DIN Verbraucherrat

2016-12-23

Überarbeitung der Norm zu Bestattungsdienstleistungen

Vorbesprechung einer Bestattung im Bestattungsinstitut
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Ein Thema, das alle Verbraucher betrifft, ist der Tod und die damit verbundenen Dienstleistungen des beauftragten Bestatters. In Deutschland sterben jährlich etwa 860.000 Menschen, wobei die Zahl bei steigender Tendenz schwankt (Bundesverband Deutscher Bestatter e. V.). Alle Fragen rund um eine Bestattung sind für den Verbraucher höchst sensible Angelegenheiten. Der Verbraucher ist, wenn er den Bedarf für Bestattungsdienstleistungen hat, in einem emotional stark belasteten Zustand und ihm fehlt deswegen oft der klare und kritische Blick auf die ihm angebotene Dienstleistung. Zahlreiche Entscheidungen müssen in kurzer Zeit getroffen werden. Diese reichen von der Bestattungsart, über die Kosten der Bestattung, bis hin zur Organisation einer Trauerfeier.

Um die Interessen der Verbraucher in diesen Situationen zu wahren, bedarf es der Normung dieser Dienstleistungen. Im Jahr 2005 wurde von Verbraucher- und Anbieterkreisen eine europäische Norm zu Anforderungen für Bestattungsdienstleistungen abgestimmt (DIN EN 15017 „Funeral Services – Requirements“).

Von dem österreichischen Normungsinstitut ASI wurde nun ein Antrag zur Eröffnung eines neuen Arbeitsfeldes bei CEN im Bereich der „Bestattungsdienstleistungen“ gestellt. Unter dem Titel „Funeral Services“ wurde ein neues Technisches Projektkomitee gegründet, dessen Aufgabenbereich in der Überarbeitung der bereits bestehenden europäischen Norm EN 15017:2005 „Funeral Services – Requirements“ liegt. Ziel der Überarbeitung ist nun die Weiterentwicklung und Verbesserung der europäischen Norm. Bei der Überarbeitung der EN 15017 sollen insbesondere die folgenden Aspekte verbessert bzw. mit aufgenommen werden:

  • Transnationale/internationale Überführungen von Verstorbenen;
  • Anforderungen an die Aufbewahrung;
  • Dienstleistungserbringung im Bereich der Feuerbestattung;
  • Notwendige Ausstattung für eine adäquate Erbringung der Bestattungsdienstleistungen.

Die konstituierende Sitzung des Spiegelausschusses von deutscher Seite hat im Mai 2016 stattgefunden.

Der DIN-Verbraucherrat war an der Erarbeitung der aktuellen Ausgabe der Norm DIN EN 15017 beteiligt. Die folgenden Schwerpunkte der Verbrauchervertretung in dem Bereich der Bestattungsdienstleistungen wurden im Zuge der Erarbeitung der DIN EN 15017 wie folgt definiert:

  • Dienstleistungsinformation (Kundeninformation);
  • Anforderungen an das Beratungsgespräch;
  • Trennung von obligatorischen und fakultativen Leistungen.

Das Projekt zur Überarbeitung der EN 15017 wird ebenfalls von ANEC, der europäischen Verbrauchervertretung in der Normung, begleitet. Als, bei der Überarbeitung, zu beachtende Aspekte aus Verbrauchersicht, wurden die Steigerung der Kostentransparenz, personalisierte Bestattungen, Beschwerdemanagement und das faire Aufzeigen von verschiedenen Optionen aufgeführt. Diese Aspekte werden ebenfalls von der nationalen Verbrauchervertretung unterstützt.

Bei Interesse an einer Mitarbeit bzw. an der Einbringung Ihrer Expertise zu diesem Thema, können Sie sich gerne an die Geschäftsstelle des DIN-Verbraucherrats wenden.

Ihr Kontakt

DIN e. V.

Natalie Tang

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