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2026-02-04

Normen und Standards für FAIRe Forschungsdaten

Wie die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und DIN gemeinsam die Grundlage für verlässliche Datennutzung schaffen

Blick in einen Raum, links ein Bildschirm mit Daten und bunten Elementen
© AdobeStock: Milos

Forschungsdaten sind der Rohstoff moderner Wissenschaft und zunehmend auch von Innovation und KI. Damit sie ihren Wert entfalten können, müssen sie auffindbar, verständlich und langfristig nutzbar sein. Normen und Standards sind dafür entscheidend.

Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und das Deutsche Institut für Normung (DIN) bündeln ihre Expertise, um das Forschungsdatenmanagement in Deutschland strategisch weiterzuentwickeln.

Warum Standards für Forschungsdaten unverzichtbar sind

Digitale Methoden, Big Data und KI prägen heute nahezu alle wissenschaftlichen Disziplinen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Qualität, Transparenz und Nachnutzbarkeit von Daten.

Ohne gemeinsame Standards bleiben Forschungsdaten schwer auffindbar, nicht vergleichbar oder nicht verlässlich. Normen schaffen hier entscheidende Orientierung: Sie legen fest, wie Daten erhoben, beschrieben, gespeichert und genutzt werden – disziplinübergreifend und international anschlussfähig.

FAIR-Prinzipien: Der Maßstab für gute Daten

Die FAIR-Prinzipien definieren, was hochwertige Forschungsdaten ausmacht:

  • Findable (Auffindbar) – Daten sind eindeutig identifizierbar und über Metadaten auffindbar
  • Accessible (Zugänglich) – Daten sind über klar geregelte Zugangswege verfügbar
  • Interoperable (Interoperabel) – Daten lassen sich system- und disziplinübergreifend nutzen
  • Reusable (Nachnutzbar) – Daten sind klar dokumentiert, lizenziert und qualitativ hochwertig

Sie bilden die Grundlage für modernes Forschungsdatenmanagement – in der NFDI wie auch in internationalen Forschungsinfrastrukturen.

Was ist die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)?

Die NFDI wurde 2020 von Bund und Ländern gegründet. Ihr Ziel ist der Aufbau einer nachhaltigen, vernetzten Infrastruktur für Forschungsdatenmanagement in Deutschland.

In 26 disziplinären Konsortien entwickeln Forschende und Infrastruktureinrichtungen Dienste für ihre Communities – von Repositorien und Analysewerkzeugen bis hin zu Schulungsangeboten. Übergreifende Sektionen erarbeiten gemeinsame Standards, rechtliche Rahmenbedingungen und technische Schnittstellen. Zentrale Basisdienste werden in Base4NFDI gebündelt und dauerhaft betrieben.

International ist die NFDI unter anderem an der European Open Science Cloud (EOSC) und der Research Data Alliance (RDA) aktiv beteiligt.

Metadaten: Der Schlüssel zur Nachnutzung

Metadaten beschreiben den Kontext von Forschungsdaten: Inhalt, Entstehung, Qualität und Nutzungsbedingungen. Ohne sie bleiben Daten inhaltlich kaum nutzbar.

Standards definieren, welche Metadaten erforderlich sind und in welcher Form sie bereitgestellt werden – etwa DCAT-AP oder DataCite Metadata Scema für grundlegende Beschreibungen. Für spezielle Datentypen kommen fachspezifische Normen zum Einsatz, zum Beispiel für Sprachressourcen.

Ein zentrales Element sind persistente Identifikatoren (PIDs). Sie sorgen dafür, dass Daten dauerhaft auffindbar und zitierfähig bleiben – auch wenn sich Speicherorte ändern.

Normen schaffen Vertrauen

Internationale Normen sichern die Qualität digitaler Dateninfrastrukturen. Dazu zählen unter anderem:

Sie bilden die Grundlage für Zertifizierungen und stärken das Vertrauen in Repositorien und Datenservices – eine wichtige Voraussetzung für Nachnutzung in Wissenschaft, Wirtschaft und KI-Anwendungen.

Kooperation von NFDI und DIN

Um Doppelstrukturen zu vermeiden und internationale Anschlussfähigkeit zu sichern, arbeiten NFDI und DIN eng zusammen. Im Jahr 2024 unterzeichneten beide Organisationen eine Kooperationsvereinbarung.

Ziel ist es, Standardisierung als zentrales Transferinstrument im Forschungsdatenmanagement zu etablieren. Geplant sind unter anderem:

  • gemeinsame Informations- und Austauschformate
  • Initiierung von Standardisierungsprojekten
  • Priorisierung relevanter Themen mit Stakeholdern
  • fachliche Begleitung durch den DIN-Strategiekreis FOCUS.digital

Auch international setzen sich NFDI und DIN dafür ein, Harmonisierung zu fördern und parallele Standards zu vermeiden.

Ausblick: Standards als Grundlage für Innovation

Die NFDI soll mit einem stärkeren Fokus auf Service, Betrieb, Datennutzung und der Rolle als KI-Enabler als dauerhafte Serviceeinrichtung für die Wissenschaft etabliert werden.

Standardisierung ist dabei kein Selbstzweck. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Forschungsdaten über Disziplinen, Institutionen und Ländergrenzen hinweg genutzt werden können, sowie Forschungsergebnisse auf Grundlage von Daten vertrauenswürdig und reproduzierbar sind.

Die Kooperation mit DIN ist ein wichtiger Baustein. Klare Normen schaffen Vertrauen, erleichtern den Transfer in die Anwendung und stärken die Innovationsfähigkeit des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Deutschland.

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