DIN/VDI-Normenausschuss Akustik, Lärmminderung und Schwingungstechnik (NALS)
Rudolf-Martin-Ehrenurkunde für Herrn Anton Homm
Der NALS ehrt Herrn Dipl.-Phys. Homm im Rahmen der DAGA 2026 in Dresden
© DIN
Laudatio für Herrn Dipl.-Phys. Anton Homm
Beruflicher Werdegang
Herr Anton Homm legte 1979 in Freising sein Abitur ab und studierte anschließend Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
Seine berufliche Laufbahn begann in der Fraunhofer Forschungsgruppe für Hydroakustik. Dort arbeitete er an grundlegenden Entwicklungen der numerischen Akustik – insbesondere mit FEM und BEM Verfahren. Früh setzte er wichtige Impulse in der Propellerakustik. Dazu gehörten Untersuchungen an skalierten Modellen in Zusammenarbeit mit Versuchsanstalten und spezialisierte Messkampagnen auf dem Ammersee. Auch bei der Entwicklung lärmmindernder Schiffskonzepte war er von Beginn an engagiert beteiligt.
In den 1990er Jahren wechselte Herr Anton Homm an die Forschungsanstalt der Bundeswehr für Wasserschall und Geophysik in Kiel. Dort beschäftigte er sich intensiv mit Strömungsakustik und führte numerische Rechenverfahren auf UNIX Systemen ein. Ein einjährigen Forschungsaufenthalt in den USA, Rhode Island New Port, vertiefte seine Expertise im Bereich numerischer Methoden erheblich.
Nach seiner Rückkehr übernahm er Aufgaben in der Strukturakustik und verband numerische Modellierung mit praktischen Messungen auf See. Diese Kombination prägte sein gesamtes späteres Wirken.
2004 folgte der Wechsel zur WTD 71. Dort war er zunächst als Dezernent und später als Geschäftsfeldmanager im Akustikzentrum tätig, das Wasserschall, Körperschall, Luftschall, Schwingungen und hydrodynamischen Druck vereinte.
Über zwei Jahrzehnte lang leitete er außerdem den „Ausschuss zur Minderung von Geräuschen auf Schiffen der Bundeswehr“. Dieses langjährige Engagement zeigt eindrucksvoll seine fachliche Autorität und seine Fähigkeit, Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenzubringen.
In dieser Zeit initiierte und begleitete er zahlreiche Forschungsprojekte, die unser Verständnis der Schallabstrahlung von Schiffen entscheidend verbessert haben. Ein Beispiel ist der von ihm organisierte DEGA Herbstworkshop 2005, aus dem die Idee eines internationalen Benchmarks für Unterwasserschallmessstellen hervorging.
Leistungen in der nationalen sowie internationalen Normung
Im Jahr 2008 trat Herr Anton Homm in die internationale Normungsarbeit der ISO ein – im Technical Committee 8, Subcommittee 2. Dort ging es um die Standardisierung akustischer Vermessungsverfahren für Handelsschiffe, angestoßen durch Diskussionen bei der IMO.
Mit der Gründung des neuen internationalen Normungsgremiums für Unterwasserakustik im Jahr 2011 – des ISO TC43/SC3 – übernahm Herr Anton Homm von Anfang an eine zentrale Rolle. Er war maßgeblich daran mitbeteiligt, laufende Normungsarbeiten in dieses Gremium zu überführen und weiterzuentwickeln. Seine fundierte technische Expertise, seine umfangreiche praxisnahe Erfahrung und seine Fähigkeit, komplexe Inhalte verständlich zu erklären, verschafften ihm rasch großes internationales Ansehen.
Seit 2012 ist Herr Anton Homm Obmann des deutschen Spiegelausschusses (NA 001-02-05 AA) bei DIN. In dieser Rolle vertritt er die nationalen Interessen Deutschlands mit großer Souveränität, fachlicher Präzision und bemerkenswertem diplomatischem Geschick.
Unter seiner Mitwirkung entstanden zentrale Normen – sowohl zur emissionsseitigen Vermessung von Unterwasserschall von Schiffen als auch zur Bewertung von Rammschall bei Offshore Windkraftanlagen. Ein besonderes Verdienst ist seine maßgebliche Beteiligung an der Entwicklung der Normenreihe ISO 172081, 2 und 3.
Herr Anton Homm gilt weltweit als kompetenter und verlässlicher Gesprächspartner. Sein Engagement, seine Klarheit in der Analyse und seine Unterstützung zahlreicher Forschungsinitiativen haben das Verständnis der Schallabstrahlung von Schiffen wesentlich vertieft. Besonders hervorzuheben ist auch sein vorausschauendes Handeln: Er hat frühzeitig für eine nachhaltige und qualifizierte Nachfolge in der Normungsarbeit gesorgt.
Die Rudolf-Martin-Ehrenurkunde würdigt somit nicht nur ein außergewöhnliches berufliches Lebenswerk, sondern einen Menschen, der mit Fachkompetenz, Ausdauer, Integrationskraft und persönlicher Souveränität die Unterwasserakustik und ihre internationale Normung entscheidend geprägt hat.
Herzlichen Glückwunsch, Herr Anton Homm.