Projekt

Bahnanwendungen - Messung von vertikalen Rad- und Radsazkräften - Teil 3: Zulassung und Prüfung von gleisseitigen Messeinrichtungen für Fahrzeuge im betrieblichen Einsatz

Kurzreferat

Diese Norm steht in Zusammenhang mit EN 15654-1, Interoperable Schienenfahrzeuge im Betrieb, die die technischen Mindestanforderungen und messtechnischen Eigenschaften eines Systems zur Messung und Bewertung einer Reihe von Kenngrößen der Fahrzeugbeladung im laufenden Betrieb festlegt. Ziel dieser Norm ist es, zu überprüfen, dass diese Messanlagen die Anforderungen bezüglich Messunsicherheiten und Bewertungsverfahren, inklusive der Reaktionszeit nach Durchlaufen der letzten Achse an der Messanlage, erfüllen. Darüber hinaus müssen, basierend auf einer Risikobewertung und Annahme in Übereinstimmung mit EN 50126, verschiedene Arten von Grenzen und Toleranzfeldern festgelegt werden. Für die resultierenden, verschiedenen verlangten Sicherheitsniveaus müssen Anforderungen an Toleranzfelder, vertrauliche Bereiche und Faktoren erweiterter Unsicherheit abgeleitet werden. Um eine Vergleichbarkeit und Reproduzierbarkeit der Messergebnisse für alle europäischen Netze unter unterschiedlichen Randbedingungen zu erreichen, ist es notwendig, die Messanlagen während der Typgenehmigung, bei Standortbewertungen und bei periodisch wiederholten Prüfungen einer Kalibrierung zu unterziehen. Die Beschreibung dieser standardisierten Prüfungen gehört zum Anwendungsbereich dieser Norm, ebenso wie ein Verfahren, um das Unsicherheitsniveau der Messungen dieser Prüfungen zu bestimmen. Das erforderte Bewertungsverfahren zur Bestimmung von Messunsicherheiten und die Zuordnung zu einer Genauigkeitsklasse wird für jede Geschwindigkeit innerhalb eines festgelegten Kalibrierungsbereichs unter festgelegten Bedingungen für Referenzzüge und Betriebsbedingungen beschrieben und vereinheitlicht. Zur Verdeutlichung sind in einem Anhang Beispiele für Unsicherheitsbewertungen angegeben. Da alle Messergebnisse ohne Fehler einem bestimmten Rad oder einer bestimmten Achse des Prüfzuges zugeordnet werden müssen, unabhängig von der Fahrtrichtung des Zuges, werden ein Koordinatensystem und ein Orientierungssystem festgelegt. Da die Genauigkeit einer Messung wesentlich von den Eigenschaften des Fahrzeugs abhängt, werden die Voraussetzungen der Referenzzüge, ihre Mindestanzahl an Wagen und ihre Eigenschaften in ausreichend exakter Weise festgelegt. Trägheitseigenschaften von interoperablen Fahrzeugen und von Referenzfahrzeugen, zusammen mit Eigenschaften des Gleises bezogen auf das dynamische Verhalten der Fahrzeuge, führen zur Festlegung einer Mindestlänge der Messanlagen, durch welche die Reproduzierbarkeit in allen Netzen gewährleistet ist. Die verlangte Genauigkeit für sicherheitsbezogene Messanlagen hängt von der Bewertungsmenge sowie dem festgelegten Grenzwert und dessen Toleranzfeld ab. Das Verfahren zur Bestimmung der erforderten Mindest-Genauigkeitsbereiches des Toleranzfeldes einer der Bewertungsmenge zugewiesenen Grenze wird in dieser Norm festgelegt. Die Wahl der Bewertungsmengen und die Definition verwandter Grenzen und Toleranzfelder werden vom Anwendungsbereich dieser Norm nicht abgedeckt. Die Verfahren der Typzulassung, der Standortbewertungen und der periodisch wiederholten Prüfungen hängen auch von der Sicherheitsrelevanz der Messungen ab. Es wird unterschieden zwischen direkt sicherheitsrelevanten Messungen, indirekt sicherheitsrelevanten Messungen und nicht sicherheitsrelevanten Messungen. Für direkt sicherheitsrelevante Messanlagen werden Maßnahmen und Korrekturmaßnahmen festgelegt, um nicht tolerierbare Risiken zu vermeiden. Für indirekt sicherheitsrelevante Messanlagen werden Maßnahmen und Korrekturmaßnahmen festgelegt, um ein unerwünschtes Risiko zu minimieren. Für nicht sicherheitsrelevante Messanlagen werden Maßnahmen festgelegt, um die Wirtschaftlichkeit der Bahnlinie zu optimieren. Die gegebenen Informationen werden in informelle Meldungen, dringliche Meldungen und Warnmeldungen eingeteilt. Die in dieser Norm beschriebenen Prüfungen erheben keine Einschränkungen hinsichtlich der Gestaltung der Messanlagen, welche die Anforderungen in Übereinstimmung mit dieser Norm erfüllen, hinsichtlich der Fahrzeugtypen, die überprüft werden können oder hinsichtlich der Netze oder Linien auf denen das Messsystem eingerichtet werden kann. Es liegt außerhalb des Anwendungsbereiches dieser Norm, Funktionen im Zusammenhang mit der Gleissignaltechnik oder der Zugsteuerung zu bewerten.

Beginn

2017-07-17

WI

00256763

Geplante Dokumentnummer

DIN CEN/TR 15654-3

Projektnummer

08701204

Zuständiges nationales Arbeitsgremium

NA 087-00-02-02 UA - Fahrtechnik 

Zuständiges europäisches Arbeitsgremium

CEN/TC 256/WG 10 - Zusammenwirken Fahrzeug/Fahrweg 

Ihr Kontakt

Zsolt Bencze

Rolandstr. 4
34131 Kassel

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