Presse

2021-11-02

DIN-Preisträger*innen 2021

Die DIN-Preisträger*innen 2021.
© privat

Heute wurden besondere Engagements in Normung und Standardisierung ausgezeichnet.

Mit den DIN-Preisen ehrt DIN in diesem Jahr besondere Projekte und Engagements aus Normung und Standardisierung in drei Kategorien: Nachwuchspreis, Innovatorenpreis und Anwenderpreis. Die insgesamt fünf Gewinner*innen der diesjährigen DIN-Preise zeigen mit ihren Einreichungen den großen Wert, den Normung und Standardisierung für Wirtschaft und Gesellschaft haben, und liefern dazu konkrete Nachweise.

Nachwuchspreis

Den DIN-Nachwuchspreis für eine Abschlussarbeit erhält Dr. Nathanael Harfst von der Hochschule Niederrhein für seine Dissertation "Controlling als Treiber der Energieeffizienz". Dabei hat er sich mit Energieeinsparpotenzialen von Unternehmen beschäftigt. Basis seiner Arbeit war die internationale Norm ISO 50001, die Organisationen beim Ausbau ihrer Energieeffizienz unterstützen soll sowie die Beobachtung, dass Energieeffizienzpotenziale regelmäßig nicht vollständig von Unternehmen ausgeschöpft werden. Die Jury lobte das Erkennen dieser Handlungslücke und betonte den Mehrwert seiner Dissertation und seines Engagements für das Gelingen der Energiewende. Dr. Harfst untersuchte die Wirksamkeit und Anwendung der Norm näher. Der Fokus seiner Dissertation lag dabei auf der Untersuchung struktureller und organisatorischer Treiber. Seine Erkenntnisse brachte er durch eine Mitarbeit im Normenausschuss Grundlagen des Umweltschutzes (NAGUS) bei der Überarbeitung der ISO 50001 direkt ein.

Der DIN-Nachwuchspreis für ein Engagement eines jungen Experten in der Normung oder Standardisierung ging in diesem Jahr an Oliver Weiss, Gründer der Mecasa GmbH, einem Pflegedienstvermittler. Oliver Weiss erhält den Preis für sein Engagement als Initiator der DIN SPEC 33454 "Betreuung unterstützungsbedürftiger Menschen durch im Haushalt wohnende Betreuungskräfte aus dem Ausland - Anforderungen an Vermittler, Dienstleistungserbringer und Betreuungskräfte". Die DIN SPEC trägt dazu bei, die Betreuungsqualität zu erhöhen und gleichzeitig für mehr Transparenz zu sorgen. Die Jury hob sein Engagement vor allem vor dem Hintergrund der steigenden Anzahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland hervor und den rund 600.000 Betreuungskräften aus dem Ausland. Sein Engagement trage dazu bei, aktuellen Herausforderungen im Pflegemarkt zu begegnen und die Qualität auf beiden Seiten zu erhöhen. Oliver Weiss hatte sich zuvor mit der Standardisierungsidee beim Ideenwettbewerb DIN-Connect beworben und gewonnen. Die Jury lobte zudem seine Idee, ein soziales Thema in die Standardisierung einzubringen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Normung und Standardisierung ansonsten oftmals technische Themen behandeln.

Innovatorenpreise

Der Innovatorenpreis für ein Forschungsprojekt geht an Dr. Soeren Griessbach von der GS-Pro GmbH. Er beschäftigte sich mit der Prüfung von additiv gefertigten Kunststoffteilen und fand im Rahmen eines gemeinsamen ZIM-Forschungsprojekts mit Partnern einen Weg, diese Teile zerstörungsfrei zu prüfen. Die Erkenntnisse des Forschungsprojekts flossen in den Standard DIN SPEC 17028 „Additive Fertigung - Methode zur zerstörungsfreien Ermittlung von mechanischen Eigenschaften von additiv gefertigten Kunststoffteilen“ und wurden so durch Dr. Griessbach und seine Partner*innen für den Markt und einen breiten Anwenderkreis zugänglich gemacht. Insbesondere KMU und Start-ups unterstützt der Standard bei der Etablierung ihrer Produkte aus der additiven Fertigung. Gleichzeitig soll die DIN SPEC die Akzeptanz von additiv gefertigten Kunststoffprodukten in der Automobilindustrie, dem Flugzeugbau usw. erhöhen und somit das zukunftsträchtige Gebiet der additiven Fertigung voranbringen, was die Jury in ihrem Urteil lobte.

Den Innovatorenpreis für eine Markteinführung eines Produkts oder einer Dienstleistung erhält in diesem Jahr Felix Faber, CEO der Mindpeak GmbH, einem KI-Startup aus dem Medizinbereich. Mit der Erarbeitung von zwei Standards zur Deep Learning Bilderkennung hat er einen Rahmen geschaffen, Prozesse mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu automatisieren und so die Qualität und Effizienz in der medizinischen Bildanalyse zu verbessern. Die Jury hob die hohe Relevanz des Themas hervor, denn Bilder zu analysieren und zu erkennen, spielt in vielen medizinischen Bereichen eine wichtige Rolle. Bisher übernehmen vor allem Menschen diese anspruchsvolle, aber sich oft wiederholende Arbeit. Die von Felix Faber initiierte DIN SPEC 13288 „Leitfaden für die Entwicklung von Deep-Learning-Bilderkennungssystemen in der Medizin“ formuliert dazu spezifische Anforderungen. Mit der DIN SPEC konnte Felix Faber sein Start-up Mindpeak zum Vorreiter in Sachen KI in der Krebsdiagnostik machen und erhöht ganz wesentlich die Qualität der Bilderkennung im medizinischen Bereich.

Anwenderpreis

Der Anwenderpreis geht in diesem Jahr an Peter Leinemann gemeinsam mit Andrea Engels, Jens Lübbersmeyer und Thomas Beenen vom EPAL e.V. EPAL bietet einen weltweiten Palettenpool und sichert auf Basis bestehender Normen die gleichbleibend hohe Qualität von Paletten. EPAL sowie seine Kunden profitieren gleichermaßen von der Anwendung relevanter Normen, allen voran der DIN EN 13698-1. Sie definiert die Produktspezifikationen zur Herstellung von Flachpaletten aus Holz mit den Maßen 800 mm x 1200 mm. Mitarbeitende bei EPAL sind in Gremien bei DIN aktiv und arbeiten an der Weiterentwicklung unterschiedlicher Normen mit. Die Jury lobte den Europalettenpool als einen Ansatz, der auf einer einfachen Idee beruht und sehr erfolgreich umgesetzt worden ist sowie weltweit viel Mehrwert bringt. EPAL leistet zudem einen großen Beitrag zur Circular Economy. Die Wiederverwendung und der Tausch von EPAL Europaletten im EPAL Europalettenpool ist ein Musterbeispiel der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, bestehend aus den Aspekten Wiederverwendung, Reparatur und Recycling (reuse, repair, recycle). Dabei wird die Wiederverwendung ebenfalls durch die einheitliche Norm unterstützt, ebenso wie die Reparatur von beschädigten EPAL Europaletten.

Videos der DIN-Preisträger

In Videclips stellen wir alle Gewinner der DIN-Preise 2021 vor. Diese sind unter folgenden Links abrufbar:

DIN-Nachwuchspreis 2021 - Abschlussarbeit

Controlling als Treiber der Energieeffizienz

Dr. Nathanael Harfst, Hochschule Niederrhein

DIN-Nachwuchspreis 2021 – junge Experten

Mit einem Standard die Betreuung unterstützungsbedürftiger Menschen im eigenen Haushalt verbessern

Oliver Weiss, Mecasa GmbH

DIN-Innovatorenpreis 2021- Forschungsprojekt

Aus der Forschung in die Praxis: Additive Fertigung von Kunststoffteilen

Dr. Sören Grießbach, GS-Pro GmbH

DIN-Innovatorenpreis 2021 - Markteinführung

Mit einem Standard die Krebsfrüherkennung durch KI verbessern

Felix Faber, Mindpeak GmbH

DIN-Anwenderpreis 2021

Nutzen erkannt: Durch Normung die Qualität von Paletten sicherstellen

Peter Leinemann, Andrea Engels, Jens Lübbersmeyer, Thomas Beenen, EPAL e.V.


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