Presse

2019-10-31

Circular Economy im Fokus

© DIN

Am 29. Oktober 2019 veranstalteten CEN & CENELEC den Stakeholder Workshop “Materials – Value chains for circular economy: Metal, Wood, Plastic and concrete” in Brüssel. Mehr als 200 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft, NGOs, Vertreter der Europäischen Union sowie weitere politische Entscheider folgten der Einladung und diskutierten Herausforderungen und Bedarfe in der Circular Economy.    

Christoph Winterhalter, Vorsitzender des Vorstands bei DIN e. V. und CEN Vice President Policy begrüßte die Workshop-Teilnehmer und lud alle Stakeholdern dazu ein, gemeinsam eine Vision für die Circular Economy zu entwickeln. Diese Vision soll den europäischen Normungsorganisationen CEN & CENELEC dann als Orientierung für die Entwicklung konkreter Maßnahmen zur Stärkung der zirkulären Wirtschaft dienen.

Im ersten Teil des Workshops lag der Fokus auf den Herausforderungen und Bedürfnissen in den Wertschöpfungsketten Metall, Holz, Kunststoffe und Beton. Als größte Herausforderungen wurden dabei eine fehlende Terminologie für die Circular Economy, das Fehlen einer übergeordneten Rahmensetzung, das Erreichen einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz von zirkulären Produkten sowie die damit verbundene Wirtschaftlichkeit, ein verlässlicher Informationsaustausch entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie die Schaffung einer Vertrauensbasis zwischen den Marktakteuren im Warenkreislauf identifiziert.

Im zweiten Teil der Veranstaltung diskutierten die Workshop-Teilnehmer sektorübergreifende Lösungen und Prioritäten in der Standardisierung. Dabei wiesen die Teilnehmer insbesondere auf die Erarbeitung einer Terminologie-Norm hin, um so ein einheitliches Verständnis von Circular Economy sicherzustellen. Auch war die Messbarkeit von Zirkularität ein wichtiges Thema. Besprochen wurde zudem, ob Design-Anforderungen für zirkuläre Produkte in jedem Sektor unabhängig erarbeitet werden sollen oder ob es dazu einen horizontalen, also sektorübergreifenden, Ansatz benötigt.

Sektorspezifische Regeln sahen die Teilnehmer für das Recycling – insbesondere den Umgang mit verunreinigten und gealterten Materialen oder den Rückbau von Gebäuden – als wichtig an. Ebenfalls wurde der Bedarf gesehen, weitere Normen zu Qualitätsanforderungen von Rezyklaten zu erarbeiten. Einig war man sich über die hohe Bedeutung der Digitalisierung für den Informationsfluss in der Wertschöpfungskette. Auch hier können Normen unterstützen. Normen und Standards kommt zudem eine wichtige Aufgabe dabei zu, Vertrauen in zirkuläre Geschäftsmodelle und Produkte aufzubauen und so eine bessere Markt- und Kundenakzeptanz zu schaffen.

Herr Winterhalter bedankte sich für den regen Austausch und die positive Resonanz der Workshop-Teilnehmer. Er machte deutlich: die Unterstützung der Circular Economy ist eine Aufgabe, die langfristig durch Normung und Standardisierung zu begleiten ist und im europäischen und internationalen Austausch gelöst werden müsse. Er bat alle Teilnehmer auch in Zukunft um aktive Mitarbeit.

Bei DIN leitet Benjamin Hein seit dem 1. August 2019 die Geschäftsfeldentwicklung für Circular Economy und ist damit erster Ansprechpartner für das Thema. 

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