DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE
IEC/PAS 62717
LED-Module für die Allgemeinbeleuchtung - Anforderungen an die Arbeitsweise
LED modules for general lighting - Performance requirements
Einführungsbeitrag
Die vorliegende Arbeitsweisenorm ist das Gegenstück zu der 2008 publizierten Sicherheitsnorm für LED-Module (IEC 62031). Die Arbeitsweisenorm ist zunächst in der Form einer öffentlich verfügbaren Spezifikation (PAS - Public Available Specification) erschienen, um den drängenden Anforderungen der LED-Beleuchtungswelt gerecht zu werden. Die PAS wurde innerhalb eines Jahres mit enormem Engagement der beteiligten Kreise fertiggestellt. Neben den erforderlichen Prüfungen für LED-Module legt die PAS den Grundstein für das darauf verweisende Dokument für LED-Leuchten (IEC/PAS 62722-2-1).
Zusätzlich zu den aus der Sicherheitsnorm bekannten Bauformen - Module, bei denen das zugehörige Betriebsgerät räumlich getrennt steht, und Module, bei denen der LED-Teil und das Betriebsgerät eine Einheit bilden - wird die Variante betrachtet, bei der die Steuereinheit mit dem LED-Modul verbunden, jedoch die Versorgungseinheit davon abgetrennt ist. Es ist geplant, die Bezeichnungen "LEDni" (Betriebsgerät nicht integriert), "LEDi" (Betriebsgerät integriert) und "LEDsi" (Steuereinheit integriert) zu verwenden.
Die wesentlichen Anforderungen der PAS sind:
- Prüfdauer 6 000 h
- Lichtstromverhältnis
- Elektrische Leistung
- Lichtstrom
- Lichtstärkeverteilung
- Höchstwert der Lichtstärke
- Abstrahlwinkel
- Effizienz
- Farbkoordinaten
- Ähnlichste Farbtemperatur
- Farbwiedergabe
- Dauerhaftigkeit (Temperatur-Wechselbeanspruchung, Schaltfestigkeit, erhöhte Temperatur).
Infolge des Temperatureinflusses auf die Lebensdauer der Module wurden ein Temperatur-Messpunkt auf dem Modul und eine Arbeitsweisetemperatur (tp) definiert. Weitere essenzielle Definitionen, die Lebensdauer betreffend, sind "Bemessungslebensdauer", "Lebensdauer einzelner LED-Module" und "Fehleranteil".
Prüfungen nach einem verkürzten Zeitraum (1 000 h) dürfen für Mitglieder einer "Familie" vorgenommen werden. Dies setzt voraus, dass ein Mitglied über 6 000 h geprüft wurde und die technischen Abweichungen bei den anderen Mitgliedern entsprechend der PAS begrenzt sind.
Es wird darauf hingewiesen, dass die in dieser PAS beschriebenen Prüfungen keine Auskunft darüber geben, ob die beanspruchte Lebensdauer eingehalten wird. Stattdessen wird für eine begrenzte Zeit das Lichtstromverhältnis gemessen. Der daraus resultierende "code" ist kein Maß für die Güte und Langlebigkeit des Moduls, sondern ein Mittel, um die Voraussage des Herstellers bei 6 000 h zu prüfen.
Im Hinblick auf die Effizienz-Diskussionen im Rahmen der Energieeinsparungen wurde die Definition der Moduleffizienz eingeführt.
Die derzeitige Arbeit an einer Norm hat die Themen "Verkürzung der Prüfdauer", "statistische Aussagen", "Handhabbarkeit von Prüfungen bei tp im Labor" und "Auftrennung des Leistungsfaktors in einen Verschiebungs- und einen Verzerrungsfaktor" zum Gegenstand.
Im Zusammenhang mit der PAS sind die zugehörigen Gerätenormen für LED-Module, IEC 61347-2-13 (Sicherheit) und IEC 62384 (Arbeitsweise) zu erwähnen.
Lampennormen und Gerätenormen sind aufeinander abgestimmt.
Das IEC/PAS 62717 entsprechende deutsche Dokument wird als Spezifikation (DIN SPEC) voraussichtlich Ende 2011 erscheinen.