DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE
IEC/TR 61577-5
Strahlenschutz-Messgeräte - Geräte für die Messung von Radon und Radon-Folgeprodukten - Teil 5: Allgemeine Eigenschaften von Radon und Radonfolgeprodukten und ihrer Messverfahren
Radiation protection instrumentation - Radon and radon decay product measuring instruments - Part 5: General properties of radon and radon decay products and their measurement methods
Einführungsbeitrag
Das Radonisotop 222 (kurz: Radon) ist ein radioaktives Edelgas, das Bestandteil der Uran-Radium-Zerfallsreihe ist. Die Nuklide dieser Zerfallsreihe sind als Spurenelemente in den Gesteinen der Erdkruste enthalten. Infolge des gasförmigen Zustandes kann Radon aus den Gesteinen austreten und sich in der Erdbodenluft oder im Grundwasser anreichern. Durch Transportprozesse gelangt Radon in die freie Atmosphäre oder in Gebäude. Die Inhalation von radonhaltiger Luft führt zu Strahlenexpositionen der Personen. Die dadurch entstehenden Risiken für die menschliche Gesundheit werden nicht nur von Radon selbst verursacht, sondern auch durch die ebenfalls eingeatmeten und im Atemtrakt deponierten Folgeprodukte des Radons. Ihre schädigende radiologische Wirkung beruht auf der Emission von Alphateilchen.
Die Inhalation von Radon wird als die Hauptquelle der menschlichen Exposition durch natürliche Strahlung angesehen. Nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Ausschusses der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen atomarer Strahlung (UNSCEAR) verursacht Radon weltweit etwa 52 % der durchschnittlichen globalen Exposition durch natürliche Strahlung. In Deutschland beträgt die mittlere Radon-Aktivitätskonzentration in Wohnräumen 50 Bq/m3.
Zur Begrenzung der Risiken wurden Regelungen für den Schutz des Menschen vor erhöhten Expositionen durch Radon in Wohn- und Aufenthaltsräumen sowie an Arbeitsplätzen in das nationale Strahlenschutzrecht übernommen. Die Normenreihe IEC 61577 mit ihren Teilen 1 bis 5 unterstützt die Umsetzung der rechtlichen Regelungen durch die Festlegung von messtechnischen Anforderungen an Messgeräte. Messgeräte, die diese Anforderungen erfüllen, entsprechen dem wissenschaftlich-technischen Stand. Ihre Messwerte sind eine zuverlässige Grundlage für die Bewertung der Strahlenexposition und für Entscheidungen über die Durchführung von Reduzierungsmaßnahmen. Teil 5 dieser Normenreihe ist ein technischer Bericht, der sowohl die wissenschaftlich-technischen Grundlagen für die Messungen von Radon darstellt, als auch eine Systematik der Gerätetypen mit ihren verschiedenen Nachweismethoden bereitstellt. Darüber hinaus werden ergänzend Verfahren für die Bestimmung der Messunsicherheit angegeben.