DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE
IEC 61300-2-2
Lichtwellenleiter-Verbindungselemente und passive Bauteile; Grundlegende Prüf- und Messverfahren - Teil 2-2: Prüfungen; Mechanische Lebensdauer
Fibre optic interconnecting devices and passive components - Basic test and measurement procedures - Part 2-2: Tests; Mating durability
Einführungsbeitrag
Hinsichtlich der vorgenannten IEC-Normen hat das IEC/SC 86B "LWL-Verbindungstechnik und passive Komponenten" entschieden, dass die Inhalte dieser IEC-Normen bis zum Jahr 2007 unverändert bleiben sollen. Ab diesem Zeitpunkt werden die IEC-Normen entsprechend der Entscheidung des IEC-Komitees entweder bestätigt, zurückgezogen, durch Folgeausgaben ersetzt oder geändert.
IEC 61300-2-2:
Die IEC-Norm basiert auf dem Schlussentwurf IEC 86B/1780/FDIS.
In der technisch überarbeiteten zweiten Ausgabe der Norm ist die Prüfung der Steckhäufigkeit für optische Steckverbinder beschrieben. Es wird empfohlen, das Fügen und Trennen manuell durchzuführen. Die Tabelle der möglichen Fügevorgänge ist entfallen. Es werden nur noch die einheitlichen 500 Fügevorgänge geprüft; Abweichungen müssen dokumentiert werden. Während der Füge- und Trennvorgänge wird die Veränderung der Dämpfung gemessen. Hierfür gelten die Normen IEC 61300-3-3, IEC 61300-3-4 und IEC 61300-3-6. Eine optische Inspektion der Stiftstirnfläche ist am Anschluss an die Prüfung vorgesehen. Dazu wird auf die Norm IEC 61300-3-35 verwiesen.
IEC 61300-2-17:
Die IEC-Norm basiert auf dem Schlussentwurf IEC 86B/1777/FDIS.
In der Norm IEC 61300-2-17 sind die Temperaturen aufgeführt, die beim Einsatz, bei der Lagerung oder beim Transport von faseroptischen Bauteilen auftreten können. Die überarbeitete Norm knüpft an IEC 60068-3-7:2001-08 über Messungen in Temperaturprüfkammern für die Prüfungen A und B (mit Prüfgut) an. Diese Norm ist nicht mit IEC 61300-2-22 über Prüfungen: Temperaturwechsel zu vergleichen, weil hier keine Variationen in der Temperatur zulässig sind. Alle erforderlichen Mess- und Prüfeinrichtungen sind in IEC 61300-2-17 beschrieben.
IEC 61300-3-3:
Die IEC-Norm basiert auf dem Schlussentwurf IEC 86B/1781/FDIS.
Die Norm ist gegenüber der ersten Ausgabe, 1997, technisch überarbeitet worden. Beschrieben ist die Aufzeichnung der Änderung von Dämpfung oder Rückflussdämpfung eines Bauteils oder Verbindungselementes während einer Umwelt- oder einer mechanischen Prüfung. Diese Aufzeichnungen sind in vielen Fällen dringend erforderlich. Die Anzahl der erforderlichen Messungen wird dargelegt. In der Methode 1 sind die Messungen für ein Prüfmuster beschrieben. In den Methoden 2 und 3 werden die Messungen für mehrfache Prüfmuster behandelt, während in den Methoden 4 und 5 die Messungen mit Hilfe eines OTDRs festgelegt sind. Die OTDR-Methode ist dann erforderlich, wenn die durchschnittliche Laufzeit des OTDRs kleiner ist als die Änderungen der Dämpfung oder Rückflussdämpfung während der Zeit der Veränderung unter Prüfbedingungen. Die Messmethode 1 ist auch gleichzeitig die Referenzmethode für alle anderen Verfahren. Die erforderlichen Prüfparameter für die optischen Messungen sind in IEC 61300-3-3, IEC 61300-3-4, IEC 61300-3-6 und IEC 61300-3-7 beschrieben.
IEC 61300-3-6:
Die IEC-Norm basiert auf dem Schlussentwurf IEC 86B/1778/FDIS.
Die Norm wurde technisch überarbeitet und ist eine Zusammenfassung der ersten Ausgabe, 1997, sowie der Ergänzungen von 1988 und 1999. Es werden vier Messverfahren beschrieben, deren Anwendungsbereiche im Anhang A noch einmal graphisch dargestellt werden.
Das Messverfahren 1 kommt der theoretischen Definition am nächsten, jedoch wird nur eine reine Messung mit absoluten Werten vorgenommen. Im Messverfahren 2 wird die Messung mit einem Zeitbereichs-OTDR bis > 75 dB behandelt. Dieses Verfahren ist überwiegend für den Feldeinsatz vorgesehen. Im Messverfahren 3 (OLCR-Verfahren) ist die Messung mit einem Reflektometer mit kurzer Kohärenzlänge und einem hohen Dynamikbereich bis > 90 dB für optische Bauteile mit einer Auflösung im Mikrometerbereich beschrieben. Das Messverfahren 4 ist das OFDR-Verfahren. Es besitzt eine Auflösung in Zentimetern und wird mit einem Dynamikbereich > 70 dB als Messverfahren mit höchster Zuverlässigkeit genannt. Für Bauteile mit einer Rückflussdämpfung < 55 dB wird als Referenzverfahren die Messmethode 1 angegeben, und für Bauteile mit einer Rückflussdämpfung > 55 dB wird das Messverfahren 2 mit einer Pulsdauer weniger als 100 ns vorgeschrieben. Wenn bei Messungen mehrere Reflexionspunkte erforderlich sind, und die Messlänge < 5 m beträgt, muss das Messverfahren 3 angewendet werden.
IEC 61300-3-31:
Die IEC-Norm basiert auf dem Schlussentwurf IEC 86B/1779/FDIS.
In der Norm ist das Verfahren zur Messung des Koeffizienten des gekoppelten Leistungsverhältnisses (CPR) beschrieben. Diese CPR-Messungen dienen zur quantitativen Ermittlung der Einkoppelbedingungen bei Mehrmodenmessung der Dämpfung und der Einfügedämpfung nach IEC 61300-3-4. Der CPR-Koeffizient kann sowohl bei einer Wellenlänge von 850 nm als auch von 1310 nm gemessen werden. Das Messverfahren beruht auf dem Vergleich der unterschiedlich gekoppelten Leistungen zwischen Mehrmoden- und Einmodenfasern. Für die Messungen sind Referenzadapter vorgeschrieben. Die Vorzugslichtquellen und Empfänger sind in IEC 61300-3-4 angegeben.