Presse

2026-06-08

DIN und Sovereign Tech Agency bringen Open-Source-Fachleute in internationale Normung

Code trifft Norm

Adriana Groh und Christoph Winterhalter unterzeichnen MoU
© Peter-Paul Weiler

Open-Source-Fachleute sind oft dort präsent, wo digitale Infrastruktur entsteht – aber bislang nur selten dort, wo internationale Standards erarbeitet werden. Für die Mitarbeit in internationalen Normungsgremien fehlen oft Zeit und Finanzierung. 

Mit einer neuen Kooperation wollen das DIN und die Sovereign Tech Agency dazu beitragen, dass Open-Source-Expertise künftig früher und systematischer in internationale Standardisierungsprozesse einfließt. Dazu haben beide Organisationen ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. 

Sovereign Tech Agency ermöglicht, DIN begleitet den Weg in die Gremien 

Die Kooperation baut auf dem Sovereign Tech Standards Netzwerk der Sovereign Tech Agency auf. Das Pilotprogramm ermöglicht Open-Source-Expertinnen und -Experten, ihr Praxiswissen direkt in internationale Normungsprozesse – etwa bei der ISO – einzubringen. Die Sovereign Tech Agency baut dafür ein Netzwerk erfahrener Fachleute auf, vergütet ihre Arbeit in den Normungsgremien und stellt mit gezieltem Onboarding und Mentoring sicher, dass sie sich erfolgreich einbringen können. DIN bringt seine Expertise in internationalen Normungsprozessen ein, unterstützt bei der Auswahl der teilnehmenden Open-Source-Fachleute und begleitet sie auf ihrem Weg in die internationale Normungsarbeit. 

Ziel ist es, Open-Source-Perspektiven frühzeitig in die Entwicklung internationaler Standards einzubringen – zum Beispiel in Bereichen wie Cloud-Diensten, KI-Systemen, Datenräumen, Quantentechnologien oder Cybersecurity. So können Interoperabilität, Praxisnähe und technologische Wahlfreiheit von Beginn an stärker berücksichtigt werden. 

Warum Open-Source-Perspektiven in der ISO-Normung heute fehlen 

Internationale Standards entstehen im Austausch von Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlicher Hand und weiteren Fachkreisen. Open-Source-Fachleute, die häufig an zentralen digitalen Infrastrukturen mitarbeiten, sind dort bislang noch vergleichsweise selten vertreten. Fehlen diese Perspektiven, können Anforderungen an Interoperabilität, Umsetzbarkeit und Herstellerunabhängigkeit früh in der Standardisierung zu kurz kommen.  

„Internationale und herstellerunabhängige Standards schaffen faire Wettbewerbsbedingungen. Open Source überführt diese Standards schnell in die Praxis. Normung und Open Source sind dabei keine Gegensätze, sondern verstärken sich gegenseitig: Normen schaffen Vertrauen und Interoperabilität, während Open Source die praktische Umsetzung erleichtert, Innovation beschleunigt und Erfahrungen aus der Anwendung zurück in die Standardisierung trägt. Das Pilotprogramm der Sovereign Tech Agency leistet dazu einen wichtigen Beitrag", sagt Christoph Winterhalter, Vorstandsvorsitzender von DIN. 

„Viele der Technologien, auf denen Europas digitale Infrastruktur beruht, entstehen in Open-Source-Projekten. Die Expertise aus diesen Projekten muss dort vertreten sein, wo internationale Standards erarbeitet werden. Das Sovereign Tech Standards Netzwerk ermöglicht es, die Perspektiven aus der Umsetzung einzubringen, damit digitale Infrastruktur interoperabel, offen und praxisnah bleibt", betont Adriana Groh, Geschäftsführerin der Sovereign Tech Agency. 

Standards, die ohne Praxiswissen aus der Open-Source-Entwicklung entstehen, regulieren eine Realität, die sie nicht kennen. DIN und Sovereign Tech Agency wollen das ändern – und Open-Source-Expertise künftig stärker in internationale Normungsprozesse einbringen. 

Aufruf zur Mitwirkung an die Open-Source-Community 

Auch unabhängig vom Pilotprogramm lädt DIN-Fachleute aus der Open-Source-Community dazu ein, ihre Expertise in die internationale Normung einzubringen. Wer digitale Technologien entwickelt, implementiert oder weiterdenkt, kann sich in den relevanten Normungsgremien aktiv an der Entwicklung künftiger Standards beteiligen und so zu interoperablen, praxisnahen und zukunftsfähigen Lösungen beitragen.  

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Pressesprecher
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