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2026-04-21

Petersberger Klimadialog 2026: Ohne Standards keine wirksame Klimapolitik

Drei Fragen an Dr. Jörg Megow

Blaue spiegelnde Hausfassade mit grünem Baum daneben
© AdobeStock: Artinun

Beim diesjährigen Petersberger Klimadialog kommen rund 40 Staaten zusammen, um den globalen Klimaschutz voranzubringen. Der Handlungsdruck wächst: Internationale Krisen verschärfen die Lage, technologischer Fortschritt schafft neue Anforderungen und gleichzeitig gerät die Klimakrise zunehmend aus dem Fokus. Umso wichtiger ist es jetzt, konkrete Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.

Dr. Jörg Megow, Leiter Strategische Themenentwicklung Resilienz und Klimawandel-Experte bei DIN, erläutert, wie Normen dazu beitragen, Klimapolitik wirksam, messbar und zukunftsfähig zu gestalten.

Der Petersberger Klimadialog zeigt: Die Ambitionen sind da – aber es hakt bei der Umsetzung. Wie kann Normung da helfen? 

Der Klimadialog macht deutlich: Die politischen Ziele sind formuliert – doch zwischen Anspruch und Umsetzung besteht noch eine Lücke. Genau hier setzen Normen und Standards an. Sie schaffen überprüfbare Grundlagen, ermöglichen Vergleichbarkeit und machen Fortschritte messbar. Normung sorgt dafür, dass Klimaschutz und Anpassung nicht abstrakt bleiben, sondern konkret umsetzbar werden – zum Beispiel bei der Stadtplanung, in der Wasserwirtschaft oder im Energiesektor. Gerade in Zeiten politischer Unsicherheit sind international anerkannte Grundlagen entscheidend, um handlungsfähig zu bleiben.  

Welche Bedeutung hat der Klimadialog für die COP31 im November? 

Beim Petersberger Klimadialog in Berlin tauschen sich Vertreter*innen aus Industriestaaten, Schwellenländern und besonders betroffenen Regionen direkt aus. Ziel ist es, vor der Weltklimakonferenz COP31 in der Türkei im November einen politischen Grundkonsens zu fördern und Chancen für internationale Zusammenarbeit auszuloten.  

Was bedeutet das konkret für Unternehmen, Kommunen oder Verwaltungen, die jetzt handeln wollen? 

Viele Akteure sind bereit, aktiv zu werden – sie brauchen aber verlässliche Orientierung und Planungssicherheit. Normen und Standards bieten genau das. Sie zeigen zum Beispiel, wie man Klimarisiken systematisch auf Gebäude - und Quartiersebene bewertet. Zu diesem Thema wurde kürzlich ein Workshop der europäischen Normungsorganisation CEN-CENELEC abgehalten. 

Auch auf internationaler Ebene wird die Bedeutung gemeinsamer Standards deutlich: ISO und GHG Protocol haben im September 2025 eine strategische Partnerschaft geschlossen, um Standards für die Treibhausgasbilanzierung zu harmonisieren. Für Unternehmen bedeutet das eine spürbare Erleichterung bei der Berichterstattung sowie mehr Transparenz und Vergleichbarkeit.

Gleichzeitig können Unternehmen, Kommunen und Verwaltungen selbst die Entwicklung von Standards aktiv mitgestalten. Denn wirksame Lösungen entstehen dort, wo Praxiswissen, technische Expertise und gemeinsame Ziele zusammenkommen.

Bringen Sie jetzt Ihr Fachwissen in unsere Normungsprojekte rund um Klimaschutz und Klimaanpassung ein.

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