DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE
DIN IEC 61511-1
; VDE 0810-1:2004-02
Funktionale Sicherheit - Sicherheitstechnische Systeme für die Prozessindustrie - Teil 1: Allgemeines, Begriffe, Anforderungen an System, Hardware und Software (IEC 61511-1:2003)
Functional safety - Safety instrumented systems for the process industry sector - Part 1: Framework, definition, system hardware and software requirements (IEC 61511-1:2003)
Einführungsbeitrag
In den meisten Fällen lässt sich die funktionale Sicherheit in der Prozessindustrie durch einen eigensicheren Prozess erreichen, wenn erforderlich, mit einer Anzahl von Schutzsystemen, die auf unterschiedlichen Technologien beruhen (chemische, mechanische, hydraulische, pneumatische, elektrische, elektronische, programmierbare elektronische Einrichtungen u. Ä.) und gegen jedes einzelne bekannte verbleibende Risiko ausgerichtet sind. Die Sicherheitsstrategie muss jedes einzelne sicherheitstechnische System im Zusammenhang mit den anderen Schutzsystemen betrachten.
Die betrachteten sicherheitstechnischen Systeme beruhen auf elektrischer (E), elektronischer (E) und programmierbarer elektronischer (PE) Technologie. Die Festlegungen sind aufbauend auf IEC 61508, aber auf die Prozessindustrie zugeschnitten.
Die Normenreihe IEC 61508 wird national unter der Bezeichnung DIN IEC 61508 (VDE 0803) veröffentlicht und betrifft die funktionale Sicherheit - Sicherheitssysteme (E/E/PES). Sie besteht zurzeit aus folgenden Teilen:
- Teil 1: Allgemeine Anforderungen
- Teil 2: Anforderungen an sicherheitsbezogene elektrische/elektronische/programmierbare elektronische Systeme
- Teil 3: Anforderungen an Software
- Teil 4: Begriffe und Abkürzungen
- Teil 5: Beispiele zu den Methoden für die Festlegung von Sicherheitsintegritätsleveln
- Teil 6: Anwendungsrichtlinie für Teile 2 und 3
- Teil 7: Anwendungshinweise über Verfahren und Maßnahmen.
Die entsprechenden nationalen Veröffentlichungen sind in Vorbereitung.
DIN IEC 61511-1 (VDE 0810 Teil 1) (Entwurf):
Der Norm-Entwurf enthält die Festlegungen für sicherheitstechnische Systeme, wie sie in der Prozessindustrie eingesetzt werden. Diese Systeme sind seit Jahren für sicherheitstechnische Aufgaben in der Prozessindustrie im Einsatz. Wenn Prozessleittechnik effektiv für sicherheitstechnische Aufgaben/Funktionen eingesetzt werden soll, muss sie bestimmten Mindestanforderungen und Leistungsleveln entsprechen.
In dem Norm-Entwurf sind die notwendigen Tätigkeiten im Sicherheits-Lebenszyklus beschrieben, damit die genannten Mindestanforderungen erfüllt werden können. Mit der aufgezeigten Vorgehensweise soll ein einheitliches technisches Verfahren erreicht werden. Die beschriebenen Festlegungen
- behandeln alle wichtigen Zeitpunkte innerhalb des Sicherheits-Lebenszyklus von dem anfänglichen Konzept, dem Entwurf, der Ausführung, dem Betrieb und der Instandhaltung bis hin zur Außerbetriebnahme
- erlauben es, bereits bestehende oder neue landesspezifische Normen für die Prozessindustrie hiermit zu harmonisieren.
DIN IEC 61511-2 (VDE 0810 Teil 2) (Entwurf):
Der Norm-Entwurf enthält Anleitungen zur Spezifikation, zur Planung, zur Installation, zum Betrieb und zur Instandhaltung sicherheitstechnischer Funktionen und der zugehörigen sicherheitstechnischen Systeme gemäß DIN IEC 61511-1.
DIN IEC 61511-2 ist so strukturiert, dass jeder Abschnitt auf den entsprechenden Abschnitt in DIN IEC 61511-1 Bezug nimmt.
DIN IEC 61511-3 (VDE 0810 Teil 3) (Entwurf):
In dem Norm-Entwurf werden die Beziehung zur Sicherheitsintegrität (Abschnitt 3) und die Bestimmungen des vertretbaren Risikos (Anhang A) sowie verschiedene Methoden zur Bestimmung der SILs für die sicherheitstechnischen Funktionen behandelt, die in verschiedenen Ländern angewendet werden (Anhänge B und F).
Für die Norm-Entwürfe ist das GK 914 "Funktionale Sicherheit elektrischer, elektronischer und programmierbarer elektronischer Systeme (E, E, PES) zum Schutz von Personen und Umwelt" zuständig.