Schadensfälle bei Schweißverbindungen
Referent*innen:
Der Referent ist seit 2002 selbstständig als Gerster Engineering Consulting tätig und seit 2004 von der IHK Ulm als Sachverständiger für Schweißtechnik und -schäden öffentlich bestellt und vereidigt. Erstattung von Gutachten für Gerichte, Versicherungen und Firmen sind neben der Beratung von Unternehmen auch hinsichtlich Zertifizierungen seine Haupttätigkeiten. Nach der Lehre als Maschinenschlosser und Maschinenbaustudium begann er bei der Firma Dr.-Ing. h. c. F. Porsche KG in Zuffenhausen. Weitere Stationen waren Leiter der QS und SFI bei Mannesmann-Demag und Liebherr Ehingen. Danach Fertigungsleiter Nutzfahrzeuge bei der Karl Kässbohrer Fahrzeugwerke GmbH, sowie Werksleiter bei der FAUN GmbH in Lauf.
Termine:
Termine auf Anfrage
Leistungen:
Arbeitsunterlagen sind im Seminarpreis enthalten.
Obwohl das technische Wissen über die von vielen Einflüssen geprägte Eigenschaft „Tragfähigkeit“ von geschweißten Metallkonstruktionen heute im Wesentlichen als gesichert gilt, nehmen Schäden an geschweißten Konstruktionen in fast allen Anwendungsbereichen leider nicht ab. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Anhand von vielen Beispielen aus der Praxis werden die Ursachen gezeigt, sowie mögliche Abhilfemaßnahmen vorgestellt.
Analysen zeigen, dass neben den typischen Handfertigkeitsfehler der Schweißer auch ungenügende Angaben in Zeichnungen und Spezifikationen zu finden sind. Circa 70% der Schadensfälle sind Ermüdungsschäden, deshalb werden in diesem Seminar besonderen Wert auf ermüdungsgerechte Gestaltung von Schweißkonstruktionen gelegt und Maßnahmen zur Erhöhung der Lebensdauer durch Schweißnahtnachbehandlungen vorgestellt.
Zielgruppe:
- Schweißfachingenieure und Schweißaufsichtspersonen
- Konstrukteure und Technische Zeichner bzw. Maschinenzeichner
- Qualitätssicherung und Schadensanalyse
- Fertigungsverantwortliche
- Sachverständige
Veranstaltungsziel:
- Konstruktiv bedingte Fehlerquellen kennen und vermeiden
- Empfehlungen für eine optimale Schweißnahtvorbereitung
- Konstruktive Gestaltungsregeln bei zyklisch schwingender Beanspruchung
- Sinnvolle Nachbehandlungen von Schweißnähten zur Erhöhung der Lebensdauer von Schweißkonstruktionen
Veranstaltungsinhalt:
09.00 Begrüßung durch den Referenten
Typische Schadensfälle - verursacht durch den Schweißer
- Beschreibung der häufigsten Fehler
- Sinnvolle Schweißparameter zur Vermeidung von Fehlern
- Richtiges Heften und saubere Nahtvorbereitung
Schadensfälle aufgrund ungenügender Vorgaben in Bestellung und Zeichnung
- Vorgaben in Schweißrichtlinien und Spezifikationen
- Vollständige Angaben in Schweißzeichnungen
- Vorstellung der Normanforderungen
- Angabe der Nahtqualität nach DIN EN ISO 5817 und Prüfvorschriften
10.45 Kaffee & Tee / Networking
11.00 Vermeidung von Kaltrissen
- Ursachen von Kaltrissen in der Praxis
- Hinweise zur richtige Wärmeführung beim Schweißen hochfester Stähle
- Vergleich von genormten Verfahren zur Vermeidung von Kaltrissen
- DIN-Fachbericht CEN ISO/TR 17844
12.45 Mittagspause
14.00 Schadensfälle (Ermüdungsschäden) an dynamisch beanspruchten Bauteilen
- Erläuterung von zyklisch schwingenden (dynamischen) Beanspruchungen?
- Erläuterung Ermüdungsschäden
- Entstehung von Eigenspannungen durch das Schweißen und deren Folgen
- Typische Dauerbrüche an den verschiedenen Schäden und deren Vermeidung
- Schweißnahtnachbehandlungen zur Verbesserung der Ermüdungsfestigkeit
15.30 Kaffee & Tee / Networking
15.45 Konstruktive Maßnahmen zur Vermeidung von Schwingungsrissen
- Ermüdungssichere Gestaltung von Schweißkonstruktionen
- Erhöhung der FAT-Klassen (Kerbfälle) durch höherfrequentes Hämmern (HFH, HFMI)
- Internationaler Stand der HFMI-Technologie