Aus der Normungspraxis: Die HR Consulting GmbH Hartmut Rippen

Interview mit Hartmut Rippen, Sachverständiger für Thermisches Spritzen (zertifiziert nach DIN EN ISO/IEC 17024)

Hartmut Rippen, HR Consulting GmbH
© HR Consulting GmbH

Weil das Thermische Spritzen keine oberflächliche Angelegenheit ist: Hartmut Rippen bringt sein tiefgreifendes Wissen in erfolgreiche Kundenbeziehungen und in die Normung ein.

„Die langjährige Normungsarbeit bei DIN hat meine Branchenkollegen und mich im besten
Sinn des Wortes zusammengeschweißt.“

Hartmut Rippen

Das Interview

Warum und seit wann sind Sie in der Normung aktiv?
Tatsächlich spiele ich schon seit den 1980er Jahren eine aktive Rolle in der Normung. Damals hat mich mein Arbeitgeber, die Metco Europe, heute Oerlikon Metco, als Delegierter zu DIN entsandt. Unser Ziel war es, unsere marktaktuellen Produkte aus der Oberflächentechnik mit in die Normen einfließen zu lassen. Nach 36 Jahren beim Weltmarktführer Metco bin ich nun seit 2016 als selbstständiger Sachverständiger und technischer Berater für das Thermische Spritzen in DIN Gremien vertreten.

In welchen Normungsgremien arbeiten Sie mit?
Ich arbeite mit im DIN-Normenausschuss „Schweißen und verwandte Verfahren“ (NAS) und dort im NA 092–00–14 AA, das ist der Arbeitsausschuss Thermisches Spritzen und Thermische gespritzte Schichten. Hier arbeiten wir auch ganz eng mit dem Deutschen Verband für Schweißtechnik, DVS, zusammen. Unsere gemeinsamen Themen reichen von Schichteigenschaften sowie Drähten, Stäben und Schnüren zum Flammspritzen über die Messung von Pulverförderraten und Scratch Tests bis hin zu den Sicherheitsanforderungen an Thermische Spritzanlagen und das Überarbeiten verschiedener DVS-Merkblätter.

Welche Normungsthemen sind in der Corona-Krise für Sie in den Vordergrund gerückt? 
Da fällt mir nichts Spezielles ein – weder als Berater noch als Sachverständiger für Thermisches Spritzen – Corona hat keinen Einfluss auf meine Tätigkeiten.

Wie hat die Corona-Pandemie Ihre persönliche Gremienarbeit beeinflusst?
Im Grunde geht es uns in den Gremien wie vielen anderen wahrscheinlich auch: Es fehlt der persönliche zwischenmenschliche Kontakt und der Erfahrungsaustausch – der hat für uns neben der eigentlichen Normungsarbeit eine gewisse Bedeutung. Wir kennen uns zum Teil ja schon seit Jahrzehnten und lernen viel voneinander aus unserer täglichen Praxis. Da kommt im persönlichen Gespräch eine neue Idee oder eine Lösung auf den Tisch, von der wir alle profitieren können.

Was ist Ihnen bei der Normungsarbeit besonders wichtig?
Dass wir als Normungsgremium am Ball bleiben. Ich halte es für sehr wichtig, dass wir veraltete Normen zügig überarbeiten und auf den neuesten Stand der Technik bringen. Dabei müssen unsere Kenntnisse aus dem Arbeitsalltag sowie aktuelle Technologie-Entwicklungen in die Überarbeitungen und Erneuerungen einfließen.

Konnten Sie schon Normen auf den Weg bringen?
Das gesamte Gremium in dem ich mitarbeite, hat bereits eine ganze Reihe von Normen auf den Weg gebracht, wie z.B. die DIN EN 1395-4 Thermisches Spritzen, Abnahmeprüfungen für Anlagen zum Thermischen Spritzen-Teil 4: Plasmaspritzen; Deutsche Fassung EN 1395 – 4:2007 und viele andere mehr. Das gelingt uns unter anderem deshalb, weil wir eine Sprache sprechen und unsere Protokolle grundsätzlich gemeinsam absprechen. Konsens ist unser Erfolg.

Welche Vorteile hat Ihr Unternehmen bzw. haben Ihre Produkte dadurch am Markt? 
Früher, als Delegierter von Metco Europe, hat meine Mitarbeit dazu geführt, dass spezielle Entwicklungen des Weltmarktführers im Bereich des Thermischen Spritzens und natürlich auch Produkte als Neuheiten in Normen mit eingeflossen sind. Und noch heute werde ich als Berater und Sachverständiger dazu angesprochen und kann viele Fragen aufarbeiten.

An welchen Netzwerkveranstaltungen nehmen Sie teil – was vermissen Sie bei DIN?
Ich bin Mitglied im Deutschen Verband für Schweißtechnik DVS, in der Gemeinschaft Thermisches Spritzen GTS und im Förderverein des Institut für Oberflächentechnik IOT der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule RWTH Aachen. An Veranstaltungen und Mitgliederversammlungen dieser Gremien nehme ich natürlich ebenfalls teil. Bei DIN speziell vermisse ich nichts.

Welchen Tipp geben Sie Unternehmen, die in der Normung aktiv werden wollen?
Werden Sie aktiv, arbeiten Sie gestalterisch mit. Bei DIN haben Sie die einmalige Chance, auf Entwicklungen in Ihrer Branche Einfluss zu nehmen. Auch interessant ist, dass sich Unternehmen, deren Mitarbeiter aus DIN-Gremien ausgeschieden sind, gern für Neueinsteiger öffnen.

Welche Zukunftsthemen kommen auf Ihre Branche zu? Wie können Normen dabei helfen?
Große Themen sind natürlich der Umwelt- und Ressourcenschutz. Dazu kommt die Sicherheit für Arbeitnehmer durch optimale Arbeitsbedingungen,  die  Qualitätssicherung und die Ökonomie verschiedener Produktionsschritte. Da können Normen neue Wege und Möglichkeiten schaffen, diese wichtigen Faktoren zusammen wirken zu lassen.

Welche konkreten Ziele verfolgen Sie persönlich mit der Normungsarbeit bei DIN, CEN oder ISO?
Ich engagiere mich hauptsächlich national bei DIN. Aber die Technologien, für die ich meine Expertise einsetze, wirken natürlich weltweit. Deshalb ist und bleibt es mein Ziel, immer auf dem Stand der Technik zu sein, State of the Art. Ich will meine beruflichen Erfahrungen als Sachverständiger für Thermisches Spritzen weiter in Arbeitskreise einbringen, aber auch die Erfahrung meiner Kollegen in den Gremien, ihre aktuellen Erkenntnisse und erarbeitete Ergebnisse im Sinne meiner Kunden nutzen.

Ihr Kontakt

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E-Mail: inside@din.de
Tel: 030 2601-2020

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Unternehmensgröße: Ein Büro in Idstein, eine Mitarbeiterin 
Branche: Sachverständiger für Thermisches Spritzen, zertifiziert nach DIN EN ISO/IEC 17024