Projekte zu KI und Normung

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Die Künstliche Intelligenz hat das Potential, Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig zu verändern. Sie wird flächendeckend aber nur erfolgreich zum Einsatz kommen, wenn die Gesellschaft sie akzeptiert. Unternehmen erkennen zwar zunehmend die Chancen durch KI – in der Bevölkerung wird künstliche Intelligenz jedoch aufgrund ethischer Bedenken teils kritisch betrachtet. Deshalb sind Regeln und Vorgaben nötig, die sicherstellen, dass u.a. ethische Werte eingehalten werden und die Technologie verlässlich, robust, leistungsfähig und sicher gestaltet wird. Sie sind Teil einer Qualitätsinfrastruktur aus Standardisierung, Messwesen, Prüfdienstleistungen, Akkreditierung und Zertifizierung.

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DIN e. V.
Frau

Filiz Elmas

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Leuchtturmprojekte

DIN arbeitet mit verschiedenen Partner an sogenannten Leuchtturmprojekten. Unter einem Leuchtturmprojekt sind anwendungstypische und branchenrelevante Use Cases zu verstehen, die für KI-spezifische Anwendungen Anforderungen an die Normung und Standardisierung aufzeigen. Mit Hilfe der Leuchtturmprojekte sollen im jeweiligen Anwendungskontext praktische Erfahrungen gesammelt, konkrete Normungs- und Standardisierungsbedarfe abgeleitet und Erkenntnisse zur Qualitäts- und Konformitätsprüfung gewonnen werden. Ihnen kommt eine besondere Bedeutung bei der Umsetzung der Normungsroadmap KI zu, weshalb sie eine hohe Aufmerksamkeit bei den Normungsakteuren genießen und in Wirtschaft, Forschung und Politik weithin sichtbar sind.

Projekt „Zertifizierte KI“ Einblenden

Unter dem Titel „Zertifizierte KI“ ist im März 2021 ein Projekt der Kompetenzplattform Künstliche Intelligenz Nordrhein-Westfalen KI.NRW gestartet. Geleitet wird das Projekt durch das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS, beteiligt sind das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), DIN, die Universitäten Bonn und Köln, der RWTH Aachen sowie zahlreiche DAX-30- und weitere Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen wie Telekommunikation, Banken, Versicherungen, Chemie und Handel. Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen fördert das Projekt.

Ziel des 5-jährigen Projekts ist es, Prüfkriterien, -methoden und -werkzeuge für KI-Systeme zu entwickeln und zu standardisieren, und so eine vergleichbare Bewertung von KI-Systemen zu ermöglichen. Durch eine Überprüfbarkeit von technisch zugesicherten Eigenschaften soll das Vertrauen von Anwendern und Verbrauchern in KI-Technologien gesteigert werden.

In branchen- und technologiebezogenen Anwenderkreisen werden die Beteiligten aus Wirtschaft und Industrie sowie Wissenschaft konkrete Bedarfe definieren, Kriterien und Maßstäbe für eine Prüfung in der Praxis festlegen und anhand von Use Cases verifizieren. Mit einem breiten Beteiligungsprozess soll sichergestellt werden, dass sich die Verfahren zu allgemein akzeptierten Standards für KI-Systeme und deren Überprüfung entwickelt und gleichzeitig rechtliche, ethische und philosophische Betrachtungen berücksichtigt werden.

Gefördert durch

Ministerium-NRW

Forschungsprojekte

Die deutsche Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz gehört zu den weltweit Führenden. Um die Potentiale der Künstlichen Intelligenz nachhaltig zu heben, müssen die innovativen Forschungsergebnisse aber auch wirtschaftlich erfolgreich verwertet werden. Als ein anerkanntes und vertrauenswürdiges Kommunikationsmittel helfen Normen und Standards, wissenschaftlichen Ergebnissen einen schnellen Zugang zum Markt zu ermöglichen. Voraussetzung dafür ist, dass Normung und Standardisierung bei Forschungsprojekten von Beginn an mitgedacht werden.   

Projekt "IMPULSE" Einblenden

Das im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 der Europäischen Union geförderte Forschungsprojekt IMPULSE (Identity Management in Public Services) konzentriert sich in der 4-jährigen Laufzeit (2021-2024) insbesondere auf zwei der vielversprechendsten und disruptivsten Technologien unserer Zeit: Künstliche Intelligenz (KI) und Blockchain, sowie deren Beiträge und Auswirkungen auf elektronisches Identitätsmanagement (eID) in öffentlichen Diensten. Es sollen zwei Hauptergebnisse produziert werden: Ganzheitliche KI- und Blockchain-Technologie, die GDPR-konforme eID unterstützt und handlungsfähige Roadmaps für die Übernahme, Ausweitung und Nachhaltigkeit solcher fortschrittlichen eID-Technologien durch öffentliche Dienste sowie Empfehlungen für politische Entscheidungsträger zur Unterstützung der politischen Rechenschaftspflicht und Verantwortung.

DIN wird im Projekt innerhalb der Arbeitspakte „Multidisciplinary analysis of standards, legal and ethical implications“ und „Innovation and exploitation management, dissemination and communication“ mitarbeiten. Ziel ist es, Lücken in der Normungs- und Standardisierungslandschaft zu ermitteln und geeignete Standardisierungsaktivitäten basierend auf den Projektergebnissen zu initiieren.

Projektförderung

Dieses Projekt wurde im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 der Europäischen Union unter der Finanzhilfevereinbarungsnr. 871237 gefördert.

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Projekt "BIGPICTURE" Einblenden

BIGPICTURE ist eine von der IMI (Initiative Innovative Arzneimittel), dem Forschungs-und Innovationsprogramm Horizon 2020 sowie der EFPIA (European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations) gefördertes Projekt. Das Projekt wird durch die Novartis AG und Janssen Pharmaceutica NV geleitet und von insgesamt 45 Partnern aus akademischen Einrichtungen, kleinen und mittlere Unternehmen (KMU), öffentliche Organisationen und pharmazeutische Unternehmen begleitet. In der 6-jährigen Laufzeit (2021-2027) soll eine rasche Entwicklung von KI in der Pathologie ermöglicht werden, indem im Projektdie erste europäische, ethische und qualitätskontrollierte Plattform unter Einhaltung der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) geschaffen wird, in der sowohl groß angelegte Daten als auch KI-Algorithmen gleichzeitig vorhanden sind. Die BIGPICTURE-Plattform wird auf nachhaltige und integrative Weise entwickelt, indem sie Gemeinschaften von PathologInnen, ForscherInnen, KI-EntwicklerInnen, PatientInnen und aus der Industrie miteinander verbindet.

Das Projekt gliedert sich in vier Hauptaspekte, die die groß angelegte Datensammlung betreffen. Erstens muss eine Infrastruktur (Hardware und Software) geschaffen werden, um Millionen von Bildern, die jeweils Gigabytes groß sein können, zu speichern, zu teilen und zu verarbeiten. Zweitens müssen rechtliche und ethische Rahmenbedingungen geschaffen werden, um eine angemessene Nutzung der Daten zu gewährleisten und gleichzeitig die Privatsphäre der PatientInnen und die Vertraulichkeit der Daten vollständig zu respektieren. Dann wird ein erster Satz von 3 Millionen digitalen Objektträgern von Menschen und Labortieren gesammelt und im Datenlager gespeichert, um Daten zur Entwicklung von KI-Tools für die Pathologie bereitzustellen. Schließlich werden Funktionalitäten entwickelt, die die Nutzung der Datenbank sowie die Verarbeitung von Bildern für Diagnose- und Forschungszwecke unterstützen.

DIN wird im Projekt innerhalb des Arbeitspaktes zum Regulatorischen Rahmen für digitale Objektträger und KI-basierte Methoden mitarbeiten. Der DIN-Normenausschuss Medizin wird verantwortlich sein für die Aufgabe "Contribution to future standards" und das Konsortium bei der Umsetzung relevanter Forschungsergebnisse in Normen und Standards unterstützen.

Projektförderung

Das Projekt BIGPICTURE erhält Fördermittel vom Gemeinsamen Unternehmen IMI2 (Initiative Innovative Arzneimittel) unter der Finanzhilfevereinbarung Nr. 945358. Dieses gemeinsame Unternehmen wird durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union und EFPIA unterstützt. www.imi.europe.eu

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