DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE
IEC 61400-1
Windenergieanlagen - Teil 1: Auslegungsanforderungen
Wind turbines - Part 1: Design requirements
Einführungsbeitrag
Der Text des Schriftstücks IEC 88/228/FDIS, dritte Ausgabe von IEC 61400-1, ausgearbeitet vom Maintenance Team 01 (MT01) des IEC/TC 88 "Windenergieanlagen", wurde der Parallelen Abstimmung bei IEC und CENELEC unterworfen und von CENELEC als Europäische Norm EN 61400-1 angenommen. Diese zweite Ausgabe von EN 61400-1 wird in Kürze als DIN EN 61400-1 herausgegeben werden und ersetzt die Ausgabe von 2004, die am 1. November 2006 zurückgezogen wird.
Die wesentlichen Änderungen gegenüber der zweiten Ausgabe der Norm IEC 61400-1:1999 (EN 61400-1:2004) sind im Folgenden aufgeführt:
Mit der Annahme der dritten Ausgabe von IEC 61400-1 hat eine sechsjährige Überarbeitungsprozess ein Ende gefunden, der zumindestens in Europa durch die ebenfalls mehrjährige Erarbeitung der Gemeinsamen Abänderungen geprägt war, die zur Herausgabe der ersten Ausgabe der Norm EN 61400-1 geführt haben. Bereits bei der Definition dieser Gemeinsamen Abänderungen wurde auf Teile der dritten Ausgabe von IEC 61400-1 zurückgegriffen, weil die Arbeitsgruppe zur Erarbeitung der Gemeinsamen Abänderungen und das MT01 im Wesentlichen von den gleichen Personen besetzt waren.
Der Untertitel der IEC-Norm wurde in "Auslegungsanforderungen" geändert, um darzulegen, dass die Norm Sicherheitsanforderungen für Auslegung und Konstruktion, aber keine Anforderungen für die Sicherheit oder den Schutz von Personen enthält.
Die Bezeichnungen der WEA-Klassen wurden angepasst und beziehen sich jetzt nur noch auf die Referenzwindgeschwindigkeit und den Erwartungswert der Turbulenzintensität. Das in der zweiten Ausgabe der IEC-Norm zusammen mit den WEA-Klassen aufgeführte Jahresmittel der Windgeschwindigkeit ist nur noch als abgeleitete Größe angegeben.
In der dritten Ausgabe der Norm wird nur noch das Turbulenzmodell von Mann empfohlen. Neben dem normalen Turbulenzmodell wurde ein extremes Turbulenzmodell eingeführt.
Die Anwendung turbulenter Simulationen wird für fast alle Lastfälle vorgeschrieben, und ein Verfahren für die Extrapolation von Extremlasten wird angegeben. Die Böenmodelle wurden angepasst und vereinfacht.
Die Auslegungslastfälle wurden neu geordnet und ergänzt und die Teilsicherheitsbeiwerte wurden an die erwartete Erhöhung der Lasten bei statistischer Extrapolation angepasst. Bei Beanspruchungen, die (teilweise) aus Gravitationslasten herrühren, können die Teilsicherheitsbeiwerte reduziert werden.
Die Teilsicherheitsbeiwerte für Materialien und für die Konsequenz des Versagens wurden ergänzt und werden in Abhängigkeit von Materialtyp und Komponentenklasse angegeben.
Die Anforderungen an das Betriebsführungs- und Sicherheitssystem wurden ergänzt und im Hinblick auf funktionale Daten erläutert. Außerdem wurde ein neuer Abschnitt über Anforderungen an mechanische Bauteile eingefügt, der die zusätzlichen Anforderungen der EG-Maschinenrichtlinie berücksichtigt.
Ein neuer Abschnitt über die strukturelle und elektrische Verträglichkeit mit den Bedingungen des Standortes wurde mit detaillierten Anforderungen für die Bewertung der Erfüllung dieser Anforderungen hinzugefügt, einschließlich der Angaben zu strukturiertem (komplexem) Gelände, Erdbeben und Windparkeffekten.