2021-07-13

DIN-Antrag auf Europäische Norm für Infektionsschutzmasken angenommen

Die seit über einem Jahr anhaltende Pandemie-Situation hat unser Leben in vielen Bereichen verändert. Dazu gehört, dass wir in Geschäften, Gebäuden der öffentlichen Verwaltung und auch im öffentlichen Nahverkehr eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssen - seit vielen Monate wenigstens eine sogenannte OP-Maske (nach DIN EN 14683) oder sogar FFP2-Maske (nach DIN EN 149). Was viele nicht wissen: keiner der beiden Maskentypen ist direkt als Infektionsschutzmaske vorgesehen. 

Dies hat ein deutsches Unternehmen frühzeitig erkannt und bereits im letzten Quartal 2020 bei DIN einen entsprechenden Normungsantrag für eine Infektionsschutzmaske zum Einsatz im professionellen Bereich eingereicht. Die Idee ist, eine Norm zu erarbeiten, die anders als die bisherigen Normen beide Atemrichtungen abdeckt, d. h. die Maske soll sowohl dem Eigenschutz vor Viren dienen als auch den Fremdschutz berücksichtigen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat im Januar 2021 in Absprache mit dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) einen Ergänzungsantrag gestellt, der den Einsatz einer solchen Maske auf den privaten Bereich erweitert und dafür verschiedene Leistungsklassen anregt. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, auch Kindergrößen mit einzubinden, die bei den derzeitigen Masken-Normen aus naheliegenden Gründen nicht berücksichtigt sind.   

Im Februar 2021 wurden beide Normungsanträge angenommen und die Ausarbeitung einem neu eingerichteten DIN-Arbeitskreis „Infektionsschutzmasken“ übertragen. Dieser hat auf seiner zweiten Sitzung am 29. April 2021 entschieden, unmittelbar ein europäisches Norm-Projekt zu initiieren. Der von DIN eingereichte Antrag wurde am 1. Juli 2021 vom zuständigen europäischen Komitee CEN/TC 205 „Nicht aktive Medizinprodukte“ mehrheitlich angenommen. Neben Deutschland haben sich Österreich, Finnland, Frankreich, Schweden, Irland, Italien und Großbritannien für eine Mitarbeit an dem Normvorhaben ausgesprochen. Darüber hinaus unterstützen auch Ungarn und Tschechien das Projekt, welches derzeit noch die nüchterne Bezeichnung „Work Item 00205368“ mit dem Titel „Atemwegsinfektionsschutzgeräte für den Selbst- und Drittschutz - Anforderungen für verschiedene Leistungsklassen und Prüfverfahren“ trägt.

Die Vorbereitungen für eine erste Sitzung mit Experten aus den europäischen CEN-Mitgliedsstaaten sind im Gange, die zuständige Arbeitsgruppe CEN/TC 205/WG 14 „Operationskleidung und -tücher sowie medizinische Gesichtsmasken“ richtet für die Arbeiten eine gesonderte Projektgruppe ein, welche im September 2021 zu einem ersten Online-Meeting zusammentritt. 
 

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