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DIN SPEC 91543 soll Schnittstellen für den Gebäuderessourcenpass klären
Neues Konsortium beschreibt das Zusammenspiel mit Digitalem Produktpass und digitalem Gebäudelogbuch.
Wer Baustoffe später wiederverwenden oder recyceln will, muss wissen, welche Materialien in einem Gebäude stecken und wo sie verbaut sind. Dafür braucht es verlässliche Informationen, die über einzelne Produkte hinaus zusammenpassen. Hier setzt die geplante DIN SPEC 91543 „Gebäuderessourcenpass – inhaltliche Anforderungen an Struktur und Schnittstellen“ an. Am 12. Oktober 2026 hat das Konsortium mit der Erarbeitung begonnen.
Materialinformationen für das ganze Gebäude nutzbar machen
Mit der DIN SPEC 91543 erarbeitet das Konsortium einen gemeinsamen Rahmen für den Gebäuderessourcenpass. Im vorgesehenen Zusammenspiel mit Digitalem Produktpass und digitalem Gebäudelogbuch übernimmt jedes Instrument eine eigene Aufgabe:
Gebäuderessourcenpass: Führt Material- und Ressourceninformationen auf Gebäudeebene zusammen. Er macht nachvollziehbar, welche Ressourcen verbaut sind und welche Potenziale für eine spätere Wiederverwendung bestehen. Erste Ansätze für solche Pässe gibt es bereits.
Digitaler Produktpass (DPP): Stellt Informationen über einzelne Produkte digital bereit, beispielsweise zu Materialien und Eigenschaften. Die EU schafft dafür schrittweise die regulatorischen Voraussetzungen.
Digitales Gebäudelogbuch (Digital Building Logbook, DBL): Bündelt unterschiedliche Informationen über ein Gebäude und hält sie über dessen Lebenszyklus hinweg verfügbar.
Der Gebäuderessourcenpass übernimmt dabei die verbindende Rolle zwischen Produktdaten und Gebäudedokumentation. Ziel der DIN SPEC ist es, diese Schnittstellen zu beschreiben und die Nutzung der Materialinformationen in künftigen Planungs- und Bewirtschaftungsprozessen zu unterstützen.
Gemeinsame Grundlagen für Neubauprojekte
Zu den Zielen gehört außerdem, zentrale Begriffe zum Gebäuderessourcenpass zu definieren. Der geplante Anwendungsbereich umfasst Neubauprojekte in konventioneller und zirkulärer Bauweise. Die DIN SPEC richtet sich unter anderem an mittlere und große Planungsbüros, Kommunen und öffentliche Auftraggeber sowie institutionelle und private Investoren.
DIN begleitet den Standardisierungsprozess und organisiert die Zusammenarbeit im Konsortium.
Weitere Informationen zu Zielen und Anwendungsbereich enthält der Geschäftsplan der DIN SPEC 91543.
DIN SPEC als angestrebtes Ergebnis des geförderten Forschungsprojekts
Die DIN SPEC 91543 entsteht im Rahmen des Forschungsprojekts „Forschungsinfrastruktur für die SMART RECYCLING FACTORY“. Das Projekt schafft eine Forschungsinfrastruktur für die Rückgewinnung und Weiterverwendung von Wertstoffen sowie für ressourceneffiziente und kreislauffähige Materialien und Produkte.
DIN unterstützt dabei, Forschungsergebnisse in die Standardisierung zu überführen. Ein konkretes angestrebtes Ergebnis dieses Beitrags ist die DIN SPEC 91543.
Das Forschungsprojekt wird durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen finanziell unterstützt.