Presse

2024-02-26

Datensprache für ökologische Analyse von Immobilien

Ein digitales Ökosystem schaffen

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AdobeStock/Dominique

Wie alle anderen Wirtschaftsbereiche steht auch die Immobilienwirtschaft in Deutschland vor immensen Herausforderungen in Bezug auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Maßstab hierfür ist zum einen das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2045 Treibhausgasneutralität zu erreichen. Zum anderen erfordern Elemente des Green Deal der EU, allen voran die Taxonomieverordnung, ein Umdenken.  

Nachhaltige Immobilien nur mit Daten möglich 

Um Immobilien gemäß der erforderlichen ESG-Logik (d. h. in Bezug auf Umwelt, Soziales, Unternehmensführung; auf Englisch: Environment, Social, Governance) nachhaltig entwickeln, planen, bauen und betreiben zu können, sind digitale Daten unverzichtbar. Dazu zählen das Erheben und Erfassen gebäudespezifischer Daten, beispielsweise mit Blick auf Zirkularität, Schadstoffe, oder Umweltbelastung. Weiterhin spielen Verbrauchsdaten im Betrieb - heutzutage möglichst in Echtzeit - und selbstverständlich auch standortbezogene Daten im Zusammenhang mit Boden, Wasser, Temperatur, aber auch Luftverschmutzung und Naturgefahren für die Bewertung der Nachhaltigkeit ebenfalls eine wesentliche Rolle. 

Zwar existieren bereits spezifische Daten zu Einzelaspekten der ökologischen Performance von Gebäuden, die Erhebung, aber auch die Daten selbst folgen bisher jedoch keiner branchenweit einheitlichen Logik bzw. Struktur und können daher nur fallbasiert ausgewertet werden. Die Folge ist, dass der ESG-Status quo oft uneinheitlich und nur unzureichend erfasst, für die Umsetzung der Klimaziele auf Objektebene nicht operationalisiert und somit Immobilien nicht nachhaltig und klimaneutral gemanagt werden können.   

Problemlöser DIN SPEC 91475 

Hier setzt die DIN SPEC 91475 an, die das Deutsche Institut für Normung (DIN) veröffentlicht hat. Sie benennt und definiert mögliche Datenpunkte für Aspekte der ökologischen Nachhaltigkeit. Das sind zum Beispiel das Klimarisiko eines Standorts, die Ressourcenverbräuche verwendeter Materialien oder die CO₂-Intensität des Betriebs. Der neue Standard strukturiert, benennt und definiert Datenpunkte, welche für eine Bewertung der ökologischen Güte eines Gebäudes zugrunde gelegt werden können, unabhängig vom ESG-Standard und der Nutzungsart des Gebäudes. Die Datenpunkte sind neutral und können für die spezifischen Bedarfe unterschiedlicher Bewertungen des E (Environmental) passend kombiniert werden. Sie bilden die Basis, auf die andere Systeme referenzieren können und ermöglichen Transparenz: Weil die Datenpunkte überall einheitlich nach DIN SPEC 91475 vorliegen. 

Diese gemeinsame Datensprache richtet sich an Banken, Investoren, Projektentwickler, Planer, Bauunternehmen, Asset- und Fondsmanager, Immobilienbesitzer und -entwickler, Plattformbetreiber, Verbände und Service-Provider sowie Hersteller von IoT-Technologien und PropTech-Unternehmen. Auf Basis der DIN SPEC 91475 und durch die Zusammenarbeit aller beteiligten Parteien bei der Analyse, Bewertung und der systematischen ökologischen Transformation von Bestandsgebäuden sollen neue Anwendungsbereiche und -systeme entstehen und damit erhebliche Fortschritte in Bezug auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz erzielt werden.  

Dr. Uwe Forgber, Gründer und CEO von Realcube und Initiator der DIN SPEC: „Die DIN SPEC 91475 bedeutet einen großen Schritt in Bezug auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit der Immobilienwirtschaft. Durch die einheitliche Datensprache wird es möglich sein, wichtige Daten und Erhebungen in Echtzeit auszutauschen und zu analysieren. Damit legen wir die Grundlagen für eine tatsächliche ökologische Analyse der Immobilienbestände.“ 

Die Konsortialpartner 

Erarbeitet wurde der Standard von einem hochkarätigen Konsortium aus Expertinnen und Experten folgender Organisationen: Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V., blackprintpartners GmbH, Madaster Germany GmbH, 21 Real Estate GmbH, Realcube GmbH, LIST AG, Lookthrough AG, pom+ Deutschland GmbH, white energy GmbH. 

Die DIN SPEC 91475 steht beim Beuth Verlag unter www.beuth.de zum kostenlosen Download bereit. 

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DIN e. V.
Pressesprecher
Julian Pinnig

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