verwaltung: Regulierung international anschlussfähig gestalten
Europäische Regulierungen wie der AI Act oder der Cyber Resilience Act geben wichtige Ziele vor. Ihre Wirkung hängt aber davon ab, ob Anforderungen technisch umsetzbar und international anschlussfähig sind.
Empfehlungen des Strategiekreises:
- Regulierung frühzeitig mit internationalen Standards verzahnen,
- europäische Fachleute in Normungsgremien besser unterstützen,
- Normung fest in Digital-, Innovations- und Förderstrategien verankern,
- Außenhandels- und Technologiedialoge stärker für Normungsthemen nutzen,
- Standardisierungsaufträge klar, ambitioniert und souveränitätsfördernd formulieren.
Wenn Regulierung und Standards besser zusammenspielen, erhalten Unternehmen mehr Orientierung bei der Umsetzung neuer Anforderungen und europäische Lösungen bleiben international anschlussfähig.
3. Industrie und Wirtschaft: Normung strategisch nutzen
Für Unternehmen ist Normung weit mehr als die Erfüllung regulatorischer Anforderungen. Wer sich an der Entwicklung von Standards beteiligt, kann technische Anforderungen und Rahmenbedingungen frühzeitig mitgestalten.
Empfehlungen des Strategiekreises:
- Normung als strategisches Instrument nutzen,
- sich aktiv in internationale Normungsgremien einbringen,
- sich für offene Schnittstellen und interoperable Systeme einsetzen,
- werteorientierte Technologieentwicklung mitgestalten und
- Abhängigkeiten von proprietären Plattformen und geschlossenen Systemen reduzieren.
Die Beteiligung an Normungsprozessen ermöglicht es Unternehmen, eigene Anforderungen einzubringen und die Entwicklung technischer Rahmenbedingungen aktiv mitzugestalten. Damit geht es nicht nur um technische Fragen, sondern auch um Investitions- und Planungssicherheit, den Zugang zu internationalen Märkten, die Skalierung neuer digitaler Lösungen und die Verringerung von Abhängigkeiten von einzelnen Technologieanbietern.
Digitale Souveränität gemeinsam stärken
Digitale Souveränität wird nicht erst bei der Entwicklung neuer Technologien entschieden. Sie entsteht auch dort, wo technische Standards definiert werden. Das Strategiepapier zeigt, wie Normung dazu beitragen kann, europäische Werte, technologische Innovationskraft und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Zeitalter zusammenzubringen.
Lesen Sie jetzt das Strategiepapier und stärken Sie Ihre digitale Handlungsfähigkeit