DIN-Normenausschuss Heiz- und Raumlufttechnik sowie deren Sicherheit (NHRS)
IEC 61131-3
Speicherprogrammierbare Steuerungen - Teil 3: Programmiersprachen
Programmable controllers - Part 3: Programming languages
Einführungsbeitrag
Seit der Veröffentlichung der ersten Ausgabe im Jahre 1993 hat sich der Anwendungsbereich der Norm stark verändert. Während dieser Zeit wurde die Norm in großem Umfang weltweit angewendet. Durch die vielen Erfahrungswerte, die bei der praktischen Anwendung der Norm ermittelt wurden, ergaben sich auch Ungereimtheiten, Widersprüche und ungelöste Fragen. Außerdem zeigten sich Anforderungen, die schwierig zu realisieren sind. Die Anwender der Norm, z. B. SPS-Hersteller und -Anwender, sowie Software-Häuser, die SPS-Programmiertools entwickeln, lieferten viele Änderungs- und Verbesserungsvorschläge.
Um die von den Anwendern geleisteten Investitionen zu erhalten und den Nutzen der existierenden norm-konformen Steuerungssoftware sogar zukünftig zu erweitern, wurde die zweite Ausgabe, 2003, erstellt.
Sämtliche Änderungen und Erweiterungen sind strikt aufwärts-kompatibel, d. h., ein Anwenderprogramm, das norm-konform zur ersten Ausgabe ist, muss dies auch bezüglich der zweiten Ausgabe bleiben. Die einzige Ausnahme ist der Gebrauch der eckigen statt der runden Klammern bei den Datenfeldern und einiger Namensänderungen bei den Zeitdaten-Funktionen.
Im Folgenden sind kurz die wichtigsten Erweiterungen aufgeführt, die für alle definierten Sprachen gleichermaßen gelten:
- Doppel-Byte-Strings für die Darstellung von Zeichen in allen Fremdsprachen, z. B. auch in Japanisch
- direkte Adressierung mit noch nicht vollständigen Pfadnamen mittels "Wild-Card"
- Deklaration von temporären Variablen
- die Attribute "retain" und "non retain" für die Kennzeichnung von gepufferten und nicht gepufferten Variablen
- die formalen und nicht formalen Aufrufe bei Funktionen (d. h. mit und ohne Parameter-Namen, auch für Funktionsausgänge: wie bei Funktionsbausteinen)
- BCD-Wandlungsfunktionen
- Funktionen für die Zeit-Datentypen
- erweiterte Initialisierungsmöglichkeiten für Funktionsbausteine
- Initialisierung von Konfiguration.
Außerdem wurden einige Erweiterungen hinsichtlich der Anweisungsliste und bei Sprachelementen der Ablaufsprache vorgenommen.
Die erweiterten Spracheigenschaften führten zu entsprechenden Änderungen in der formalen Syntax und Semantik im Anhang B der Norm.
Eine Übernahme von IEC 61131-3 in das Deutsche Normenwerk als DIN-EN-Norm ist vorgesehen.