Presse
Global Recycling Day
Warum Recycling Standards braucht
„Don’t think waste. Think opportunity!“ – unter diesem Motto steht der Global Recycling Day in diesem Jahr. Er erinnert daran, Abfall nicht als Müll zu begreifen, sondern als wertvolle Ressource.
Damit aus Abfällen tatsächlich neue Rohstoffe werden, braucht es jedoch mehr als das Trennen von Materialien. Entscheidend für effektives Recycling ist, wie Produkte gestaltet sind, welche Materialien verwendet werden und ob Prozesse aufeinander abgestimmt sind.
Warum braucht es den Global Recycling Day?
2022 wurden weltweit nur 9,5 % des Plastiks recycelt. Ein Großteil wertvoller Materialien geht weiterhin verloren – trotz wachsendem Bewusstsein und Engagement im Alltag.
Dass so wenig recycelt wird, liegt nicht nur am Verhalten von Verbraucher*innen oder an fehlender Infrastruktur. Immer noch sind viele Prozesse nicht ausreichend aufeinander abgestimmt:
- Materialien sind unterschiedlich zusammengesetzt,
- Produkte lassen sich nur schwer zerlegen und
- Recyclingverfahren sind nicht einheitlich organisiert.
Materialien können so häufig nicht effizient wiederverwertet werden, selbst wenn sie korrekt entsorgt wurden.
Circular Economy: Mehr als Recycling
Um eine nachhaltige Zukunft zu ermöglichen, braucht es mehr als Recycling: notwendig ist der Übergang von einer linearen Wegwerfgesellschaft hin zu einer Circular Economy. Produkte und Materialien sollen so gestaltet werden, dass sie möglichst lange im Kreislauf bleiben und Abfall gar nicht erst entsteht. Damit Kreisläufe funktionieren, müssen viele Akteure zusammenspielen, über Unternehmen, Branchen und Länder hinweg.
Normen und Standards schaffen die Grundlage dafür, dass die Circular Economy in der Praxis funktioniert. Sie sorgen für:
- Gemeinsames Verständnis: Einheitliche Definitionen klären, was „recyclingfähig“ oder „zirkulär“ bedeutet.
- Vergleichbare Materialien: Standards helfen, Stoffe eindeutig zu klassifizieren und effizient zu verwerten.
- Besseres Produktdesign: Vorgaben unterstützen dabei, Produkte von Anfang an kreislauffähig zu entwickeln.
- Transparente Lieferketten: Materialien und Prozesse werden nachvollziehbar.
- Vertrauen und Orientierung: Einheitliche Kriterien geben Unternehmen und Verbraucher*innen Sicherheit.
Standardisierung sorgt für eine nachhaltige Zukunft
Globale Herausforderungen brauchen gemeinsame Lösungen. Einheitliche Standards wie die ISO 59000-Normenfamilie unterstützen dabei, Ressourcen im Kreislauf zu halten, Produkte nachhaltiger zu gestalten und Materialien effizient zurückzugewinnen.
2023 hat DIN gemeinsam mit DKE und VDI die Normungsroadmap zur Circular Economy entwickelt. Sie zeigt, wie Standards gezielt eingesetzt werden können, um den Übergang zu einer ressourcenschonenden Wirtschaft zu beschleunigen.
Vom Anspruch zur Umsetzung
Der Global Recycling Day lenkt den Blick darauf, wie viel hinter funktionierendem Recycling steckt. Damit aus Abfall tatsächlich eine Ressource wird, braucht es jedoch mehr als ein Umdenken: es braucht verlässliche und abgestimmte Standards, die Kreisläufe in der Praxis ermöglichen.
Sie wollen diese Standards mitgestalten? Dann informieren Sie sich hier über Ihre Mitwirkungsmöglicheiten. Mehr erfahren