DIN Verbraucherrat

2016-09-30

Überarbeitung von Normen zu kartenlesenden Geräten geplant

Frau an einem Bankautomat
© Artur Marciniec / Fotolia

Im Europäischen Normungsgremium CEN TC 224 WG 6 „User Interface“ wurde die Überarbeitung von zwei Normen aus der Normenreihe EN 1332 „Identifikationskartensysteme - Schnittstelle Mensch-Maschine“ begonnen. Es werden Geräte und Schnittstellen in verschiedensten Anwendungsszenarien betrachtet. Ein großer Fokus liegt auf Grund der Anwendungshäufigkeit auf Bankautomaten und auf (mobilen) Kartenzahlungssystemen.

Zum einen geht es im Teil 3 „Tastenfelder“ um die Gestaltung von Tastenfeldern für kartenlesende Geräte wie Bankautomaten. Zum einen sind Touch-Screens aus der Norm von 2008 noch ausgeschlossen; diese müssen aber bei der Überarbeitung vermehrt berücksichtigt werden, da sie auch teilweise andere und neue Anforderungen mit sich bringen. Auch sind einige der Empfehlungen der alten Norm zu konkretisieren und können mittlerweile als Anforderungen formuliert werden, da sich der Markt in Sachen Nutzerfreundlichkeit konsolidiert hat. Z.B. wurde die Verwendung eines Symbols für „Abbruch“ in der alten Norm nur empfoh-len, aber dieses Symbol hat sich bei allen Geräteherstellern so weit durchgesetzt, dass seine Verwendung zur Anforderung werden kann.

Zum anderen geht es im Teil 4 „Codierung von Benutzeranforderungen für Personen mit besonderem Bedarf“ um die Anpassung von Geräten an den Bedarf des Nutzers. Vorrangig sind hierbei Personen mit besonderem Bedarf im Fokus, d.h. beispielsweise erkennt das System beim Lesen der Karte eines Sehbehinderten, dass dieser eine Sprachausgabe benötigt, oder bei Nutzung von biometrischen Merkmalen, dass eine Person keinen Fingerabdruck mit dem rechten Zeigefinger abgeben kann, sondern eine andere Zugangsmöglichkeit benötigt. Aber für alle Personen ist es hilfreich, wenn ein Gerät bei Kartennutzung die präferierte Sprache oder den präferierten Kontrast kennt. Die Norm muss an aktuelle Systeme angepasst werden, so wurde beispielsweise die Nutzung von Biometrie in der Norm von 2007 nicht ausreichend berücksichtigt.

Frau Unverricht nimmt als ANEC-Vertreterin an den Arbeiten des Gremiums teil.

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