DIN Verbraucherrat
Mehr Sicherheit für vernetzte und batteriebetriebene Haushaltsgeräte
Normenreihe DIN EN IEC 60335-1
Die Normenreihe DIN EN IEC 60335 legt Sicherheitsanforderungen für elektrische Haushaltsgeräte und ähnliche Anwendungen fest. Während Teil 1 die allgemeinen Sicherheitsanforderungen enthält, ergänzen die zahlreichen produktspezifischen Teile 2 diese um Anforderungen, beispielsweise für Kühlschränke, Waschmaschinen, Staubsauger oder Haartrockner.
Mit der Veröffentlichung von DIN EN IEC 60335-1 „Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke – Teil 1: Allgemeine Anforderungen“ im September 2026 wird die bisherige Ausgabe aus dem Juli 2024 abgelöst.
Was aus Verbrauchersicht verbessert wurde
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist diese Aktualisierung wichtig, weil Haushaltsgeräte heute zunehmend digital vernetzt sind und häufiger mit leistungsstarken Akkus betrieben werden. Die Norm adressiert damit Risiken, die im Alltag unmittelbare Auswirkungen auf Sicherheit, Vertrauen und Nutzbarkeit solcher Produkte haben können.
Besonders relevant ist die stärkere Berücksichtigung vernetzter Produkte. Erstmals enthält die Norm verbindliche Anforderungen zur Cybersicherheit in einem neuen normativen Anhang U. Ziel ist es, Manipulationen durch unbefugte Zugriffe, fehlerhafte Datenübertragungen oder unsichere Software-Updates zu verhindern. Zudem werden Anforderungen an die Authentizität und Integrität von Daten sowie an die sichere Trennung sicherheitsrelevanter und kommunikationsbezogener Software festgelegt.
Ein zweiter Schwerpunkt betrifft batteriebetriebene Geräte. Die neue Ausgabe enthält umfangreiche Anforderungen für Lithium-Ionen-Batterien, darunter Vorgaben zum Laden, zum Batteriemanagement, zu Überlade- und Kurzschlussszenarien sowie zum Schutz vor Überhitzung und Bränden. Ergänzend wurden neue Prüfungen und Schutzmaßnahmen für Batterien und Batteriepacks aufgenommen.
Weitere Verbesserungen betreffen:
- die Berücksichtigung von Gefährdungen durch optische Strahlung, beispielsweise LEDs,
- modernisierte Anforderungen an softwaregesteuerte Sicherheitsfunktionen,
- aktualisierte Prüfverfahren für elektronische Schutzsysteme.
Weitere wichtige Verbraucherthemen im Blick behalten
Der DIN-Verbraucherrat begleitet solche Normungsprozesse mit dem Ziel, Verbraucherinteressen frühzeitig einzubringen und technische Anforderungen aus Alltagsperspektive zu bewerten. Dabei geht es nicht nur um die unmittelbare Produktsicherheit, sondern auch um Fragen der verlässlichen Nutzung, der digitalen Sicherheit und der Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher.
Die neue DIN EN IEC 60335-1 stärkt die Produktsicherheit vernetzter und batteriebetriebener Haushaltsgeräte deutlich. Gleichzeitig behandelt sie nicht alle Aspekte digitaler Produkte. Themen wie Datenschutz, Vertraulichkeit der Kommunikation, langfristige Softwarepflege sowie die Versorgung mit Sicherheitsupdates werden in anderen Normen, Regelwerken und gesetzlichen Vorgaben behandelt. Aus Sicht des DIN-Verbraucherrats sind diese Themen ebenso wichtige Voraussetzungen damit Verbraucherinnen und Verbraucher modernen Haushaltgeräten vertrauen und verlässlich gebrauchen können.