DIN Verbraucherrat
Neuer Norm-Entwurf senkt nächtlichen Schallschutz im Hochbau
Der neu veröffentlichte Norm-Entwurf DIN 4109-1 legt aus Verbrauchersicht niedrigere Anforderungen an den nächtlichen Schallschutz im Hochbau fest
Der Entwurf der Norm DIN 4109-1:2026-09 „Schallschutz im Hochbau – Teil 1: Anforderungen“ wurde veröffentlicht und steht nun zur Kommentierung bereit. Die Norm legt Anforderungen an den Schutz vor Lärm in Wohn- und Nichtwohngebäuden fest und ist für Verbraucher*innen damit unmittelbar relevant.
Schallschutz als wichtiger Beitrag zu Gesundheit und Lebensqualität
Lärm kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und langfristig sogar die Gesundheit belasten. Ein wirksamer Schallschutz schützt Bewohner*innen vor störenden Geräuschen aus Nachbarwohnungen, haustechnischen Anlagen (z. B. Wasserversorgungs- und Abwasseranlagen) oder vor Außenlärm (z. B. Straßenverkehr). Anforderungen an die Schalldämmung tragen deshalb entscheidend zu erholsamem Schlaf, mehr Wohnkomfort und gesundem Wohnen bei. Für Menschen, die empfindlich auf Störungen durch Lärm reagieren ist es deshalb besonders wichtig, sich vor dem Bau oder Erwerb einer Immobilie Gedanken über das gewünschte Schallschutzniveau zu machen.
Wichtige Änderungen im Entwurf
Mit dem neuen Entwurf wird der Titel der Norm angepasst. Seit 2016 sollte der Begriff „Mindestanforderungen“ verdeutlichen, dass die Norm das aus Verbrauchersicht notwendige Schallschutzniveau beschreibt. Infolge der Diskussion um kostengünstiges Bauen und die Abweichung von normativen Anforderungen wird jetzt aus „Mindestanforderungen“ wieder „Anforderungen“. Darüber hinaus werden Regelungen zum nächtlichen Schallschutz gegenüber Außenlärm, die bisher in anderen Teilen der Normenreihe behandelt wurden, in DIN 4109-1 integriert. Aus Sicht des DIN-Verbraucherrates kritisch zu bewerten ist, dass der Entwurf geringere Anforderungen an den nächtlichen Schallschutz gegenüber Außenlärm für Schlafräume vorsieht. Die Anforderungen an Trittschallschutz von Balkonen wird gestrichen.
Beteiligung in Form von Stellungnahmen möglich
Zusammen mit weiteren Teilen der Normenreihe DIN 4109 kann der Entwurf DIN 4109-1 von interessierten Kreisen und Einzelpersonen im Norm-Entwurfs-Portal kostenfrei eingesehen und kommentiert werden. Stellungnahmen können noch bis zum 14. Dezember 2026 eingereicht werden. Damit haben neben der interessierten Fachöffentlichkeit auch Verbraucher*innen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Anregungen in die weitere Normungsarbeit einzubringen.
Der DIN-Verbraucherrat begrüßt ausdrücklich die Möglichkeit, dass die interessierte Fachöffentlichkeit und Verbraucher*innen ihre Einschätzungen im Rahmen der öffentlichen Kommentierung einbringen können.