DIN Verbraucherrat

2014-12-19

Entwürfe der Normenreihe DIN EN 1176 erschienen

Mehrere Normentwürfe der Normenreihe DIN EN 1176 „Spielplatzgeräte und Spielplatzböden“ als Entwurf veröffentlicht

Kinder auf einer Kletterspinne
© Lucky_Dragon / Fotolia.com

Der heutige Alltag von Kindern ist geprägt von bewegungsarmen und sitzenden Tätigkeiten, für Unterhaltung sorgen oft nur Fernseher und Computer. Vor allem in Großstädten gibt es für Kinder kaum ausreichenden Spiel- und Bewegungsraum. Deshalb sind Spielplätze heute wichtiger denn je, denn hier wird Bewegungsfreude geweckt, zum phantasievollen Spielen motiviert und zum Ausprobieren angeregt. Spielplätze fördern die Entwicklung der koordinativen Fähigkeiten sowie die Sinnes- und Selbstwahrnehmung der Kinder. Gleichzeitig müssen sie jedoch auch lernen, mit Risiken umzugehen. Prellungen, Quetschungen oder sogar gebrochene Gliedmaßen können nicht immer vermieden werden.

Mit Ausgabedatum September 2014 sind die folgenden Normentwürfe erschienen, wozu bis zum 30.11. Kommentare abgegeben werden konnten:

  • prEN 1176-1:2014 „Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 1: Allgemeine sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren“;
  • prEN 1176-2:2014 „Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 2: Zusätzliche besondere sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren für Schaukeln“;
  • prEN 1176-3:2014 „Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 3: Zusätzliche besondere sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren für Rutschen“;
  • prEN 1176-6:2014 „Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 6: Zusätzliche besondere sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren für Wippgeräte“.

In der DIN EN 1176-1 sind allgemeine sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren für Finger-, Hals- und Kopffangstellen festgelegt. Aber auch Dinge wie die „freie Fallhöhe“, „Aufprallfläche“ (Fläche, auf die ein Kind nach einem Sturz treffen kann) und „Freiraum“ (Raum, der durch das Gerät bei der Bewegung benötigt wird) sind definiert. Spezielle Anforderungen sind in weiteren Teilen der DIN EN 1176 festgelegt, wie z. B. für Schaukeln, Rutschen oder Wippgeräten.

Der DIN-Verbraucherrat hat von Beginn an intensiv an der Normreihe DIN EN 1176 mitgearbeitet und zu den aktuellen Normentwürfen Kommentare eingereicht. Aus Verbrauchersicht sollte das bereits heute sehr hohe Sicherheitsniveau der Normenreihe DIN EN 1176 lediglich bei Bedarf angehoben werden. Auch wie in anderen Normungsbereichen muss immer zwischen Sicherheit und Gebrauchstauglichkeit, in diesem Fall der Spielwert, abgewogen werden. Der Kerngedanke sollte nach wie vor sein „so viel Spielwert wie möglich, bei so viel Sicherheit wie nötig“. Spielplätze, die hundertprozentig sicher sind gibt es nicht, was im Übrigen auch nicht sinnvoll wäre. Die Risiken des Lebens müssen von Kindern erlebbar, erlernbar und damit beherrschbar sein. Das Spielen mit einem gewissen Risiko ist somit gewollt. Ziel der Normenreihe ist es, Unfälle, die zu schweren Verletzungen oder gar zum Tod führen, zu verhindern. Kinder sollen somit vor Gefahren geschützt werden, die sie nicht voraussehen können.

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DIN e. V.

Andreas Zause

Saatwinkler Damm 42/43
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