DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE
IEC 62271-203
Hochspannungs-Schaltgeräte und -Schaltanlagen - Teil 203: Gasisolierte metallgekapselte Schaltanlagen für Bemessungsspannungen über 52 kV
High-voltage switchgear and controlgear - Part 203: Gas-insulated metal-enclosed switchgear for rated voltages above 52 kV
Einführungsbeitrag
Die Norm ist eine Überarbeitung der 2003 erschienenen ersten Ausgabe von IEC 62271-203, die auch als DIN EN 62271-203 (VDE 0671-203) erschienen ist. Sie beschreibt die Bauweise von gasisolierten metallgekapselten Schaltanlagen über 52 kV und gibt deren Bemessungswerte und Typprüfungen an. Diese Anlagen vereinen Schaltelemente wie Leistungsschalter, Trenn- und Erdungsschalter, die nach deren Produktnormen typgeprüft sind, auf kleinstem Raum. Alle Elemente einschließlich der Sammelschienen sind entweder in einphasigen oder dreiphasigen, geerdeten Kapselungen unter erhöhtem Fülldruck untergebracht. Das meist benutzte Schwefel-Hexafluorid erlaubt dabei eine viel effektivere Raumnutzung gegenüber luftisolierten Schaltanlagen.
Die Norm musste aufgrund der Einführung von IEC 62271-1 im Jahr 2007 beziehungsweise DIN EN 62271 (VDE 0671-1) im Jahr 2009 angepasst werden. Alle Referenzen auf die vorherige Norm IEC 60694 wurden durch Referenzen auf die neue Norm ersetzt. Gegenüber der ersten Ausgabe hat sich nichts in Bezug auf Konstruktionsanforderungen und Typprüfnachweisen geändert. Nach wie vor muss die Teilentladungsfreiheit der Anlage mit einem maximal erlaubten Pegel von 5 pC nachgewiesen werden. Ein Anhang erweitert die Isolationspegel auf Netzspannungen bis zu 1 200 kV, wie sie zurzeit in China und Indien benötigt werden.
Die neue Norm betont allerdings mehr als zuvor die Trennung von Funktionsräumen. Im Anhang F werden die Vorteile von gut platzierten Schotträumen in Bezug auf Wartung, Reparatur und Erweiterung der Schaltanlage anhand einer Fülle von Beispielen beschrieben. Das Ziel ist, eine möglichst große Verfügbarkeit der Anlage beim Auftreten eines Fehlers oder der Außerbetriebnahme eines Schaltelements zu garantieren. Eine Klassifizierung der Verfügbarkeit wie in DIN EN 62271-200 (VDE 0671-200) für metallgekapselte Schaltanlagen unter 52 kV wurde nicht gemacht.