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2020-05-04

Für mehr Sicherheit im OP

Für mehr Sicherheit im OP
© Firma Trumpf Medizin Systeme

Gesteigerte Anforderungen und immer neue technische Entwicklungen machen das Arbeiten in Operationssälen für medizinisches Personal fortlaufend komplexer. Neue Lösungen und Ideen sind gefragt. Der nun von DIN veröffentlichte Standard DIN SPEC 91422 „Anforderungen an Planung und Sicherheit im multifunktionalen technologisierten Arbeitsumfeld chirurgischer Operationssaal“ kann ab sofort als Hilfestellung dabei dienen, neue Technologien in medizinische Abläufe im OP zu integrieren. Der Fokus liegt dabei auf multifunktionalen Operationsräumen (mOP), die mit bildgebenden Anlagen wie z. B. Computertomographen, vernetzten Systemen oder robotischen Einheiten ausgestattet sind. Minimalinvasive Eingriffe sind so noch gezielter einsetzbar.

In der DIN SPEC geht um das komplexe Gesamtsystem, die Interaktion Mensch-Mensch sowie Mensch-Technik und um neue Prozesse/Arbeitsabläufe und Qualifikationen. Oberstes Ziel dabei ist es, die Patientensicherheit und Mitarbeitergesundheit bestmöglich zu gewährleisten. Gleichzeitig soll eine gleichbleibende Qualität in Bezug auf Strahlenschutz, Hygiene und interdisziplinäre Teamarbeit erreicht werden. Gesundheitseinrichtungen können auf Basis der DIN SPEC einen mOP planen, betreiben und die dafür notwendigen Prozess- und Handlungsabläufe selbst entwickeln und optimieren. Dafür beschreibt der Standard die notwendigen Planungsschritte sowie Standardprozesse, Rollen und Verantwortlichkeiten mit dem Ziel, die Auftretenswahrscheinlichkeit von Gefährdungssituationen vor, während und nach einer OP zu minimieren.

In einem prozessorientierten Ansatz sind die verschiedenen Perspektiven der Anspruchsgruppen transferiert. So profitieren Patient, Mitarbeiter, Klinikleitung und Hersteller gleichermaßen von der DIN SPEC: Patienten können auf Basis des Standards umfassend über die Schritte der Operation aufgeklärt werden. Für die Klinikleitung bietet die DIN SPEC einen gesamtheitlichen Ansatz, der neben den technischen formalen Fragen auch Schnittstellen und den Faktor Mensch berücksichtigt. Den einzelnen Mitarbeiter unterstützt die DIN SPEC durch standardisierte Abläufe. So kann die Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams verbessert und durch abgestimmte Prozesse mehr Zeit für den Patienten gewonnen werden. Die Medizintechnik wiederum profitiert durch gesteigertes Vertrauen aller Beteiligten. Etablierte Routinen und integrierte Schnittstellen helfen hier.

„Mit der Spezifikation werden die notwendigen Voraussetzungen für den täglichen Umgang mit neuen Technologien im multifunktionalen OP-Saal geschaffen. Die obersten Ziele Patientensicherheit und Mitarbeitergesundheit können so signifikant erhöht werden“, macht Prof. Dr. Oliver Meissner, Leiter Steinbeis-Transfer-Institut Medical Innovations and Management und Initiator der DIN SPEC, das Potenzial des Standards deutlich. „Dazu gehören neben technischem Verständnis auch weiche Faktoren, wie etwa der Faktor Mensch und der Faktor Bildung.“ Prof. Udo Weis, Leiter Steinbeis-Transfer-Institut International Business and Risk Management und ebenfalls Initiator, ergänzt: „Das Risiko von Fehlern vor, während und nach einer OP wird durch standardisierte Prozesse, Rollen und Verantwortlichkeiten deutlich reduziert. Deshalb haben wir auch ein innovatives Lernkonzept für Fachkräfte im OP erarbeitet, das lebenslanges Lernen in den Arbeitsalltag integriert“, ergänzen Angelika Gruber und Alexandra Sabautzki, Mitarbeiterinnen an der Steinbeis Hochschule, die entscheidend an der Ausarbeitung beteiligt waren.

Das Standardisierungsprojekt wurde im Rahmen des Förderprogramms DIN-Connect unterstützt: Prof. Dr. Meissner und Prof. Weis konnten mit ihrer Idee die Jury überzeugen. Die DIN SPEC wurde in nur neun Monaten erarbeitet und ist über den Beuth Verlag kostenlos verfügbar.

An der Erarbeitung der DIN SPEC waren außerdem beteiligt: Siemens Healthcare AG, Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden, Herbert Waldmann GmbH & Co. KG, Klinikum Ludwigsburg RKH Kliniken Holding, VDSI-Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit e.V., Steinbeis-Hochschule Berlin. zeb.businessschool KARL STORZ SE & Co. KG, ccm-Campus GmbH, Olympus Europa SE & CO. KG, Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), Sana-Medizintechnisches Servicezentrum GmbH, Getinge AB, Hillrom TRUMPF Medizin Systeme GmbH + Co. KG, ASANUS Medizintechnik GmbH, Deutsches Beratungszentrum für Hygiene BZH GmbH, HYBETA GmbH, Philips Medizin Systeme, Ziehm Imaging GmbH, IFNEK Steinbeis-Transfer-Institut.

Stimmen zur DIN SPEC

Thomas Rauch von der Sana-Medizinisches Servicezentraum GmbH zum Mehrwert des Standards:

„Die DIN SPEC fördert die Zusammenarbeit und Kommunikation der Mitarbeiter untereinander und das Verständnis für die Interaktion von Mensch und Maschine zum Patientenwohl. So können wir zukünftig eine optimale, bezahlbare medizinische Versorgung gewährleisten.“

Dazu ebenfalls Prof. Dr. Clemens Bulitta von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden:

„Standardisierung durch die DIN SPEC erlaubt es, die Wirtschaftlichkeit der Implementierung und des Betriebs, die Patienten- und Arbeitssicherheit, sowie die Qualität des klinischen Outcomes zu verbessern, indem eine entsprechend definierte Struktur und Prozessqualität sichergestellt ist.“

Dr. Andreas Jagenburg von der ccm-Campus GmbH zum Potenzial des Standards:

„Richtig verstanden stellt eine DIN SPEC eine Hilfestellung dar, die von der Konzeption über die Qualifikation des Personals bis zur Umsetzung wirken kann. Als Hilfestellung gibt sie folglich sowohl dem Planer, als auch dem Anwender sinnvolle Unterstützung.“

Dr. med. Terence Krauß von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. zu den Herausforderungen, denen die DIN SPEC begegnet

„Geräte-Diversität, Interoperabilität, normative und medicolegale Vorgaben stehen zunächst für Komplexität und vielleicht auch Unüberschaubarkeit. Doch genau hier setzt die DIN SPEC an und schafft durch einen Rahmen Sicherheit und Orientierung für alle Beteiligten. Interdisziplinäre Schulungskonzepte für medizinische Notfallszenarien, seien hier nur als ein Beispiel genannt.“

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Herr

Hendrik Lüttgens

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