DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE
IEC/TS 62073
Bestimmung der Benetzbarkeit von Isolatoroberflächen
Guidance on the measurement of wettability of insulator surfaces
Einführungsbeitrag
In der Technischen Spezifikation (TS) werden die Prüfmethoden zur Bestimmung der Oberflächenbenetzbarkeit von Hochspannungsisolatoren beschrieben, die für Freileitungen, Anlagen und Geräte eingesetzt werden. Es werden drei Prüf- und Messmethoden erläutert:
- Kontaktwinkelmessung
- Messung der Oberflächenspannung
- Bewertung anhand des Wasser-Sprühversuchs.
Die beschriebenen Prüfmethoden sind allgemein anwendbar auf Verbundisolatoren mit polymerer Schirmhülle und auch anwendbar auf Isolatoren aus Glas- und Keramik sowie auf Glas- und Keramikisolatoren, die mit einer organischen (polymeren) oder anorganischen Beschichtung ausgerüstet sind.
Die aus den Prüfmethoden resultierenden Ergebnisse repräsentieren den Benetzungszustand zum Zeitpunkt der Prüfungsdurchführung. Die Benetzungseigenschaften von Oberflächen werden gewöhnlich mit den Begriffen "hydrophob" oder "hydrophil" bewertet. Eine hydrophobe Oberfläche ist im makroskopischen Sinne wasserabweisend, während eine hydrophile Oberfläche leichter mit Wasser zu benetzen ist. Zur genaueren Bewertung können die in dieser Spezifikation beschriebenen drei Methoden angewendet werden. Die Bestimmung der Wasserbenetzbarkeit von Isolatoroberflächen kann hilfreich sein, um die Betriebsbedingungen des Isolators am Einbauort oder im Labor zu bewerten.
Die Technische Spezifikation, für die zurzeit keine nationale Entsprechung existiert, soll später als DIN EN 62073 (VDE 0446) in das Deutsche Normenwerk übernommen werden.