Presse

2023-07-17

Krisenvorsorge: Kritische Infrastrukturen schützen

DIN veröffentlicht Whitepaper

Das Whitepaper wurde von Expert*innen aus Unternehmen, Bundesbehörden, Verbänden und Katastrophenschutzbehörden erarbeitet.
© DIN

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig es für ein Land ist, seine kritischen Infrastrukturen zu schützen – das Hochwasser im Ahrtal, die Covid-19-Pandemie oder der Ukraine-Krieg sind Beispiele dafür. Dabei stehen Anlagen und Systeme im Zentrum, die von wesentlicher Bedeutung für das Funktionieren der Gesellschaft sind und die Gesundheit, die Sicherheit und das wirtschaftliche oder soziale Leben sicherstellen.

Breite Expertise

Um die kritischen Einrichtungen in den EU-Mitgliedsstaaten besser vor Naturgefahren, Sabotage und Cyberangriffen zu schützen, sind im Januar zwei EU-Richtlinien zum Schutz kritischer Infrastrukturen in Kraft getreten. Begleitend hierzu wurde ein Eckpunktepapier des Bundesministeriums des Inneren und für Heimat zum geplanten KRITIS-Dachgesetz in Deutschland veröffentlicht. Vor diesem Hintergrund hat die Koordinierungsstelle Sicherheitswirtschaft – kurz KoSi – ein Whitepaper mit dem Titel „Normung und Standardisierung bei der Ausgestaltung des KRITIS-Dachgesetzes“ herausgegeben. Erarbeitet wurde das Whitepaper von Expert*innen von BSI, BHE, Malteser Hilfsdienst, ZVEI, Technischen Hilfswerk, der TH Brandenburg, der Projektgruppe zur Schaffung eines Landesamts für Katastrophen­schutz, dem Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie, der Siemens AG, der Bosch Sicherheitssysteme GmbH, der VdS Schadensverhütung GmbH, der KÖTTER Unternehmensgruppe und Datenschutz Dobert. Das Dokument steht ab sofort auf www.din.de kostenlos zum Download bereit.

Normen und Standards als wichtiges Werkzeug  

Grundlage für dieses Whitepaper war ein Workshop, an dem Teilnehmer*innen aus Unternehmen, Bundesministerien, Verbänden und Katastrophenschutzbehörden teilgenommen haben. Das entstandene Dokument setzt Ziele bei Normen und Standards, die im Dachgesetz zu verankern sind. Das Whitepaper hilft so dem Gesetzgeber, kritische Infrastrukturen auf dem aktuellen Stand der Technik zu schützen. Martin Zeidler, Vorsitzender der KoSi und Referatsgruppenleiter Einsatz bei der Bundesanstalt Technisches Hilfwerk, sagte zur Veröffentlichung des Whitepapers: „Normen und Standards sind ein wichtiges Werkzeug, um präventive Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz von Organisationen zu etablieren. Das KRITIS-Dachgesetz muss Normen und Standards eindeutig als Mittel zur Erfüllung der Schutzziele nennen.“

Abstufung in verschiedene Gefährdungsstufen

Für KRITIS-Betreibende ist es zum Beispiel wichtig zu wissen welchen Regularien und Anforderungen sie unter dem geplanten KRITIS-Dachgesetz unterliegen werden und mit welchen Normen und Standards sie diese erfüllen können. Das Whitepaper empfiehlt dazu eine Abstufung in verschiedene Gefährdungsstufen, um angemessene praktische Maßnahmen ableiten zu können. Die Autoren des Whitepapers schlagen auch vor, ganzheitliche und prozess- und ressourcenbasierte Business Continuity Managements (BCM) einzurichten. Die Einführung eines BCM ermöglicht es Organisationen, für sich individuell passgenaue Maßnahmen zu identifizieren. Sektorbezogene, gleichlautende und organisationsunspezifische Maßnahmen empfiehlt das Whitepaper hingegen nicht, weil sie genau dieses Ziel verfehlen würden.

Zum Hintergrund: die Koordinierungsstelle Sicherheitswirtschaft

Die Koordinierungsstelle Sicherheitswirtschaft befasst sich mit branchenübergreifenden normungs-, standardisierungs- und forschungsbezogenen Aktivitäten für die Sicherheitsbranche. Sie sorgt für eine enge Zusammenarbeit der DIN-Gremien und steht allen Interessierten der Sicherheitswirtschaft als zentraler Ansprechpartner zur Verfügung.

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