DIN-Normenausschuss Erdöl- und Erdgasgewinnung (NÖG)
Öl- und Gasindustrie einschließlich kohlenstoffarmer Energieträger - Betriebsoptimierung und Zuverlässigkeitsmanagement (ISO 20815:2026); Englische Fassung EN ISO 20815:2026
Kurzreferat
Dieses Dokument legt Anforderungen und Leitlinien für die Produktionssicherung und das Zuverlässigkeitsmanagement fest, die für Anlagen und Betriebsabläufe im Zusammenhang mit Explorationsbohrungen, der Förderung, der Aufbereitung und dem Transport von Erdöl-, petrochemischen und Erdgasressourcen gelten. Es umfasst die Anlagen und die damit verbundenen Aktivitäten in den Geschäftsbereichen Upstream, Midstream, Downstream und Petrochemie. Der Schwerpunkt liegt auf der Produktionssicherung bei Öl und Gas im Hinblick auf die Förderung und die damit verbundenen Tätigkeiten und umfasst die Analyse der Zuverlässigkeit sowie die Instandhaltung der Anlagen. Dies schließt eine Vielzahl von zugehörigen Systemen und Anlagen in der Öl- und Gas-Wertschöpfungskette ein. Die Produktionssicherung betrifft nicht nur die Kohlenwasserstoffförderung, sondern auch damit verbundene Tätigkeiten wie Bohrungen, den Bau von Pipelines und Unterwasserarbeiten. Das Dokument unterstützt zudem die Produktionssicherung und das Zuverlässigkeitsmanagement für kohlenstoffarme Energieanlagen und damit verbundene Betriebsabläufe, z. B. Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS), Wasserstoff, Ammoniak und Windenergie. Es beschreibt die Prozesse, Aktivitäten, Anforderungen und Leitlinien für ein systematisches Management sowie eine effektive Planung, Durchführung und Nutzung von Technologien zur Produktionssicherung und Zuverlässigkeit. Dieses Dokument definiert 12 Prozesse, von denen sieben als Kernprozesse der Produktionssicherung bezeichnet und in diesem Dokument behandelt werden. Die verbleibenden fünf Prozesse werden als interagierende Prozesse bezeichnet; obwohl sie außerhalb des Geltungsbereichs dieses Dokuments liegen, werden Informationen darüber bereitgestellt, in welcher Beziehung sie zur Produktionssicherung und zum Zuverlässigkeitsmanagement stehen. Die Beziehung der Kernprozesse der Produktionssicherung zu diesen interagierenden Prozessen fällt jedoch in den Geltungsbereich dieses Dokuments, da der Informationsfluss zu und von diesen letzteren Prozessen erforderlich ist, um sicherzustellen, dass die Anforderungen an die Produktionssicherung erfüllt werden. Das Dokument legt fest, wie ein Produktionssicherungsprogramm (PAP) und ein Zuverlässigkeitsmanagementprogramm (RMP) eingerichtet und durchgeführt werden. Dieses Dokument listet Prozesse und Aktivitäten auf, die initiiert werden können, um einen Mehrwert für die Interessengruppen (z. B. den Betreiber) zu schaffen, wobei die Auswahl des jeweiligen Prozesses von deren Geschäftsstrategie und Anwendungsbereich abhängen kann. Dieses Dokument richtet sich an die folgenden Anwender und die damit verbundenen Tätigkeiten ihres Personals: — Betreiber: Tätigkeiten im Bereich der Produktionssicherung und des Zuverlässigkeitsmanagements. Zu den damit verbundenen Tätigkeiten gehören Projektmanagement und -steuerung, Technologieentwicklung, Technologiequalifizierung, Konzept- und Systemauslegung, Risikomanagement (einschließlich HSE), Integritätsmanagement und Instandhaltungsmanagement. — Auftragnehmer: Aktivitäten des Hauptauftragnehmers in den Bereichen Engineering, Beschaffung, Bau, Bohrungen, Installation, Betrieb, Instandhaltungsdienstleistungen usw. — Anbieter: Aktivitäten von Herstellern oder Lieferanten im Zusammenhang mit der Auslegung von Anlagen und dem Qualitätsmanagement sowie der Technologieentwicklung und -qualifizierung. — Behörden: Aktivitäten von Aufsichtsbehörden zur Gewährleistung von HSE, Ressourcennutzung und wirtschaftlicher Effizienz im Betrieb. — Berater: Beratungsleistungen zur Unterstützung der Produktionssicherung und des Zuverlässigkeitsmanagements. — Hochschulen: Aktivitäten im Zusammenhang mit der Ausbildung von Fachkräften für die Industrie sowie der Durchführung von Grundlagen- oder angewandten Forschungsprojekten, sofern diese sich auf Produktionssicherung, Zuverlässigkeitsmanagement und Technologieentwicklung beziehen. Dies umfasst auch die Verbesserung der hier beschriebenen Methoden und Rahmenwerke. — Forschungseinrichtungen: Forschungsaktivitäten im Zusammenhang mit Produktionssicherung, Zuverlässigkeitsmanagement und Technologieentwicklung. Dazu gehören Qualifizierungsprüfungen von Anlagen sowie fortgeschrittene technische Bewertungen unter Verwendung der hier beschriebenen Methoden und Rahmenwerke.
Beginn
2025-03-10
WI
00012462
Geplante Dokumentnummer
DIN EN ISO 20815
Projektnummer
10900510
Zuständiges nationales Arbeitsgremium
Zuständiges europäisches Arbeitsgremium
CEN/TC 12 - Öl- und Gasindustrie einschließlich kohlenstoffarmer Energieträger
Zuständiges internationales Arbeitsgremium
ISO/TC 67/WG 4 - Zuverlässigkeitstechnik und Technologie
Ersatzvermerk
Vorgesehen als Ersatz für DIN EN ISO 20815:2019-08
Norm-Entwurf
Öl- und Gasindustrie einschließlich kohlenstoffarmer Energieträger - Betriebsoptimierung und Zuverlässigkeitsmanagement (ISO/DIS 20815:2025); Englische Fassung prEN ISO 20815:2025
2025-07
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