Dentsply Sirona, Bensheim

Interview mit Stella Nehr-Werner, Global Clinical Affairs Manager

Stella Nehr-Werner, Dentsply Sirona
© Dentsply Sirona

Weil sich Hygiene in der Zahnmedizin weltweit nur in der Praxis beweist: Dentsply Sirona gibt Ärzten und Kliniken perfekt aufbereitete Instrumente an die Hand.

„Pro Monat wende ich ungefähr einen Tag für die Normungsarbeit bei DIN auf. Ich finde, nutzbringender kann ich diese Zeit nicht investieren.“

Das Interview

Warum und seit wann engagieren Sie sich in der Normung?
Ich bin seit Herbst 2015 DIN-Mitglied und arbeite in der Normung mit. Ausschlaggebend für diesen Schritt war meine Erkenntnis, dass der niedergelassene zahnärztliche Bereich in Hinblick auf die Anforderungen an Reinigungs- und Desinfektionssysteme unterrepräsentiert ist. Hier geht es um das Thema Aufbereitung. Für meinen Bereich der „Zahnärztlichen Übertragungsinstrumente“ geht es um kleinere, kompakte, schnelle Aufbereitungsgeräte, da wollen wir bei DIN mitreden. Und weil wir Hersteller sowohl von Aufbereitungsgeräten als auch von Instrumenten sind, verfügen wir über breites Know-how und können interessante Beiträge in die Gremien einbringen.

In welchen Normungsgremien sind Sie vertreten?
Zusammen mit einem Kollegen bin ich im Normenausschuss NAMeD 063 Medizin vertreten. Zudem arbeite ich in der Working Group ISO TC 198, Sterilisation of Health Care Products, mit.

Welche Normungsthemen sind in der Corona-Krise für Ihr Unternehmen in den Vordergrund
gerückt?

Generell haben alle Normen zu Hygiene und Aufbereitung für Dentsply Sirona einen sehr hohen Stellenwert. Insofern hat sich durch Corona nichts geändert. Wichtiger sind aber die Anforderungen an Kommunikation, Aufklärung und Unterstützung für unsere Kunden geworden. Hier gab es viele Fragen und Unsicherheiten, insbesondere zu Aerosolen, Absaugung, Umgang mit Wasser führenden Systemen in unseren Behandlungseinheiten usw. Da konnten wir vieles anbieten.

Wie hat die Corona-Pandemie Ihre persönliche Gremienarbeit beeinflusst?
Es gibt keine Reisen. Dadurch fehlt der persönliche Austausch mit den internationalen Gremien – Netzwerken fällt flach. Wir können dieses Manko zwar online überbrücken, aber es macht die Gremienarbeit sehr anstrengend. Wurde alles von allen verstanden? Man weiß es nicht, weil es keine Rückmeldung über Gestik oder Mimik gibt. Die persönliche Begegnung ist
und bleibt essenziell.

Was ist Ihnen bei der Normungsarbeit besonders wichtig?
Ich sehe zwei wesentliche Aspekte. Zum einen ist es der Schutz der Patienten durch genormte, also vergleichbare Medizinprodukte. Und zum anderen die bunte Mischung, damit meine ich den Austausch mit Experten, Mikrobiologen, Chemikern, Ingenieuren usw.

Konnten Sie schon Normen auf den Weg bringen?
Bei der DIN 58341 haben wir buchstäblich mit dem weißen Blatt Papier begonnen. Das ist eine völlig neue Norm aus dem Jahr 2020 zu den Anforderungen an die Validierungen von Reinigungs- und Desinfektionsverfahren. Die Arbeit an der Norm war nicht nur spannend, sondern hat auch viel Spaß gemacht.

Welche Vorteile hat Ihr Unternehmen bzw. haben Ihre Produkte dadurch am Markt?
Die Mitarbeit an Normen hält uns und unsere Produktenwicklungen am Puls der Zeit. Ganz aktuell profitiert unsere F & E sowie das Produktmanagement von dem engen Austausch mit DIN. Auch im Bereich der Clinical Affairs, zum Beispiel bei Studien, punkten wir durch unsere Normungsarbeit.

An welchen Netzwerkveranstaltungen nehmen Sie teil – was vermissen Sie bei DIN?
Was die Veranstaltungen betrifft, kommt es auf die Definition an. Interessante Kongresse, wie die der Deutschen Gesellschaft für Sterilgutversorgung (DGSV) und der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) sowie der World Federation For Hospital Sterilisation Sciences (WFHSS) nehme ich sehr gern mit. Bei DIN wünsche ich mir grundsätzlich mehr Tempo im Normungsprozess. Aber da hat DIN auch schon eine Initiative gestartet und neue Fristen gesetzt.

Welchen Tipp geben Sie Unternehmen, die in der Normung aktiv werden wollen?
Hier empfehle ich, mutig zu sein und Gas zu geben. Schickt Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in die Gremien, die gut netzwerken können und Spaß am fachlichen battlen haben. So wird nicht nur das Unternehmen sichtbarer, auch die Produkte werden stärker wahrgenommen. Das ist wichtig.

Welche Zukunftsthemen kommen auf Ihre Branche zu? Wie können Normen dabei helfen?
Wir haben zwar keine Glaskugel, aber nach meiner Einschätzung werden Hygiene, im Speziellen in Hinblick auf Aufbereitung sowie Wasser und Aerosole Topthemen bleiben. Hinzu kommt natürlich die Digitalisierung, denken wir nur an die Vernetzung – beispielsweise vom Röntgenbild zur Bohrschablone – das bringt Behandlern und Patienten große Vorteile.


Ihr Kontakt

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E-Mail: inside@din.de
Tel: 030 2601-2020

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Explosionsdarstellung eines Winkelstücks aus der eigenen Herstellung
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Dentsply Sirona am Standort Bensheim
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Über Dentsply Sirona

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Unternehmensgröße: Bensheim, mit 1.500 Mitarbeitern größter Produktionsstandort
Branche: Medizinprodukte Hersteller
Mitarbeiterzahl: 15.000 in 40 Ländern
Jahresumsatz: ca. 4 Milliarden US - Dollar
international tätig: Headquarter in den USA, Vertriebspräsenz in 120 Ländern, 5.000 Vertriebspartner weltweit