Presse

2021-02-26

Analytik von Kunststoffen in der Umwelt

DIN gründet Gemeinschaftsarbeitsausschuss

Am 24. Februar 2021 wurde im DIN-Normenausschuss Wasserwesen (NAW) in Zusammenarbeit mit dem DIN-Normenausschuss Kunststoffe (FNK) der Gemeinschaftsausschuss NAW/FNK NA 119-01-06 GA Analytik von Kunststoffen und synthetischen Polymeren in umweltrelevanten Matrizes einschließlich Biota gegründet. An der Gründungssitzung haben über 50 Vertreterinnen und Vertreter von Bund und Ländern, Wirtschaftsverbänden, Geräteherstellern, Laboren, NGOs, Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen teilgenommen. Zum Obmann wurde Dr. Claus-Gerhard Bannick, Umweltbundesamt, gewählt. Der NAW/FNK NA 119-01-06 GA spiegelt eine Gemeinsame Arbeitsgruppe (Joint Working Group (JWG)) auf internationaler Ebene zwischen ISO/TC 147 Wasserbeschaffenheit und ISO/TC 61 Kunststoffe im gleichen Themenfeld. Die JWG war auf Initiative von DIN vor dem Hintergrund einer bislang fehlenden abgestimmten internationalen Untersuchungsmethodik eingerichtet worden. Der unerwünschte Eintrag von Kunststoffen in die Umwelt ist eine internationale Herausforderung. Zur Lösung sind deshalb auch internationale Untersuchungsverfahren nötig.

Der NAW/FNK NA 119-01-06 GA erarbeitet Normen und Standards, die die Analytik von Kunststoffen (Makro-, Mikro-, Nanoplastik) sowie weiterer synthetischer Polymere in umweltrelevanten Matrices beinhalten – einschließlich der Bewertung der Validität der Analysenverfahren. Der Begriff „Kunststoff“ wird dabei weit gefasst und beinhaltet auch die Elastomere. Mit der Analytik werden die Bereiche Probenahme, Probenaufbereitung und chemisch-physikalische sowie biologische Detektionsverfahren, einschließlich ökotoxikologische Wirkungstests umfasst. Zu den umweltrelevanten Matrices zählen u. a. alle Wasserarten (einschließlich Trinkwasser), Sedimente, Böden (einschließlich subhydrischen Böden), Schlämme, Abfälle (organisch und mineralisch) sowie Biota (z. B. für Zwecke der Umweltbeobachtung oder naturschutzfachlicher Fragestellungen). In den Normen und Standards werden alle den Messwert beeinflussenden Randbedingungen, wie z. B.: Terminologie, Messstrategie, Probenahmehäufigkeit, -art, -dauer, Probenkonservierung, -lagerung, transport und -vorbereitung, das Analysenverfahren und die Auswertung (einschließlich Mess-, Ergebnisunsicherheiten), festgelegt. Darüber hinaus können Verfahren erarbeitet werden, wie diese Messmethoden anzuwenden sind, beziehungsweise wie deren Ergebnisse auszuwerten und analytisch zu bewerten sind.

Der Anwendungsbereich der Normen wird sich auch auf die Überwachung des Erfolgs von Maßnahmen zur Herstellung eines guten Umweltzustands, hier im Wesentlichen bezogen auf den Schutz und Zustand des Wassers, des Bodens und der durch diese betroffenen weiteren Schutzgüter (z. B. menschliche Gesundheit, Pflanzen, Tiere) erstrecken. Der Gemeinschaftsausschuss verfolgt bei der Entwicklung von Normen und Standards grundsätzlich einen horizontalen matrixübergreifenden Ansatz. Die mögliche Ausweitung der Anwendung der Detektionsverfahren auf weitere Matrizes (iterativer Ansatz) ist mit den relevanten Gremien anzustreben und im Einzelfall zu prüfen.

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