Verschleißteile neu definiert
E DIN/TS 35206 legt die Grundlage für eine lebenszyklusorientierte Betrachtung von Verschleißteilen
Verschleißteile stehen im Zentrum vieler Nachhaltigkeitsdebatten, weil ihre verkürzte Nutzungsdauer Produkte schneller altern lässt. Mit dem Entwurf E DIN/TS 35206 „Verschleißteile – Allgemeine Definition, Taxonomie und Anforderungen“ liegt nun erstmals eine Technische Spezifikation vor, die Begriffe klärt und Anforderungen strukturiert beschreibt.
Wer erarbeitet die Technische Spezifikation zu Verschleißteilen?
Der DIN KU-AK 9 „Verschleißteile“ befasst sich mit lebenszyklusorientierten Fragestellungen zu Produkten, Prozessen und Organisationen mit dem besonderen Fokus auf Verschleißteile, d.h. solche Produktsystemkomponenten, die einer im Vergleich zur potenziellen Gesamtnutzungsdauer der Stoffe oder des Produktsystems verkürzten Nutzungsdauer unterliegen.
Der KU-AK 9 hat zunächst die Erarbeitung einer Technischen Spezifikation „Verschleißteile“ (Definition, Taxonomie, Parameter, etc.) und Technical Report „Verschleißteile“ (Fallbeispiele etc.) zum Ziel. Dabei geht der Arbeitskreis von einem Produktsystembegriff aus, der stoffliche, mechanische, elektrische/elektronische, digitalisierte Komponenten und Informationen als Systemkomponenten einschließt.
Norm-Entwurf E DIN/TS 35206 kommentieren
Mit Ausgabedatum 2026-03 ist jetzt der Norm-Entwurf „E DIN/TS 35206 Verschleißteile - Allgemeine Definition, Taxonomie und Anforderungen“ erschienen und kann im DIN Media Webshop bezogen werden.
Der Norm-Entwurf kann im Norm-Entwurfs-Portal kommentiert werden. Expert:innen aus den Bereichen Ingenieurswesen, Produktentwicklung und Produktdesign sind eingeladen, mit ihren Kommentierungen dazu beizutragen, dass Verschleißteile künftig nachhaltig ausgelegt und leicht austauschbar eingebaut werden. Damit kann die DIN/TS 35206 „Verschleißteile - Allgemeine Definition, Taxonomie und Anforderungen“ einen wesentlichen Beitrag zu Ressourcenschutz und Klimaschutz leisten.
Für Verbraucher*innen besonders wichtig
Die im Dokument vorgestellten Maßnahmen und Aufschlüsselungen sind von erheblicher Bedeutung für Verbraucher*innen. Es wird dadurch klarer aufgezeigt, dass ein Verschleißteil nicht nur Bestandteile eines Produktes ist, welches darauf ausgelegt ist, zu verschleißen, sondern ein wesentlich breiteres Spektrum dazu gehört. Aufgrund dieser Aufschlüsselung soll schlussendlich ein besseres Design gefördert werden, welches sich in einer höheren Lebensdauer von Produkten widerspiegelt. Hierdurch müssen Verbraucher*innen seltener ein neues Gerät kaufen und sparen so bares Geld. Gleichzeitig wird die Umwelt geschont.
Sie möchten einen Beitrag zu nachhaltigeren und verbraucherfreundlicheren Produkten leisten? Dann werden Sie ehrenamtliche/r Verbraucherratsvertreter*in im KU-AK 9 „Verschleißteile“. Bei Interesse wenden Sie sich gerne an: Frau Hoffmann (annika.hoffmann@din.de).
Hier finden Sie weitere Informationen und Anmeldung zum Arbeitskreis 9 „Verschleißteile”.